ARM vs. x86

Embedded Computing mit ARM – zukaufen oder selbst entwickeln

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Standards bieten Herstellerunabhängigkeit

Warum ist aber die Standardisierung gegenüber anderen vorgefertigten herstellerspezifischen ODM-Modulen und -Boards so wichtig, wenn es am Ende doch um ein OEM-spezifisches Design geht? Es geht selbstverständlich wie immer um Kosteneinsparungen und Zeitgewinne und die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern.

Das erste µQseven-Modul mit Freescale i.MX 6 ist nämlich nicht nur von einem Hersteller erhältlich, sondern von Anfang an auch als Second Source verfügbar. Anbieter von Qseven- und µQseven-Modulen mit Freescale i.MX 6 gibt es mittlerweile knapp ein Dutzend. Man kann folglich davon ausgehen, dass stets wettbewerbsfähige Preise gebildet werden.

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Zudem hat sich auch ein Ökosystem ausgebildet, das von Carrierboards für die kundenspezifischen Designs über Evaluierungskits bis hin zu Design Guides und Schulungen für Carrierboard-Designs reicht. Hinzu kommt auch eine Entwicklercommunity, die sich untereinander austauschen kann – bis hin zu Re-Use-Modellen für Carrierboard-Designs unter nicht direkt konkurrierenden Anwendern.

Ein solcher Lösungsansatz ist also deutlich offener, als bei proprietären Boards- oder Modullösungen einzelner Hersteller.

Nur Standards bieten Langzeitverfügbarkeit

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass man auch nach vielen Jahren noch Module beziehen kann, die funktionsidentisch ausgetauscht werden können, wenn das bestehende Prozessordesign einmal abgekündigt wird.

Dass sich diese Langzeitverfügbarkeit bei x86 bewährt hat, kann man bei ETX-Modulen sehen. Auch sie sind heute noch mit vollem ISA- und PCI-Bus-Support verfügbar, auch wenn sich die PC-Standards schon seit mehr als zehn Jahren von diesen Bus-Lösungen verabschiedet haben. Kunden können also relativ sicher davon ausgehen, dass es in diesem Ökosystem auch Anbieter geben wird, die nicht nur den Hype, sondern auch die Langzeitverfügbarkeit dieser Technologien betreuen werden, um Legacy-Applikationen noch über Jahre und Jahrzehnte hinweg zu unterstützen.

Zum Vorteil des OEM-Kunden, der seine einmal entwickelte Applikation über mehrere Jahrzehnte hinweg weiter verkaufen und damit den Erfolgsfaktor Return-on-Investment weiter optimieren kann. Und das ist bei diversen industriellen Applikationen öfters der Fall, als man denkt.

Dies ist letztlich ein Mehrwert, den kein proprietäres ARM-Design bieten kann. Es sprechen also viele Gründe dafür, auch bei ARM auf Embedded-Formfaktor-Standards wie Qseven und µQseven zu setzen.

Standardanbieter bieten mehr Service

Haben Anwender sich einmal zu dieser Standardisierung und den Einsatz von Modulen entschieden, bleibt die Frage offen, bei welchem Anwender soll ich nun mein Modul beziehen? Hier zählt neben den passenden Modulen auch die Markstellung und Fokussierung des Unternehmens auf Boardlevelprodukte sowie begleitende Embedded-Design- & Manufacturing-Services, sodass kein Wettbewerb auf Systemlevel entstehen kann.

Neben solchen strategischen Entscheidungen ist aber auch wichtig, dass der tägliche Umgang in der Design-In-Phase problemlos und effizient vonstatten geht. Unternehmen die einerseits eine umfassende Dokumentation sowie industriegerechte Treiberimplementierungen vorweisen können und die andererseits aber auch persönlichen Integrationssupport bieten, wenn diese umfassenden Vorarbeiten für den Kunden nicht ausreichen, haben hier sicherlich die entscheidenden Wettbewerbsvorteile.

Denn sie ermöglichen, dass OEMs diese Prozessortechnologie besonders schnell und effizient in ihre individuellen Applikationen integrieren können.

* Christian Eder ist Marketing Director bei congatec

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