Verkauf nach China

Osram verkauft Lampensparte an chinesisches Konsortium MLS

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Börse reagiert verstimmt, Gewerkschaft optimistisch

Arbeiter montieren am 19.07.2016 in Augsburg (Bayern) Leuchtbuchstaben an eine Metallfassade. Der Lampenhersteller Osram hatte sein Kerngeschäft erst Anfang des Jahres unter dem Namen Ledvance abgespalten.
Arbeiter montieren am 19.07.2016 in Augsburg (Bayern) Leuchtbuchstaben an eine Metallfassade. Der Lampenhersteller Osram hatte sein Kerngeschäft erst Anfang des Jahres unter dem Namen Ledvance abgespalten.
(Bild: dpa - Bilfunk)

Nach Bekanntweden der Nachricht schickte die Börse den Aktienkurs erst einmal auf Talfahrt: Der Gewinn des abgelaufenen Quartals halbierte sich überraschend auf 28 Millionen Euro. Die IG Metall hingegen lobte den Verkauf, weil er der gebeutelten Lampensparte mit derzeit noch 8800 Mitarbeitern wenigstens einige neue Chancen eröffne: „Das war die beste Alternative.“ Aber der Personalabbau werde trotzdem weitergehen, sagte Sprecher Michael Knuth.

Die Osram-Lampensparte beschäftigt in Deutschland 2500 Mitarbeiter; die größten Standorte sind Augsburg, Eichstätt, Berlin und Garching. MLS habe nicht nur am meisten geboten, sondern auch den Mitarbeitern die besten Zusagen gemacht, sagte Berlien. Energiesparlampen werden immer weniger nachgefragt, Halogenlampen will die EU 2018 verbieten. In der Sparte wird schon seit Jahren Personal abgebaut - „und machen wir uns keine Illusionen, das geht weiter“, sagte IG-Metall-Sprecher Knuth, der auch stellvertretender Osram-Aufsichtsratschef ist.

Aber mit MLS seien die Betriebsvereinbarung und die Tarifverträge für die 2500 Mitarbeiter in Deutschland bis Ende 2018 gesichert. Die Chinesen dürften drei Jahr lang kein Geld aus der Firma entnehmen. Zur Absicherung der Altersteilzeit habe Osram eine hohe zweistellige Millionensumme auf ein Treuhandkonto gelegt. Zum anderen eröffneten sich mit MLS auch neue Chancen.

Berlien sagte, MLS sei bei LED-Lampen in China führend, die Osram-Sparte habe in Europa und den USA einen guten Namen und ein starkes Vertriebsnetz: „Beide ergänzen sich bei Produkten und regional.“

Kartellrechtliche Probleme erwartet Berlien nicht. Der Verkauf soll nächstes Jahr abgeschlossen werden. Osram will sich künftig auf das Geschäft mit Autolampen, Spezial- und Systemlösungen für Geschäftskunden und die Fertigung von LED-Chips konzentrieren. Eine wachsende Nachfrage von Autoherstellern und Industrie ließ den Umsatz im dritten Quartal um fast sieben Prozent auf 1,44 Milliarden Euro wachsen. Allerdings haben viele Kunden ihre Bestellungen um ein Quartal vorgezogen, weil die Osram-Werke wegen der Abspaltung im Juli sieben Tage lang komplett stillstanden.

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