Angemerkt Die Leuchtensparte – Osrams ungeliebtes Kind

Osram will seine Leuchtensparte verkaufen. Und hat sich schon einmal einen neuen Namen ausgedacht: Ledvance. Was etwas merkwürdig klingt, soll die Stärken der LED transportieren. Doch wird das gelingen?

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Wer hat sich das wieder ausgedacht? So ging es mir, als ich von Osram erfahren habe, dass das künftige Lampengeschäft ab Juli diesen Jahres Ledvance heißen soll. Noch ist der Geschäftsbereich nicht verkauft. Aber Vorstandsvorsitzender Olaf Berlien will diesen für „einige hundert Millionen Euro“ abstoßen. Dann war es das mit der langen Tradition der Glühlampenherstellung, die seit 1905 von Carl Auer von Welsbach als Wolframlampe hergestellt wurde.

Das Warenzeichen Osram gibt es seit 1906 und wurde von der Deutschen Gasglühlicht-Anstalt (auch Auer-Gesellschaft genannt) angemeldet: Der Name war eine Wortneuschöpfung aus den früher gängigen Glühwendel-Materialien – zuerst Osmium und später Wolfram.

Jeder, der sich eine Glühlampe gekauft hat, vertraute diesem Namen. Stand er doch für Qualität. Mit dem Kunstwort Ledvance kann man nicht viel anfangen. Die Wortschöpfer wollen mit Ledvance, das für LED und Advance steht, einen gewissen Vorteil der Beleuchtung mit der LED transportieren. Doch ob das gut gehen wird?

Gerade im Endkundenmarkt, den das neue Unternehmen ansprechen will, sind neue Namen problematisch. Auch wenn man vielleicht über den neuen Namen bei Osram noch jubelt – man hätte auch die Mitarbeiter bei der Namensfindung einbeziehen sollen. Vielleicht wäre dann etwas Verständlicheres heraus gekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass mit dem neuen Namen nicht auch der Niedergang einer 110-jährigen Lichttradition eingeleitet worden ist.

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