Wegen des exponentiell wachsenden Energiehungers durch KI-Anwendungen ist es nur logisch, dass Intel Foundry effizientere Technologien für die Halbleiterfertigung erforscht. Drei zentrale Neuerungen präsentierte das Unternehmen auf dem 2024er International Electronic Devices Meeting (IEDM).
Intell stellt zum IEDM 2024 drei wesentliche Neuerungen vor.
(Bild: Intel)
Transistoren: Gate-All-Around und neue Materialien
In der Transistortechnologie stellte Intel neue Entwicklungen rund um Gate-All-Around-Transistoren (GAA) vor. Besonders hervorgehoben wurde die Skalierung von Silicon RibbonFETs auf eine Gate-Länge von nur 6 nm bei einer Kanaldicke von 1,7 nm. Diese Architektur zeichnet sich durch hervorragende Transporteigenschaften aus, die durch die verkleinerte Kanaldicke und die optimierte Source-Drain-Architektur erreicht werden. Dadurch wird eine effizientere Steuerung des Stromflusses und eine verbesserte Schaltleistung ermöglicht. Anwendungen, die eine hohe Packungsdichte und einen niedrigen Energieverbrauch erfordern, profitieren besonders davon.
Darüber hinaus wurde erstmals die Integration von zweidimensionalen Materialien wie Molybdän-Disulfid (MoS₂) in GAA-Transistoren vorgestellt. Diese Materialien bieten eine höhere elektrische Mobilität und ermöglichen es, die Kanaldicke auf atomare Dimensionen zu reduzieren, was eine präzisere Steuerung des Transistorverhaltens erlaubt. Erste Tests zeigen vielversprechende Ergebnisse, darunter eine Verbesserung des Stromflusses und eine Reduktion des Subthreshold-Slopes. Intel sieht in diesen Entwicklungen Potenzial, insbesondere bei Anwendungen mit hohen Leistungsanforderungen wie KI.
Zusätzlich hebt Intel hervor, dass GAA-Architekturen und neue Materialien wie MoS₂ die Grundlage für zukünftige Transistoren bilden könnten, die bei extrem niedrigen Spannungen von unter 300 mV betrieben werden. Dies würde nicht nur den Energieverbrauch senken, sondern auch die Effizienz in Hochleistungsanwendungen steigern.
Fortschritte im Packaging: Selective Layer Transfer
Eine weitere zentrale Neuerung ist die "Selective Layer Transfer"-Technologie. Diese Methode ermöglicht die schnelle Montage von Chiplets mit einer Dicke von unter einem Mikrometer. Mithilfe eines anorganischen Infrarot-Laser-Debonding-Prozesses können Chiplets effizienter und mit höherem Durchsatz als bisher transferiert werden.
Selective Layer Transfer überwindet bestehende Einschränkungen der Chiplet-Montage: Während bisher mehrere Stunden oder Tage für die Montage benötigt wurden, verspricht diese Technologie eine Abwicklung innerhalb weniger Minuten. Zudem ermöglicht sie eine flexiblere Integration unterschiedlicher Halbleiterprozesse und Speichertypen, wodurch sowohl Kosten als auch die Funktionalität verbessert werden. Ein Beispiel ist die Kombination von KI-Beschleunigern mit hochleistungsfähigen Speichermodulen, um datenintensive Anwendungen effizienter zu gestalten.
Darüber hinaus unterstützt die Technologie die Entwicklung modularer Systeme. Chiplets unterschiedlicher Größen und Funktionen können effizient verbunden werden, um komplexe Computing-Systeme zu schaffen. Diese modulare Architektur adressiert spezifische Anforderungen wie die Reduzierung von Latenzzeiten oder die Steigerung der Bandbreite. Insbesondere durch die Integration von Konnektivitätslösungen können Netzwerklatenzen vermieden und Bandbreitenengpässe beseitigt werden.
Interconnects: Subtraktive Ruthenium-Technologie und Power Via
Intel präsentierte zudem neue Ansätze im Bereich der Interconnects. Die subtraktive Ruthenium-Technologie bietet eine Alternative zu Kupfer in engen Verbindungsebenen. Durch den Einsatz von Ruthenium und Luftspalten kann die Kapazität um bis zu 25 % reduziert werden, ohne die elektrische Leitfähigkeit zu beeinträchtigen.
Diese Innovation adressiert die steigenden Herausforderungen bei der Miniaturisierung von Halbleitern, insbesondere den wachsenden Widerstand und die sinkende Effizienz von Kupferverbindungen bei kleineren Strukturgrößen. Erste Implementierungen in Pilotprojekten zeigen, dass diese Technologie sowohl in Forschungslaboren als auch in industriellen Produktionsumgebungen erfolgreich eingesetzt werden kann. Intel betont zudem, dass diese Methode kosteneffizient ist und eine verbesserte Ausbeute bietet.
Zusätzlich stellt die Kombination von Power Via und Ruthenium-Interconnects einen weiteren Durchbruch dar. Diese Technologien schaffen die Voraussetzungen für höhere Energieeffizienz und eine verbesserte Leistung innerhalb von Chips. Besonders hervorzuheben ist das Hybrid-Bonding-Interconnect-Pitch-Scaling, das eine höhere Bandbreitendichte zwischen heterogenen Komponenten ermöglicht. Ein Beispiel dafür ist die nahtlose Kommunikation zwischen KI-Prozessoren und spezialisierten Speichermodulen, die datenintensive Workloads beschleunigen.
Zukunft der Halbleiter: Energieverbrauch ist der Flaschenhals
Mit den vorgestellten Technologien will Intel den steigenden Anforderungen moderner Anwendungen wie KI und High-Performance-Computing gerecht werden. Intel betont, dass Fortschritte in Packaging, Transistortechnologie und Interconnects nicht nur die Leistungsfähigkeit steigern, sondern in erster Linie Kosten und Energieeffizienz verbessern sollen. Beispielsweise können die subtraktive Ruthenium-Technologie und Power Via dazu beitragen, den Energieverbrauch moderner Rechenzentren erheblich zu senken und den ökologischen Fußabdruck der Halbleiterindustrie zu reduzieren. Konkrete Ziele sind also nicht nur die gesteigerte Packungsdichte, sondern vor allem eine verbesserte Energieeffizienz für datenintensive Workloads. (mc)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.