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Konfidenzlevel-Analyse von Wearables
Den Fahrerzustand ermittelt Audi Fit Driver über die Fahrzeugsensorik und Wearables wie etwa Smartwatches und Fitnessbänder. „Self-Tracking und Digital Health sind Megatrends, die wir weltweit über alle Altersgruppen hinweg beobachten“, sagt Franz Mirlach, in der Vorentwicklung zuständig für den Bereich Online und Car-to-X.
„Die Menschen achten heute mehr auf ihre Fitness und wollen ihre Gesundheitsdaten monitoren.“ Immerhin werden im Jahr 2016 weltweit etwa 100 Millionen Wearables verkauft, bis 2020 soll sich diese Zahl sogar noch einmal verdoppeln.
„Wir integrieren die Wearables in die Fahrerzustandserkennung bei Audi Fit Driver, da sie auch außerhalb des Autos Daten erheben, zum Beispiel zur Fitness oder Schlafqualität“, sagt Mirlach. Die Daten werden vom Wearable zu einer App auf das Smartphone und dann weiter an das Auto vermittelt. „So erhalten wir eine genaue Zustandsbeschreibung des Fahrers, etwa, ob er gerade angespannt oder müde ist“, erklärt der Audi-Mitarbeiter weiter.
Audi Fit Driver arbeitet mit lernenden Algorithmen, die sich individuell auf den Einzelnen einstellen. „Denn jeder Mensch wird von anderen Dingen gestresst. Das System wird besser, je öfter man es nutzt“, erläutert Projektleiterin Stark.
Messwerte der Fahrzeugsensorik, zum Beispiel Lenkbewegungen oder das aktuelle Fahrverhalten, ergänzen die Auswertung. Wenn das System merkt, dass der Fahrer angespannt ist, bietet es ihm zum Beispiel eine entspannende Atemübung oder eine wohltuende Massage an.
Allerdings ist nicht jedes Wearable für Audi Fit Driver geeignet: „Voraussetzung ist, dass es den Audi-Standard für Messqualität bei den Vitaldaten erfüllt“, erklärt Mirlach. Das bedeutet, dass Audi ein sogenanntes Konfidenzlevel in Bezug auf die Genauigkeit der Datenerfassung definiert. Die Qualität der Pulsmessung beispielsweise wird mithilfe einer parallel durchgeführten EKG-Messung kontrolliert.
„Neu ist die Möglichkeit, im Auto durch HRV-Biofeedback aktiv Stress abzubauen und die Konzentration zu verbessern“, erklärt Thomas Mann, der die Audi Fit Driver App entwickelt. Wenn eine verringerte Herzratenvariabilität festgestellt wird, bietet Audi Fit Driver eine entspannende Atemübung an.
Sobald der Fahrer die Übung startet, gibt das MMI optisch den Rhythmus für das Ein- und Ausatmen vor – etwa sechs Atemzüge pro Minute. Gleichzeitig leitet eine angenehme Stimme aus dem Lautsprecher die Übung akustisch an. Ein Sensor kontrolliert den Herzschlag.
Das langsame und tiefe Atmen entspannt und verbessert schon nach kurzer Zeit das Wohlbefinden. Das bekommt der Fahrer auch optisch zurückgemeldet, sodass er seinen Übungserfolg auch bewusst wahrnimmt.
„Dieses sogenannte Biofeedback wird heute schon im Leistungssport und in der Medizin erfolgreich eingesetzt“, erklärt Dr. Elsler. Die Anwendung von Entspannungsübungen unter der Nutzung von HRV-Biofeedback hat einen positiven Einfluss auf das autonome Nervensystem, denn der Organismus wird in einen ausgeglichenen, leistungsfähigen Zustand versetzt, was die Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit verbessert. „Dabei hilft Audi Fit Driver nicht nur Stress abzubauen, sondern auch den Fahrer stressresistenter zu machen.“
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