Herkunft als Gütesiegel Sorge um „Made in Germany“: Telekom-Chef mahnt Investitionen an

Quelle: dpa

Apple-Mitbegründer Steve Wozniak, Schauspielerin Jessica Alba, Arbeitsagentur-Chefin Andrea Nahles – die Rednerliste beim Kongress Digital X ist bunt. Den Auftakt machte Telekom-Boss Tim Höttges – mit einem eindringlichen Appell.

„Made in Germany“ steht für außergewöhnlich gute Qualität – noch. Denn wegen zu geringen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sei das Ansehen der Herkunftsbezeichnung mittlerweile ramponiert, meint Telekom-Chef Tim Höttges.
„Made in Germany“ steht für außergewöhnlich gute Qualität – noch. Denn wegen zu geringen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sei das Ansehen der Herkunftsbezeichnung mittlerweile ramponiert, meint Telekom-Chef Tim Höttges.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Telekom-Chef Tim Höttges macht sich Sorgen um die Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“. Deren Stellenwert sei „ramponiert“, weil Deutschland viel zu wenig für Forschung und Entwicklung ausgebe, sagte der Konzernlenker am Dienstag bei dem Digitalkongress „Digital X“ in Köln. Einer Studie zufolge müssten jedes Jahr sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Innovationen investiert werden, damit eine Volkswirtschaft weiter wachse. 2021 habe der Deutschland-Wert nur ein Prozent betragen. „Wie soll „Made in Germany“ in einer digitalen vernetzten Welt funktionieren, wenn diese Gesellschaft nicht mehr in die Zukunft investiert?“

Zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland müssten Ausgaben in Forschung und Entwicklung (F&E) dringend hochgefahren werden. Höttges verwies darauf, dass die USA und China ihre F&E-Ausgaben im vergangenen Jahr deutlich erhöht haben, während sie in Deutschland gesunken seien. „Bei den Wachstumsinvestitionen pro Kopf fallen wir dramatisch zurück gegenüber Amerika und übrigens auch gegenüber China.“

„Label ‚Made in Germany‘ ist nicht gottgegeben“

Mit Blick auf die nationale Herkunftsbezeichnung sagte er: „Das Label ‚Made in Germany‘ ist nicht gottgegeben – das ist nicht eine Garantie, die für immer gilt.“ Vielmehr müsse man permanent fleißig daran arbeiten, damit das Etikett auch künftig einen hohen Stellenwert habe.

Höttges verwies auf das Beispiel seiner Geburtsstadt Solingen. Die Bezeichnung „Made in Solingen“ sei einst ein Qualitätslabel für Messer und andere Produkte gewesen, dann aber sei ein Großteil der lokalen Wirtschaft „von der ersten Welle der Globalisierung hinweggefegt worden“.

„Nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen“

Deutschland müsse endlich aufwachen und dürfe sich nicht auf Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen. „Der Erfolg der Vergangenheit ist eigentlich das größte Risiko für den Misserfolg der Zukunft, wenn wir nicht mehr in die Transformation nach vorne gehen“, so Höttges.

Auf dem Programm der bis Mittwoch dauernden zweitägigen Digital X standen Auftritte von rund 300 Rednern auf dem Programm, darunter Allianz-Chef Oliver Bäte, Apple-Mitgründer Steve Wozniak, Hollywoodstar und Unternehmerin Jessica Alba sowie die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Es geht um die Frage, wie man bei der Digitalisierung vorankommt, Arbeitsabläufe effizienter macht sowie Produkte und Dienstleistungen optimiert.

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