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Bauformen der Bolzenklemmen
Bei der industriellen Nutzung haben sich Bolzenklemmen in zwei Bauformen etabliert. Neben Applikationen mit einer gemeinsamen lösbaren Kontaktstelle auf einem Bolzen finden sich Applikationen, in denen der kundenseitige Anschluss vom herstellerseitigen Anschluss getrennt sein soll. Die Intention ist zum einen die Zugänglichkeit der Anschlussstellen im Endprodukt. Zum anderen kann die Differenzierung im Gewährleistungsfall Grund dafür sein, den Kundenanschluss von der Herstellerseite zu entkoppeln.
Technisch müssen Einbolzenklemmen keinen Strom über das Schraubgewinde übertragen. So können sie die Nennströme der normativ anschließbaren Querschnitte des Ringkabelschuhs tragen. Tabellen der oben genannten DIN EN Normen berücksichtigen die physikalisch möglichen Kräfte in Relation zum Querschnitt-abhängigen Strom.
Vorteile für den Anwender
Obwohl die Bolzenanschlussklemme breiter ist als jede andere Anschlusstechnik gleichen Querschnitts, und obwohl das Vercrimpen und Verschrauben geeignete und regelmäßig kalibrierte Werkzeuge erfordern, bietet diese Verbindungstechnik eindeutige Vorteile. Moderne Bolzenanschlussklemmen offerieren die größten gasdichten Kontaktflächen, und damit hohe Sicherheitsreserven in rauer oder aggressiver Umgebung. Die Verbindung besitzt eine hohe Festigkeit, die sich in den Vorgaben der Grenzwerte für den Leiterauszug widerspiegelt. Im Vergleich zum direkt angeschlossenen Leiter nach IEC 60999-1 wird ein Ringkabelschuh auf seinen Leiterauszug nach IEC 60352-2 mit bis zu fünfmal höheren Werten geprüft.

Leiter mit dem Ringkabelschuh können zunächst auf den Klemmpunkt aufgelegt werden, bevor die Verbindung festgezogen wird. Steckbrückensysteme ermöglichen die einfache Potenzialverteilung über mehrere Klemmpunkte. Die ehemals verlierbaren Sechskantmuttern werden heute als Hutmutter unverlierbar in einem Klappdeckel festgehalten und können mit Standard-Schraubendrehern bedient werden (Bild 3).
Einsatzgebiete dieser Anschlusstechnik
Besonders in Nord- und Südamerika sowie in Japan ist der Bolzenanschluss bis heute im Einsatz. Auch in der Generator- und Motoranschlusstechnik – speziell bei höherer Leistung und extremer Vibration – ist der Bolzenanschluss weltweit beliebt. Außerdem wird er gern in der Leistungsverteilung hoher Ströme genutzt, denn die Leiter sind auf den Klemmpunkten einfach fixierbar. Auch Stromschienen kontaktiert man in vergleichbarer Weise miteinander. Sechskantmuttern und -schrauben können mit den entsprechenden Werkzeugen Verbindungen für hohe Ströme schaffen.
Auch für den Schienenverkehr mit seinen ständigen Vibrationen ist die Anschlusstechnik interessant. Gleich- und Wechselstromtechnik in großen Querschnitten sowie die rauen Umgebungsbedingungen machen hier die Bolzenanschlusstechnik unverzichtbar. Zudem können Abgriffe von Kontaktpunkten in Schienenfahrzeugen leicht nachgerüstet werden – ohne zusätzliche Reihenklemmen.
*Torsten Schloo ist Mitarbeiter im Produktmarketing Industrielle Verbindungstechnik bei Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg.
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