Studie Open Source oder Open Core?

Von Sebastian Human

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Interoperabilität ist ein zentrales Kriterium für das Konzept Industrie 4.0. Entsprechend steigt das Interesse an Open-Source-Software, wie eine Studie belegt. Gleichzeitig räumt sie mit einem gängigen Vorurteil gegenüber Open Source auf.

Offenheit ist wichtig, aber wie offen wünschen sich Anwendungsentwicklerinnen und -entwickler Software?
Offenheit ist wichtig, aber wie offen wünschen sich Anwendungsentwicklerinnen und -entwickler Software?
(Bild: gemeinfrei / Pexels)

Die Vorteile gänzlich freier und quelloffener Software, man spricht auch von Free and Open Source Software (FOSS), sind schnell erklärt: Unternehmen können entsprechende Technologie auf diese Weise vollständig und kostenlos nutzen. Im Gegensatz dazu verfügen sogenannte Open-Core-Lösungen über zusätzliche proprietäre Funktionen zu bestehenden Open-Source-Angeboten. Dabei fallen dann kommerzielle Lizenzgebühren an. Oft geht damit ebenfalls eine Anbieterbindung, der sogenannte Vendor Lock-in, einher. Zusätzlich können die Endnutzerinnen und -nutzer nicht einfach eigenen Anwendungen konzipieren, da sie keinen Zugriff auf den proprietären Quellcode haben.

Aber wie relevant ist das im Alltag aktuell wirklich für Unternehmen? Dieser Frage ging Forrester Consulting im Auftrag des Managed-Platform-Anbieters Instaclustr nach. Für die Studie „The Advantages of Using Free And Open-Source Software vs. Open-Core Software“ befragte Forrester Entscheidungsträger in der Anwendungsentwicklung zu den Vorteilen der Verwendung von FOSS im Vergleich zu Open-Core-Software.

Open Core bietet nicht zwangsläufig mehr

Ein gängiges Argument für Open-Core-Software ist, dass diese unter anderem mehr Sicherheit bieten solle, als entsprechende Open-Source-Pendants. Das zeigt auch die Studie. Die Befragten nennen allem voran ein geringeres Risiko (41 %), gefolgt von einer größeren Effizienz (39 %) und der Möglichkeit, leichter in die Cloud zu wechseln (33 %), als die wichtigsten Vorteile von Open-Core-Lösungen. Dem halten die Studienverantwortlichen entgegen, dass „ausgereifte und in Unternehmen bewährte FOSS-Lösungen eine klare Governance bieten, die von starken Communities gestützt wird“. Da sie außerdem auf proprietäre Lizenzbestimmungen verzichten, sei nicht nur die Migration in die Cloud, sondern auch ein Wechsel zwischen verschiedenen Clouds einfach möglich.

Weitere Vorteile von Open-Source-Angeboten scheinen hingegen bereits bekannter zu sein. So nannten die Befragten niedrigere Kosten (45 %) und Lizenzgebühren (41 %), den vollen Zugang zum Quellcode von Anwendungen (40 %) und die Innovationskraft der Community (40 %) als wichtigste Argumente.

Und auch bei der Flexibilität schneidet Open Source besser ab als open Core. 47 % der Anwender und Anwenderinnen, die ausschließlich auf FOSS setzen, bewerten die flexible Nutzung der vollen Funktionalität einer Lösung als entscheidendes Kriterium. 38 % benötigen außerdem eine vollständige Software-Portabilität.

Unterstützung auch bei FOSS notwendig

Die Studie zeigt ebenfalls einen Bedarf nach Unterstützung bei der Nutzung von von Free and Open Source Software. Das gilt sowohl für den Wechsel von Open Core zu Open Source, als auch für die aktive Nutzung von Open-Source-Software. 41 % der Befragten, die sich für eine Migration zu FOSS interessieren, wünschen sich demnach Zugang zu qualifizierter, fachkundiger Unterstützung durch externe Parteien. Diejenigen Organisationen, die bereits mit Open-Source-Angeboten arbeiten, brauchen Hilfe dabei, das volle Potenzial der jeweiligen Lösungen auszuschöpfen. Daher ziehen 84 % in Betracht, eine Managed-Services-Plattform zu nutzen oder ein Beratungsunternehmen mit Open-Source-Expertise zu Beratungszwecken zu konsultieren.

Methodologie

Die von Forrester Consulting im Auftrag von Instaclustr durchgeführte Studie basiert auf den Forschungsergebnissen der Forrester Application Development and Delivery Group sowie den Antworten von 322 Entscheidungsträgern aus der Anwendungsentwicklung in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland.

Erstveröffentlichung auf Industry of Things.

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