Automatisierung und Robotik Igus erweitert Leitungsserie für Roboter um DeviceNet-Variante

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Moderne Industrieroboter fordern Bauteilen Höchstleistungen ab, besonders auf engem Raum. Eine neue torsionsfeste Busleitung von Igus soll nun Abhilfe schaffen und die sichere Datenübertragung bei ständiger Bewegung garantieren.

Neue Igus-Leitung: Robuste Serie nun auch als DeviceNet-Variante erhältlich.(Bild:  Igus)
Neue Igus-Leitung: Robuste Serie nun auch als DeviceNet-Variante erhältlich.
(Bild: Igus)

Industrieroboter bewältigen heutzutage in der Fertigung immer komplexere Bewegungsprofile. Gleichzeitig arbeiten sie mit wachsenden Geschwindigkeiten und müssen sich in zunehmend beengten Bauräumen zurechtfinden. Diese Entwicklung stellt besonders die verbauten Komponenten vor große Herausforderungen. Roboterleitungen müssen nicht nur extrem kleine Biegeradien zulassen, sondern auch millionenfachen Torsionsbewegungen auf Dauer standhalten, ohne dass die Datenübertragung abreißt. Um genau diese Anforderungen in der Praxis zu erfüllen, hat der Kunststoffspezialist Igus seine bestehende Serie für Roboterleitungen erweitert. Das Unternehmen ergänzt das Portfolio um eine neue DeviceNet-Leitung, die speziell für hochdynamische Anwendungen entwickelt wurde und Torsionen von bis zu 360 Grad pro Meter aufnimmt.

Die Leitungen der angesprochenen Serie müssen in den modernen Robotersystemen eine hohe Beweglichkeit aufweisen, um eine lange Lebensdauer der Anlagen zu unterstützen. Der Hersteller garantiert für die Ausführungen eine Haltbarkeit von zehn Millionen Zyklen. Rainer Rössel, Leiter des Geschäftsbereichs für bewegte Leitungen bei Igus, begründet diese mechanische Belastbarkeit: „Möglich ist dies durch ein Spezialgeflecht des Schirmungsaufbaus, dessen Struktur einem Strickmuster ähnelt und so mehr Bewegungsfreiheit schafft.“ Zudem verweist der Experte auf einen weiteren Aspekt der Neuentwicklung: „Zusätzlich konnten wir den Außendurchmesser der Leitungen im Vergleich zur Vorgängerserie CFROBOT8 deutlich reduzieren – je nach Ausführung um bis zu 21 Prozent. Das ist vor allem für Anwendungen in beengten Bauräumen ein entscheidender Vorteil.“

Sichere Datenübertragung trotz extremer Belastung

Mit der neuen Variante integriert Igus eine Busleitung für das in der Industrie etablierte DeviceNet-System in sein Angebot. Ingenieure haben das Produkt für den Einsatz in stark beanspruchten Systemen konzipiert. Dazu zählen klassische Sechsachsroboter, komplexe Handling-Systeme oder auch Spindelantriebe. Ein spezieller Gesamtschirm aus einem verzinnten Kupfergeflecht schirmt die inneren Adern ab. Er sorgt dafür, dass die Anlage die Datenpakete stabil und ohne Störungen überträgt, selbst wenn die Leitung enormen mechanischen Kräften ausgesetzt ist. Zusätzlich ist die Schutzhülle der Leitung widerstandsfähig gegen Öl und ultraviolette Strahlung. Betreiber können die Busleitung daher nicht nur in geschlossenen Werkhallen, sondern ebenso im Außenbereich verlegen.

Neben den klassischen Anwendungen in der Robotik eignen sich die Kabel auch für den Einsatz in Werkzeugmaschinen oder anderen Anlagen, in denen Bauteile starken Torsionskräften standhalten müssen. Selbst Konstruktionen mit freihängenden Elementen, wie beispielsweise bewegliche Bedienterminals, lassen sich mit der Leitung umsetzen. Mit der jüngsten Ergänzung bietet der Hersteller Anwendern am Markt nun ein vollständiges Portfolio für alle gängigen Bussysteme an. Die Auswahl umfasst neben der neuen DeviceNet-Variante auch Lösungen für Profinet, Profibus, CAN-Bus sowie Ethernet-Anwendungen bis zum Standard CAT7.

Umfangreiche Tests im hauseigenen Labor

Bevor die Leitungen in den Verkauf gehen, durchlaufen sie zahlreiche Prüfverfahren. Das Unternehmen testet die Serie in seinem 5.500 Quadratmeter großen Laboratorium. Die Ingenieure simulieren dort reale Bewegungsprofile, indem sie die Leitungen in dreidimensionale Energieketten für Roboter einspannen und dauerhaft bewegen. Diese Tests sollen sicherstellen, dass die Komponenten auch unter widrigen Einsatzbedingungen in der Industrie nicht ausfallen.

Laut Unternehmensangaben zeigten bisherige Messungen, dass beispielsweise die Ethernet-Kommunikation selbst nach über 15 Millionen Zyklen keine Abnutzungserscheinungen aufweist. Die Techniker speisen sämtliche Testdaten in digitale Werkzeuge zur Lebensdauerberechnung ein. Auf dieser Datenbasis gewährt der Hersteller vier Jahre Garantie, wodurch Anwender Planungssicherheit für präzisere Wartungsintervalle gewinnen. Die Leitungen sind ab Lager verfügbar und ohne Mindermengenzuschlag ab einem Meter bestellbar. Alternativ liefert das Unternehmen die Komponenten auch als anschlussfertig konfektionierte Produkte. (mc)

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