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Eine echte Wiederverwendung muss zumindest einen Verweis haben, woher der ursprüngliche Inhalt stammt. Und hier trennt sich bereits die Spreu vom Weizen, denn nur wenige Lösungen bieten überhaupt die Möglichkeit, die Kopie in Beziehung zur ursprünglichen Anforderung zu stellen.
Ist diese Funktion gegeben, eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten der Wiederverwendung. Der Unterschied liegt darin, wie dieser Link eingesetzt wird. So können Anforderungen zum Beispiel mit einer Änderungsmitteilung wiederverwendet werden. Hier werden die Anforderung sowie sämtliche dazugehörigen Informationen (Daten, Metadaten und Beziehungen) in ihrer Gesamtheit wiederverwendet. Jede im Wiederverwendungsszenario vorgenommene Änderung an den Anforderungen verursacht eine Änderungsmitteilung bei der alle Artefakte, die auf diese Anforderung bezogen sind, als „verdächtig“ markiert werden.
Eine Weiterentwicklung dieses Modells ist die Wiederverwendung von Anforderungen mit Annotationen. In diesem Modell werden nur einige zur Anforderung gehörenden Informationen als Kandidaten zur gemeinsamen Nutzung (sharing) und Wiederverwendung identifiziert. Die übrigen Informationen gehören spezifisch zum Projekt oder Dokument. Die gemeinsam genutzten Informationen sind im Repository gespeichert, während die anderen der Projekt- bzw. Dokumentenreferenz zugeordnet sind. Jede Instanz der wiederverwendeten Anforderung hat ihre eigenen Metadaten und Beziehungen.
„Verdächtige“ Artefakte werden automatisch markiert
Der Projekt- bzw. Dokumentenstatus kann unabhängig sein vom Status der Anforderungen, die im Projekt- bzw. Dokumentenstatus enthalten sind. Bei Änderung gemeinsam genutzter Informationen werden automatisch neue Anforderungsversionen erstellt. Diese Änderungen, die neue Revisionen hervorrufen, können andere Referenzen wie auch andere Elemente im System als verdächtig erfassen.
Grund ist der Welleneffekt, der durch die Änderung ausgelöst wird. So können Änderungen an Anforderungen Auswirkungen auf nachfolgende Testfälle oder das Pflichtenheft haben. Sobald ein Projekt oder Dokument bezüglich der Metadaten unabhängig ist, lässt sich ein dynamisches Konzept (gemeinsame Nutzung) oder ein statisches Konzept (Wiederverwendung) der Wiederverwendung entwickeln. Der Projektmanager oder Analyst entscheidet, ob Konsistenz gewahrt und die neue Anforderung dynamisch integriert werden soll oder ob die Anforderung „eingefroren“ wird, so dass die Änderung keine Auswirkung auf die anderen Projekte hat.
Dies sind zwei Beispiele, wie Anforderungen mittels verschiedener Tools wiederverwendet werden können. Eines der zurzeit modernsten am Markt erhältlichen Tools ist die Application-Lifecycle- Management-Software MKS Integrity, die mit ihren Funktionen die Wiederverwendung auf ein neues Leistungsniveau hebt. Das Tool verbindet die Wiederverwendung mit Annotationen mit einem Change Management, das steuert, wie und wann Anforderungen überhaupt geändert und wiederverwendet werden.
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