Ein Kasten zum Rollen, ein Knopf zum Klicken, gezieltes Auswählen gewünschter Flächen: Als Douglas Engelbart 1968 erstmals die Computermaus demonstrierte, war dies eine Revolution der Eingabegeräte. Zumal es zu diesem Zeitpunkt nicht einmal kommerzielle GUIs gab.
Die erste Maus: Der Prototyp des noch heute weit verbreiteten Standard-Eingabegeräts für Computer wurde 1963 von Bill English nach Skizzen von Douglas Engelbart gebaut.
In den 1950er- und 1960er-Jahren waren Rechner leistungsfähig, aber aus Sicht der Bedienung ausgesprochen unhandlich. Interaktion bedeutete meist Stapelverarbeitung, Lochkarten und Kommandoeingaben. Der Computer war ein System zur Berechnung, nicht zur direkten Arbeit am Bildschirm. Genau an diesem Punkt setzte eine Entwicklung ein, die später weit über ein einzelnes Eingabegerät hinausweisen sollte.
Douglas Carl Engelbart, 1925 in Portland geboren, war Elektroingenieur und Veteran der US Navy, wo er als Radio- und Radartechniker gearbeitet hatte. Die dort gesammelte Erfahrung mit elektronischen Anzeigen prägte sein Denken. Nach dem Krieg studierte er Elektrotechnik, promovierte später in Stanford und entwickelte Anfang der 1950er-Jahre eine Überzeugung, die seiner Zeit weit voraus war: Computer sollten nicht nur rechnen, sondern menschliches Denken, Planen und Zusammenarbeiten erweitern.
In einer Zeit, in der Großrechner vor allem Lochkarten verarbeiteten und für Batch-Jobs genutzt wurden, war das ein radikaler Perspektivwechsel. Engelbart dachte in Displays, direkter Interaktion, gemeinsamer Dokumentbearbeitung und vernetzten Arbeitsprozessen; dabei existierten zu dieser Zeit, wie Engelbart später in Interviews sagte, in den gesamten USA „nur vier, vielleicht fünf Computer“. Seine 1962 formulierte Vision der „Augmenting Human Intellect“ war ein Entwicklungsprogramm für neue Werkzeuge der Wissensarbeit.
Die Suche nach dem besseren Eingabegerät
Am Stanford Research Institute in Menlo Park untersuchte Engelbarts Team, wie Menschen effizient mit Bildschirmsystemen interagieren können. Getestet wurden unter anderem Light Pen, Joystick, Graphicon und sogar ein kniegesteuertes Eingabegerät. Diese Phase war frühe HMI-Forschung im eigentlichen Sinn: Nicht die einzelne Komponente stand im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel von Präzision, Ergonomie, Lernaufwand und technischer Umsetzbarkeit.
Der Light Pen war zwar etabliert, hatte aber klare Schwächen. Der Arm musste angehoben bleiben, längere Nutzung war ermüdend, und die Bedienung unterbrach den Arbeitsfluss. Engelbart suchte daher nach einer Lösung, die auf dem Tisch geführt werden konnte und die Bewegungen der Hand in eindeutige X- und Y-Signale überführt. Die Idee dazu leitete er aus dem Planimeter-Prinzip ab, bei dem zwei orthogonale Bewegungen messtechnisch erfasst werden.
Der Erfinder: Der Ingenieur und Computertechniker Douglas C. Engelbart (Photo von 1968) gildt nicht nur als Erfinder der Maus, er trug auch maßgeblich zur Entwicklung von Hypertext, Videokonferenzen und GUIs wie wir sie heute kennen bei.
Gemeinsam mit dem Ingenieur William English entstand daraus ein hölzerner Prototyp mit Kabel, einem Taster und zwei Rädern an der Unterseite. Offiziell hieß das Gerät „X-Y-Positionsindikator für ein Bildschirmsystem“. Entscheidend war, dass hier erstmals ein handgeführtes, tischbasiertes Zeigegerät die direkte Manipulation von Bildschirmobjekten praktikabel machte.
Die erste Maus: Elegante Simplizität
Aus technologischer Sicht war die erste Maus bemerkenswert nüchtern konstruiert. Zwei orthogonal angeordnete Räder erfassten die Bewegung in X- und Y-Richtung. In frühen Versionen wurden Potenziometer verwendet, die die Drehbewegung in elektrische Signale umsetzten. Diese Signale konnten über Analog-Digital-Wandler in den Rechner übernommen und in Cursorbewegungen übersetzt werden.
Beim Lichtstift lag ein großer Teil der Positionsbestimmung am Bildschirm selbst. Die Maus verlagerte die Erfassung in das Peripheriegerät. Damit wurde die Eingabe modularer: Mechanik und Sensorik saßen im Zeiger, die Interpretation im Rechner. Dieses Prinzip wirkt bis heute fort, von industriellen Bedienpanels bis zu modernen Eingabemodulen.
Bill English baute anhand der Zeichnungen und Konzepte von Doug Engelbart den ersten Prototypen der Computermaus. Für viele gilt er daher als ihr Mit-Erfinder.
