Gedruckte Elektronik LOPEC 2026: Gedruckte Elektronik rückt näher an die industrielle Anwendung

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Die LOPEC 2026 zeigt die zunehmende Industrialisierung gedruckter Elektronik: Mit konkreten Anwendungen und positiven Marktsignalen entwickelt sich die Technologie vom Forschungsthema hin zu einem industriellen Baustein, der zunehmend auch in sicherheitskritischen Anwendungen diskutiert wird.

Zur LOPEC 2026 kamen nahezu 160 Aussteller und 2.400 Teilnehmer nach München, um sich über gedruckte Elektronik zu informieren.(Bild:  Messe München GmbH)
Zur LOPEC 2026 kamen nahezu 160 Aussteller und 2.400 Teilnehmer nach München, um sich über gedruckte Elektronik zu informieren.
(Bild: Messe München GmbH)

Die LOPEC 2026, die Ende Februar 2026 in München stattfand, bestätigt auch in diesem Jahr die Entwicklung der gedruckten Elektronik hin zur industriellen Praxis. 158 Aussteller aus 29 Ländern und mehr als 2.400 Besucher konnten sich davon in der Messehalle überzeugen. Die Zahlen liegen etwa auf dem Niveau der Vorjahresveranstaltung, ergänzt um rund 20 neue Aussteller.

Im Fokus der Ausstellung und der Konferenz standen dabei zunehmend marktreife Anwendungen. Insbesondere in Bereichen wie Mobilität, Medizintechnik, Smart Living und Industrie zeigen gedruckte und flexible Elektroniksysteme ihre Stärken. Das zeigte sich nicht nur an den erweiterten Mobilitätsvorträgen im Rahmen der LOPEC Conference, sondern auch an der Diskussionsrunde rund um flexible und gedruckte Elektronik in den Bereichen Aerospace und Defence. Abgerundet wurde das Angebot für Besucher wie Aussteller durch eine umfangreiche Posterausstellung, auf der zahlreiche Ansätze für gedruckte Elektronik aus unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt wurden.

Markt wächst – trotz Unsicherheiten

Parallel zur technologischen Entwicklung sendet auch der Markt positive Signale, wie im Rahmen des Pressefrühstücks unter anderem von Dr. Alain Schumacher, Chair des OE-A Boards, mitgeteilt wurde. Laut aktueller OE-A Business Climate Survey erwartet die Branche für 2026 ein Umsatzwachstum von rund sieben Prozent, mit einer weiteren Steigerung auf etwa zehn Prozent im Jahr 2027.

Die Ergebnisse zeigen ein insgesamt robustes Stimmungsbild:

  • 73 Prozent der Unternehmen rechnen mit weiterem Wachstum
  • 84 Prozent planen zusätzliche Einstellungen
  • ein Großteil investiert verstärkt in Produktion und F&E

Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Branche damit auf Wachstumskurs.

Neue Anwendungen treiben den Markt

Technologisch treiben vor allem neue Anwendungsfelder die Entwicklung. Dazu zählen insbesondere:

  • Luftfahrt und Verteidigung
  • Robotik
  • Brennstoffzellen

Ergänzend gewinnen übergreifende Themen wie Standardisierung zunehmend an Bedeutung. Gedruckte Elektronik ermöglicht neue Formfaktoren, etwa flexible Sensoren, großflächige Elektronik oder integrierte Funktionen in Materialien und Textilien. Ein zentraler Wachstumstreiber ist dabei der Gesundheitsbereich: Anwendungen reichen von kontinuierlichem Monitoring über smarte Textilien bis hin zu personalisierter Diagnostik.

Nachhaltigkeit wird zum Thema

Ein klarer Schwerpunkt der aktuellen Entwicklung liegt auf nachhaltigen Konzepten. Gedruckte Elektronik gilt zunehmend als Enabler für ressourcenschonende Systeme, etwa durch:

additive, energieeffiziente Fertigungsprozesse

Einsatz biobasierter und weniger toxischer Materialien

Konzepte für Wiederverwendung und Recycling

Nachhaltigkeit war dabei insbesondere in der Posterausstellung präsent. „Für Nachhaltigkeit müssen etablierte Standards hinterfragt werden“, so Schumacher während seiner Präsentation. Diese Entwicklung zeigt, dass sich die gedruckte Elektronik zunehmend auch im Kontext von Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Produktion positioniert. Man bereite sich heute auf das Morgen vor, ist Schumacher positiv gestimmt.

Plattform für Wertschöpfung und Vernetzung

Neben Technologie und Markt bleibt die LOPEC vor allem ein Treffpunkt für die gesamte Wertschöpfungskette – von Materiallieferanten über Maschinenbauer bis hin zu Anwendern. Der Fokus auf konkrete Anwendungen und der Austausch zwischen Forschung und Industrie gelten als zentrale Erfolgsfaktoren der Veranstaltung. Ein Beispiel dafür war die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Aerospace and Defense – What Role for Flexible and Printed Technologies?“.

Die internationale Runde bot nicht nur aufgrund ihrer Herkunft einen breiten Mix, sondern ebenso durch die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmer. Neben Christian Daschner von db-matik als Vertreter der Maschinenbauer saßen auch Jeroen van den Brand (Holst Centre) für die Forschung, Daniel Slep (ChemCubed) für die Materialwissenschaften und Massimiliano Crescioli (Inhoc Signo) für das Design auf der Bühne.

Insbesondere Slep berichtete von Erfahrungen mit gedruckter Elektronik im Luftfahrtbereich und verwies auf unterschiedliche Marktzugänge: Während in den USA viele Entwicklungen zunächst im Verteidigungsumfeld entstehen und anschließend in zivile Anwendungen übertragen werden, verläuft die Entwicklung in Europa häufig in umgekehrter Richtung. Der Begriff „Dual Use“ wurde dabei von allen Beteiligten als zentraler Ansatz hervorgehoben. Ohne ginge es nicht. (sb)

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