Farnell-Umfrage Frauen in der Technik: Erfahrungen, Herausforderungen, Chancen

Von Margit Kuther

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„Frauen auf der ganzen Welt sind in der Elektronikindustrie nach wie vor unterdurchschnittlich vertreten und erleben immer noch verschiedene Formen von Sexismus und Diskriminierung, aber es gibt positive Trends“, so das Ergebnis einer globalen Umfrage von Farnell.

Die Ergebnisse der globalen Umfrage 2022 zum Thema „Frauen in der Technik“ von Farnell zeigen eine starke Unterstützung für Frauen seitens aller in der Branche.
Die Ergebnisse der globalen Umfrage 2022 zum Thema „Frauen in der Technik“ von Farnell zeigen eine starke Unterstützung für Frauen seitens aller in der Branche.
(Bild: Farnell)

Farnell hat die Ergebnisse der zweiten jährlichen globalen Umfrage zum Thema „Frauen in der Technik“ bekannt gegeben, die aufdecken, dass alle Geschlechter in Bezug auf die Unterstützung von Frauen in der Elektronik-/Technikbranche übereinstimmende Ansichten haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass Ungleichheit angegangen werden muss und dies wichtig ist, um die Gleichbehandlung aller zu erreichen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Frauen auf der ganzen Welt in der Branche weiterhin unterdurchschnittlich vertreten sind und immer noch verschiedene Formen von Sexismus und Diskriminierung erleben.

Gemeinsam mit der element14 Community hat Farnell im Juni 2022 die zweite jährliche globale Umfrage zum Thema „Frauen in der Technik“ gestartet, um die Erfahrungen, beruflichen Laufbahnen, größeren Herausforderungen und Chancen von Frauen in der Technik-/Elektronikbranche zu beleuchten. Die globale Umfrage soll direkte Einblicke von allen Mitgliedern der Branche liefern, um mehr über die aktuellen Hindernisse auf dem Weg zur Gleichstellung zu erfahren und zu verstehen, wie diskriminierende Praktiken in Belegschaften verringert werden können, während auch ein Blick in die Zukunft geworfen wird.

Neue Fragen zu Diskriminierung, Sexismus und Gleichberechtigung wurden in die Umfrage 2022 aufgenommen, da diese kritischen Themen in der Analyse der Umfrage 2021 als Schlüsselbereiche festgestellt wurden.

Dianne Kibbey, Global Head of Community and Social Media für die element14 Community, erklärt dazu: „Die Ergebnisse der diesjährigen globalen Umfrage zum Thema „Frauen in der Technik“ sind ein starkes Indiz dafür, dass sich die positiven Trends zur Verwirklichung der Gleichbehandlung aller Geschlechter fortsetzen. In Bezug auf die Herausforderungen, mit denen Frauen in unserer Branche konfrontiert sind, wurden unterschiedliche Meinungen geäußert, die Arbeitgebern dabei helfen können, zu verstehen, was für Frauen am Arbeitsplatz gut funktioniert und was verbessert werden könnte. Insgesamt hoffen wir, dass diese inklusiven Erkenntnisse aus der Praxis dazu beitragen werden, dass Unternehmen weltweit neue Richtlinien implementieren, um bessere Arbeitsumgebungen für alle zu schaffen.“

Wichtige Erkenntnisse

Wichtige Erkenntnisse der globalen Umfrage zum Thema „Frauen in der Technik“:

  • 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in Situationen von Diskriminierung eingreifen würden. Als größtes Hindernis für tatsächliches Eingreifen wurde jedoch das Dienstalter der Person genannt, die sich diskriminierend verhält. Ein kleiner Prozentsatz meinte, dass er nicht eingreifen würde, weil Diskriminierung oder Sexismus Teil der Unternehmenskultur sei.
  • Während sich Frauen davon überzeugt erklärten, dass sie als weniger technisch versiert wahrgenommen werden als Männer, teilten die männlichen Befragten diese Ansicht nicht.
  • Laut den befragten Männern besteht aber das Problem, dass Frauen „bei Karrierechancen zu kurz kommen“.
  • Es ist offensichtlich, dass es immer noch Sexismus und Diskriminierung gibt, aber die Situation verbessert sich. 25 Prozent der Befragten gaben immerhin an, noch nie Sexismus in der Elektronik-/Technikbranche erlebt zu haben.
  • Zu den anderen genannten Herausforderungen im Zusammenhang mit Diskriminierung gehörte, dass sich einige Frauen bei ihrem beruflichen Werdegang untereinander Steine in den Weg legten, auch wenn in diesem Fall die Barriere nicht so groß war wie jene, die von Männern ausging. Die Selbstvermarktung von Frauen wurde in der diesjährigen Umfrage als ein zentrales Thema hervorgehoben, wobei Frauen entweder benachteiligt werden, weil sie ihre Erfolge nicht positiv kommunizieren, oder als „aggressiv“ wahrgenommen werden.
  • Über die Vereinbarung von Berufs- und Privatleben denken die verschiedenen Geschlechter ähnlich. Die Entlohnung ist jedoch ein Bereich, bei dem sich die Geister wesentlich scheiden. Männer gaben seltener an (12 Prozent), Gehaltsunterschiede gesehen zu haben, im Vergleich zu mehr als 40 Prozent der weiblichen Befragten.
  • Alle Geschlechter teilten ähnliche Ansichten in Bezug auf die Durchsetzung von Richtlinien. Die Begeisterung für Inklusions- und Diversitätsinitiativen ging allerdings insgesamt von 40 Prozent im Jahr 2021 auf etwa 25 Prozent im Jahr 2022 zurück.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass das Angebot von Mentoring- und Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen wichtig sei. Mentoren werden als Schlüssel zur Sicherstellung von Anerkennung angesehen, indem sie als Verfechter fungieren. Mehr als drei Viertel der Frauen waren der Meinung, dass Mentoring ihnen in ihrer Karriere geholfen hat.

