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Jeder, der sich mit dem Thema Wiederverwendung schon einmal befasst hat, weiß, dass bei mehreren hundert oder tausend Anforderungen, die geändert, kopiert, versioniert oder gebrancht werden, schnell der Überblick verloren geht. Es ist fast unmöglich, nachzuvollziehen, wer an welcher Stelle Änderungen an den Anforderungen vorgenommen hat, warum und wer das genehmigt hat. Geschweige denn, welche Auswirkungen dies auf andere, verbundene Anforderungen hat.
Change Management: Wer hat was, wann, warum geändert?
Durch die Verbindung der Wiederverwendung mit einem Change Management lassen sich alle diese Fragen beantworten, unnötige Parallelentwicklungen (Branching) und eine Versionierung von Objekten werden vermieden, es sei denn, dies ist autorisiert und strategisch erforderlich. Änderungsanforderungen gehen ein, werden gefiltert und von verschiedenen Review Boards weitergeleitet. Die Änderungsanforderungen werden genehmigt und Anwendern zur Umsetzung zugewiesen.
Im Idealfall wird durch den Änderungsmanagementprozess definiert, welche Arten von Änderungen vorgenommen werden können, z.B. Modifikationen, Parallelentwicklung (Branching), Baselining oder andere Maßnahmen. Nur dann kann ein Analyst die Anforderung modifizieren, was eine entsprechende Versionierung oder Parallelentwicklung für das System bewirkt und in die jeweiligen Mitteilungen einfließt.
Ein einzig richtiges Wiederverwendungsmodell gibt es nicht
Neben diesen Modellen gibt es weitere Vorgehensweisen zur Wiederverwendung von Anforderungen. Die einzig richtige Lösung gibt es nicht. Letztendlich muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, welches Modell am besten geeignet ist. Selbst die Wiederverwendung von Anforderungen an sich ist nicht für jede Firma geeignet.
Das Anforderungsmanagement steckt bei vielen Unternehmen noch in den Kinderschuhen. Solche Unternehmen verwenden Anwendungen wie Word oder Excel zur Erfassung und Verfolgung von Anforderungen. Sie haben noch nicht das Nutzungsniveau der Anforderungen erreicht, das eine Wiederverwendung erforderlich macht. Hier sind eher Funktionen für den einfachen Dokumentenimport, Rich-Text-Unterstützung und nachgeschaltete Verfolgbarkeit gefragt, damit Geschäftsanwendungen vereinfacht werden.
Verwaltet ein Unternehmen jedoch parallel zahlreiche Projekte und Tausende von Anforderungen, ist die Wiederverwendung tatsächlich ein Konzept, das enorme Vorteile bietet.
*Kerstin Nagel ist Teamlead Marketing bei MKS in Deutschland. Kontakt: Kerstin.Nagel@mks.de
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