Neue Technologieplattform für Verteilernetze Ressourceneffizientes DC-Energieverteilernetz für Deutschland

Von Kristin Rinortner

Anbieter zum Thema

Einen Einstieg in eine effiziente und störungssichere Energieversorgung der Zukunft verspricht das von der TU Ilmenau entwickelte Gleichstrom-Energieverteilnetz für Deutschland. Das Projekt „Verteilernetz-DC-Technologie“ ist auf die Nutzung regenerativer dezentraler Anlagen zugeschnitten und soll im Juli 2023 starten.

DC-Netze: In der Netzleitwarte an der TU Ilmenau werden Forschungsarbeiten zu innovativen Energieverteilernetzen auf der Basis von Gleichstrom betrieben. So könnten künftige dezentrale DC-Stromnetze in Deutschland koordiniert werden.
DC-Netze: In der Netzleitwarte an der TU Ilmenau werden Forschungsarbeiten zu innovativen Energieverteilernetzen auf der Basis von Gleichstrom betrieben. So könnten künftige dezentrale DC-Stromnetze in Deutschland koordiniert werden.
(Bild: Michael Reichel / arifoto.de)

Vor dem Hintergrund der Energiewende entwickelt die Technische Universität Ilmenau ein ressourceneffizientes Energieverteilernetz für Deutschland. Ein solches Stromnetz, das auf Gleichstrom basiert, wird eigens auf die zunehmende Nutzung regenerativer Energie zugeschnitten, die in dezentralen Anlagen erzeugt werden, und bietet eine wesentlich höhere Betriebssicherheit als das derzeitige Netz. Das auf sechs Jahre angelegte Forschungsprojekt „Verteilernetz-DC-Technologie (VERNEDCT)“, das von der Carl-Zeiss-Stiftung im Rahmen des Programms „Durchbrüche“ mit fast fünf Millionen Euro gefördert wird, startet im Juli nächsten Jahres.

Energiedistribution – die Herausforderung der Energiewende

Die Verteilung elektrischer Energie ist eine Herausforderung der Energiewende. Das Energieverteilernetz, wie wir es kennen, speist den Strom in eine Richtung vom Kraftwerk ins Übertragungsnetz und dann zum Verbraucher. Im neuen Verteilernetz, das die TU Ilmenau entwickelt, fließt der Strom von hunderttausenden kleinen dezentralen Anlagen in alle Richtungen.

Da die Photovoltaik- oder Windkraftanlagen den Strom zeitlich und mengenmäßig unregelmäßig in alle Spannungsebenen einspeisen, schwankt die Auslastung der Verteilernetze erheblich. Diese neue Art der Energieverteilung belastet das Verteilernetz stark und die Infrastruktur wird immer ineffizienter ausgenutzt.

Prof. Dirk Westermann, Leiter des VERNEDCT-Projekts: „Wir entwerfen nicht nur eine neue Technologieplattform für Verteilernetze, sondern zeigen auch einen Weg zu ihrer Implementierung auf. Das ist der Einstieg in eine effiziente und störungssichere Energieversorgung der Zukunft.“
Prof. Dirk Westermann, Leiter des VERNEDCT-Projekts: „Wir entwerfen nicht nur eine neue Technologieplattform für Verteilernetze, sondern zeigen auch einen Weg zu ihrer Implementierung auf. Das ist der Einstieg in eine effiziente und störungssichere Energieversorgung der Zukunft.“
(Bild: Michael Reichel TU Ilmenau)

Das VERNEDCT-Projekt unter der Leitung von Prof. Dirk Westermann, Leiter des Fachgebiets Elektrische Energieversorgung der TU Ilmenau und Direktor des Thüringer Energieforschungsinstituts, verspricht Lösungen. Trotz der zahlreichen kleinen Energiequellen im deutschen Energieverteilernetz gewährleistet es ein stetiges Gleichgewicht zwischen Stromeinspeisung und -verbrauch – schnell, flexibel und direkt vor Ort, und stellt so die Stabilität des Systems insgesamt sicher.

Das Konzept für Energieverteilernetze basiert auf dem Einsatz von Gleichstrom, denn er ermöglicht es, Ströme und Spannungen im Netz einfacher zu steuern. Dies erlaubt eine höhere Auslastung der Netzinfrastruktur insgesamt, etwa durch eine höhere Ausnutzung der Kabel und anderer elektrischer Geräte und Anlagen im Verteilernetz, wodurch Leitermaterialien für die Verteilung elektrischer Energie eingespart werden könnten.

VERNEDCT: Neue Netzarchitektur und Betriebsmethoden

Das VERNEDCT-Vorhaben der Ilmenauer Forscher ist ambitioniert: Um das Ziel eines ressourceneffizienten Energieverteilernetzes zu erreichen, müssen eine vollkommen neue Architektur des Netzes und innovative Methoden für dessen Betrieb entwickelt werden. Methoden zur Vermeidung und Behebung von Fehlern im laufenden Netzbetrieb werden bereits zu Beginn des Projekts mitgedacht.

Am Projekt arbeiten Forscherinnen und Forscher von sechs Fachgebieten der TU Ilmenau interdisziplinär zusammen. Dabei untersucht zum Beispiel das Fachgebiet Empirische Kommunikation die Akzeptanz der neuen Technologie in der deutschen Bevölkerung oder in Unternehmen. Westermann ist überzeugt, dass die Technologie höchste Sicherheit bieten wird: „Wir entwerfen nicht nur eine neue Technologieplattform für Verteilernetze, sondern zeigen auch einen Weg zu ihrer Implementierung auf. Das ist der Einstieg in eine effiziente und störungssichere Energieversorgung der Zukunft.“ (kr)

(ID:48713790)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung