Anbieter zum Thema
Im aktuellen Untersuchungszeitraum steigt der Anteil der Sicherheits- und Fahrerassistenz-Innovationen mit 28% aller Neuerungen auf einen neuen Höchststand seit Beginn der Studienreihe vor zwölf Jahren. Dasselbe gilt für neue Bedien- und Anzeigekonzepte, die mittlerweile fast 16% aller Innovationen ausmachen. In den drei Zukunftsfeldern Elektromobilität, Sicherheit/Fahrerassistenzsysteme und Connectivity erzielen die globalen Automobilhersteller derzeit die größten Fortschritte. Hier wurden mehr als 600 einzelne Neuerungen (52% aller Innovationen) identifiziert, unter denen sich besonders viele hoch bewertete befinden.
Hingegen sinkt der Anteil der Innovationen bei konventionellen Antrieben: Lag deren Anteil im Jahr 2010 noch bei über 30%, so beträgt er aktuell nur noch etwas mehr als zehn Prozent. Den Herstellern fällt es in diesem Bereich erstens zunehmend schwer bei ohnehin steigenden Grenzkosten weitere spürbare Verbrauchsfortschritte zu erzielen.
Zweitens besteht häufig ein technischer Zielkonflikt zwischen CO2- bzw. Verbrauchsreduzierung und realer Schadstoffminimierung, der nach der Abgaskrise zugunsten letzterer neu aufgelöst werden muss. Außerdem befinden sich die Hersteller in der Umbruchphase zur Umsetzung der neuen Messzyklen und damit realistischeren Verbrauchsangaben.
Hierzu Stefan Bratzel: „Die Hersteller haben sich durch die prüfstandsfokussierte Optimierung des Verbrennungsmotors in eine Sackgasse manövriert und stark in Politik und Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Sie müssen jetzt für real saubere und gleichsam effiziente Dieseltechnologien viel Geld investiert. Allerdings möchte der Kunde dafür jedoch kaum mehr bezahlen und ist im Zuge von Fahrverbotsdiskussionen stark verunsichert. Gleichzeitig brauchen die Hersteller den auch in der Realität effizienteren Diesel, um die CO2-Flottengrenzwerte 2021 zu erreichen. Insgesamt mangelt es jedoch derzeit aufgrund der aufgeheizten Stimmungslage sowie den Fehlern der Vergangenheit von Politik und Automobilindustrie an und Sicherung der Arbeitsplätze sinnvoll aufzulösen.“
Die jährliche Innovationsstudie des Center of Automotive Management gilt als Trendbarometer für die globale Automobilindustrie. Jede einzelne Innovation, definiert als Verbesserung des Kundennutzens, wird anhand ihres Innovations- und Reifegrads nach gleichem Muster gewichtet. Aus der Summe der gewichteten Einzelinnovationen wird das Ranking der Hersteller errechnet.
(ID:44695499)