Allerdings zeigte sich früh, dass bessere Hardware allein nicht genügt. Die Maus vereinfachte die physische Interaktion, erhöhte aber die Anforderungen an die Software. Der Rechner musste die Zeigerposition mit den auf dem Bildschirm sichtbaren Objekten abgleichen. Schon hier wurde sichtbar, was bis heute für HMIs gilt: Gute Bedienbarkeit entsteht erst durch das Zusammenspiel von Elektronik, Software und Nutzungskontext.
1968: Die Mutter alles Demos
Der entscheidende Moment kam am 9. Dezember 1968 in San Francisco. Engelbart stellte dort nicht nur die Maus vor, sondern mit dem oN-Line System (NLS) eine komplette Arbeitsumgebung. Er zeigte Textverarbeitung, Umordnen von Listen, Hypertext, Fensterdarstellung, kollaboratives Arbeiten und eine Live-Verbindung zu Kollegen im 50 Kilometer entfernten Menlo Park per Videokonferenz. Alles Dinge, die heute alltäglich sind, vor fast 60 Jahren aber geradezu revolutionär waren.
Stand: 08.12.2025
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Die Maus war das Schlüsselelement dessen, die später als „die Mutter aller Demos“ bezeichnet werden sollte. Mit ihr ließ sich auf dem Bildschirm nicht nur zeigen, sondern handeln: auswählen, verschieben, öffnen, strukturieren. Damit wurde der Computer vom Rechenautomaten zum interaktiven Medium für Wissen und Zusammenarbeit. Dass parallel eine Videokonferenz lief und Daten über ein selbstgebautes 2400-Baud-Modem übertragen wurden, unterstreicht den Systemcharakter dieser Demonstration. Engelbart präsentierte kein Einzelprodukt, sondern eine integrierte Architektur aus Eingabegerät, Display, Software, Datenübertragung und Kollaboration. Es war nicht nur die Geburt der Maus, sondern eine Demonstration des modernen digitalen Arbeitsplatzes.
Am 17. November 1970 erhielt Engelbart das Patent auf seinen „X-Y-Positionsindikator für ein Bildschirmsystem“. Was heute als der Geburtstag der Computermaus gilt, hatte aber in den 1970er Jahren noch keine sichtbare Auswirkung. Die Computerwelt war noch nicht reif genug für grafische, interaktive Bedienkonzepte: Rechner waren teuer, Nutzerkreise klein und die dominierenden Anwendungen weiter auf zentrale Rechenzentren ausgerichtet, auf die per Terminals zugegriffen wurde. Es fehlte ein weit verbreitetes Umfeld aus passender Hardware, geeigneter Software und einem nennenswerten Anwenderkreis. Selbst Unternehmen, die später zu großen PC-Anbietern wurden, konnten mit Engelbarts Ansatz wenig anfangen. Auch wenn die heute so simpel anmutende Technik in ihrer Funktion überzeugte, war sie doch ihrer Infrastruktur und ihrer Zeit voraus.
Schon damals bezeichneten die Entwickler Engelbart und English ihre Entwicklung als Maus. Wer allerdings zuerst mit dem Namen aufkam, daran konnten sich beide Männer später nicht mehr erinnern. Vielleicht lag es daran, dass in Engelbart's erstem Entwurf das Anschlusskabel der Maus nicht am oberen, sondern am unteren Ende des Geräts vorgesehen war, was der Skizze einen mausartigen Eindruck verlieh: Die Tasten wären demnach die „Ohren“, das Kabel der „Schwanz“ der Maus. Diese Konstruktion erwies sich aber schnell als unpraktisch: Bei längerem Bedienen kamen sich Unterarm des Benutzers und das Kabel ins Gehege, und Letzteres konnte sich schnell verheddern.
Das Problem wurde gelöst, in dem der Serielle Anschluss an das Vorderende des Gerätes verlagert wurde. Aber auch wenn der von ihm gebaute Maus-Prototyp nur über einen Knopf verfügte, sei schon immer der Einsatz mehrerer Maustasten vorgesehen gewesen, meinte English Jahre später.
Aus den Laboren hinaus zu den PCs
Mehrere Maustasten: Der ab 1973 am Xerox PARC entwickelte Rechner Xerox Alto setzte bereits eine Drei-Tasten-Maus wie die hier Gezeigte ein.
Die erste Maus war ein Forschungsinstrument, kein Serienprodukt. Erst durch mehrere Überarbeitungen wurde aus dem Prinzip eine marktfähige Komponente. Ein wesentlicher Fortschritt war der Wechsel von Potenziometern zu Schaftencodern. Damit wurde die Bewegung digital über Impulse erfasst, die Analog-Digital-Wandlung entfiel oder wurde stark vereinfacht. Aus Sicht der Elektronik war das ein wichtiger Schritt zu kompakteren, robusteren und wirtschaftlicheren Geräten.
