Lichttechnik Plastik-Glühbirnen könnten Leuchtstoffröhren bald ersetzen
Forscher der Wake Forest University in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina haben ein Leuchtmittel auf Basis von elektrolumineszenten Polymeren entwickelt. Die Plastik-Glühbirnen sollen Leuchtstoffröhren ersetzen und ähnlich effizient sein wie Leuchtdioden.
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Professor David Carroll von der Wake Forest University glaubt, dass die von seinem Team entwickelte Lichtquelle ähnlich effizient sein kann wie LEDs, ohne aber die Nachteile von Leuchtstoffröhren oder Leuchtdioden aufzuweisen. „Die Leute beklagen sich oft, dass die Leuchtstofflampen ihre Augen belasten, und das Brummen der Röhren irritiert jeden, der darunter an einem Schreibtisch sitzt“, so Carroll gegenüber dem Online-Dienst „Phys.org“.
Das Forscherteam benutzt feld-induzierte elektrolumineszente Polymer-Birnen, abgekürzt FIPEL (field-induced polymer electroluminescence) zur Lichterzeugung. Die Leuchtkörper bestehen aus drei Schichten flexiblen Kunststoffmaterials, das mit einer kleinen Menge von Nanopartikeln versetzt ist. Diese Nanopartikel beginnen zu glühen, wenn sie elektrisch stimuliert werden und erzeugen dabei reinweißes Licht, das dem natürlichen Sonnenlicht von der Lichttemperatur her sehr ähnlich ist. Die Leuchtmittel können allerdings in jeder Form und Farbe hergestellt werden. So sind zum Beispiel längliche Lichtmatten möglich, die Leuchtstoffröhren in Büroräumen ergänzen können, oder auch Lampen, die mit gewöhnlichen Drehgewinden für den Gebrauch im Haushalt ausgestattet sind.
Nach Auskunft der Forscher um David Carroll ist die Lösung wenigstens doppelt so effizient wie die kompakten Leuchtstoffröhren, die als „Energiesparlampen“ vermarktet werden. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie unzerbrechlich sind und keine Giftstoffe freisetzen können. Die Effizienz sei mit der von Leuchtdioden gleichzusetzen. Auch hier seien die FIPELs im Vorteil, da sie kein bläuliches Licht emittieren, wie es bei LEDs zum Teil der Fall ist. „Wenn die Leute blaues Licht wollten, dann wären Diskotheken immer noch populär“, ätzt Carroll. „Sie möchten Leuchtmittel mit Spektralfarben, die uns ansprechen. Und man will keine Leuchtstoffröhren, die platzen und eine gefährliche Situation auslösen können, wenn Kinder in der Nähe sind.“
Ein weiterer Vorteil ist, dass die FIPELs außergewöhnlich langlebig sind. Eine derartige Lampe im Labor von Dr. Carroll hält demnach bereits ein Jahrzehnt. Derzeit gibt es bereits Pläne für eine Serienfertigung; ein Industriepartner soll bereits an Bord sein und will die Lampen schon im kommenden Jahr auf den Markt bringen.
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