Erfolgsgeschichten

Im Rahmen der Umfrage wurden auch viele anekdotische Erfolgsgeschichten von Frauen geteilt, die in der Elektronik-/Technikbranche bereits Großes leisten:

  • Eine Frau berichtete darüber, wie es ihr gelang, das Neugeschäft von einem Kunden um 233 Prozent zu steigern – ein bedeutender Erfolg. Sie erklärte: „Ich habe Google als Kunden übernommen, als ich im Vertriebsinnendienst tätig war. Durch Fleiß, Zusammenarbeit auf hohem Niveau und eine starke Ausrichtung auf Mehrwertdienste … haben wir ihren Auftragsumfang über mehrere Jahre hinweg von weniger als 30.000 auf eine Million gesteigert. Der Besuch ihres Campus und die persönliche Begegnung mit den Elektronikentwicklern während dieses Zeitraums war eine der lohnendsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe.“
  • Eine andere Frau kommentierte: „Siebenundzwanzig Jahre in der Technik. Darauf bin ich stolz.“
  • „Bosch hat meinen PPAP (Production Part Approval Process) akzeptiert, als ich in einem Automobilunternehmen als Praktikantin tätig war.“

Es gab eine überwältigende Resonanz vonseiten aller Geschlechter, die Frauen ermutigen, selbstbewusster zu sein, auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen und sich der Herausforderung einer Tätigkeit in der Technik zu stellen. Zu den vorrangigen Anreizen, die Frauen zu einer Karriere in der Technik führten, gehörten die Fähigkeit, an verschiedenen Projekten zu arbeiten (25 Prozent), Möglichkeiten, eine Vorschau darauf zu erhalten, was in der Technologie als nächstes kommt, und zu sehen, wie dies zum Leben erwacht (16 Prozent), sowie die berufliche Entwicklung (zehn Prozent). Die Möglichkeit, Flexibilität zu genießen und Berufs- und Privatleben zu vereinbaren, war für Frauen bei dieser Umfrage mit 21 Prozent viel wichtiger als in den Ergebnissen von 2021.

Der Weg ist noch lang

Die Ergebnisse der Umfrage 2022 entsprechen den in der Umfrage 2021 aufgezeigten Trends und verdeutlichen die Fortschritte in der Branche. Es muss jedoch noch mehr getan werden, um Sexismus gänzlich zu beseitigen und Fairness für alle zu gewährleisten. Einige Beispiele für Sexismus und Diskriminierung in der Praxis, die im Rahmen der Umfrage geteilt wurden, waren folgende:

  • „Ich war in einer Position, in der ich die einzige Frau und eine Top-Performerin war, dennoch habe ich 20 Prozent weniger als der Mann mit dem geringsten Gehalt im Team erhalten.“
  • „Führungskräfte haben mir vor meiner ersten großen Konferenz geraten, in der Frauenabteilung Kleidung für die Veranstaltung einzukaufen und mich femininer zu kleiden.“
  • „Mir wurde gesagt, dass ich mich „sexy anziehen“ solle, wenn ich Präsentationen bei Geschäftsführern mache, um neue Aufträge zu gewinnen.“
  • „Mein Mentor/Professor in meinem Kurs hat mir gesagt, dass ich es in der Technik nicht schaffen würde, da ich viel besser sein müsste als die Männer.“
  • „Eine Berufschance auf Direktionsebene wurde direkt an einen männlichen Kollegen weitergegeben, ohne dass die Stelle ausgeschrieben wurde.“

Prozess

Die globale Umfrage von Farnell dauerte acht Wochen und stand Teilnehmern aller Geschlechter offen, die in der Elektronik-/Technikbranche arbeiten. Sie startete am International Women in Engineering Day (23. Juni). Die meisten Befragten (75 Prozent) in diesem Jahr kamen aus Europa und Nordamerika, weitere Antworten gingen aus dem asiatisch-pazifischen Raum, Mittel- und Südamerika, China, dem Nahen Osten und Afrika ein. Es gab eine gleichmäßige Altersverteilung, insbesondere in der Gruppe zwischen 25 und 54 Jahren (insgesamt 74 Prozent), wobei 57 Prozent der Befragten über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Technik verfügten.

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