Bei Xerox PARC wurde das Grundprinzip Anfang der 1970er-Jahre weiterentwickelt. Weil er mit der Radkonstruktion der Engelbart-Maus unzufrieden war, konzipierte der dort angestellte Ingenieur Ron Rider das Prinzip der Kugelmaus (siehe Bild). Ein hierin enthaltener Ball übertrug die Bewegung auf zwei orthogonale Wellen, was die Bedienung symmetrischer machte und die Mechanik besser für den Alltagseinsatz tauglich erscheinen ließ. Technologische Verbesserungen im Bereich miniaturisierter Sensorik und LED-Technik machten die Verbesserungen möglich. „Das war das einfachste Patent, das ich je bekommen habe“, erinnerte sich Rider in einem Interview mit IEEE Spectrum. „Ich habe fünf Minuten gebraucht, um mir die Idee auszudenken, eine halbe Stunde, um sie dem Anwalt zu erklären, und schon war ich fertig.“
Kugelmaus: Ab etwa 1985 wurde bei kommerziellen Rechnern die optomechanische Maus zum Standard-Eingabegerät, die auf demselben Prinzip wie Engelbarts Prototyp basierte: Beim Bewegen der Maus rollt die Kugel (1). X- und Y-Achsen übernehmen den jeweiligen Anteil der Bewegung (2). Über eine Welle werden die entsprechenden Lochscheiben gedreht (3). Infrarot-LEDs leuchten durch die Löcher (4). Sensoren empfangen die Lichtpulse, die in X- und Y-Geschwindigkeiten umgesetzt werden (5).
(Bild: Jeremykemp & Pbroks13, via Wikimedia Commons)
Die Geschichte der Maus ist eng mit der grafischen Benutzeroberfläche verknüpft. Frühere interaktive Systeme wie Sketchpad hatten zwar gezeigt, wie leistungsfähig grafische Interaktion sein kann. Im Alltag praktikabel wurde sie aber erst mit einem Zeigegerät, das lange nutzbar, präzise und schnell erlernbar war. Die Maus schuf damit eine Voraussetzung für das spätere Modell aus Fenstern, Icons, Menüs und Pointer.
Als Steve Jobs das Potential von GUI und Maus erkannte, öffnete sich der Weg für die Technologie in den boomenden Heim- und Personal-Computer-Markt der 1980er Jahre. Für die Apple-Rechner Lisa und später Macintosh musste die Maus nicht nur funktionieren, sondern in großen Stückzahlen herstellbar sein. Vereinfachte Mechanik, geringere Toleranzanforderungen und kostengünstigere Komponenten machten daraus erstmals ein massenmarkttaugliches Produkt. Aus Kosten- und Vereinfachungsgründen kam dabei, wie bei den allerersten Maus-Prototypen, nur eine Maustaste zum Einsatz. Diese Entscheidung war schon damals kontrovers. „Zwei oder drei Tasten [für eine Maus], darum ging die Debatte schon immer,“ sagte der Konstrukteur des ersten Maus-Prototypen, Bill Englsh, im Jahr 1989. „Apple hat eine schlechte Entscheidung getroffen, als sie nur eine verwendet haben.“
Mit dem 1984 erschienenen Personal Computer Macintosh machte Apple die GUI als Betriebssystem und die Maus als Standard-Eingabegerät massenmarkttauglich.
(Bild: Wikimedia Commons/GFDL)
Dennoch war es 1984 der Apple Macintosh, der der Technolgie den Durchbruch verschaffte. Das lag nicht nur an der Ergonomie der Maus, sondern auch an parallelen Fortschritten in der Elektronik: sinkende RAM-Preise, grafikfähige Displays, Bitmap-Grafik und leistungsfähigere Prozessoren. Erst diese Kombination machte grafische Systeme wirtschaftlich und alltagstauglich und die Maus als Zeige- und Eingabegerät unverzichtbar.
Der größere Kontext war seiner Zeit voraus
Douglas Engelbart wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft auf die Maus reduziert. Tatsächlich war sie nur ein Element seiner viel umfassenderen Vision. Mit NLS dachte er in Hypertext, gemeinsamer Dokumentbearbeitung, Versionierung, Videokommunikation und verteilten Wissensräumen. Viele Ingenieure waren von seiner Vorführung 1968 beeindruckt, konntenaber keine Anwendung für die damals existierende Computerwelt erkennen. Engelbart sprach nicht von schnelleren Rechenläufen, sondern von einer neuen Kultur des Arbeitens mit Information. Das war für viele Beobachter zu früh, zu komplex und zu weit entfernt vom damaligen Arbeitsalltag.
Hinzu kam seine unter Kollegen notorische Kompromisslosigkeit. Engelbart wollte keine bloße Vereinfachung für den Massenmarkt: Er wollte leistungsfähige Werkzeuge für anspruchsvolle Wissensarbeit schaffen. Dass spätere Produkte viele seiner Ideen vereinfachten, war wirtschaftlich erfolgreich, entsprach aber nur teilweise seiner ursprünglichen Absicht. So wurde ausgerechnet die Maus, also der greifbarste Teil seiner Vision, zu seiner bekanntesten Erfindung.
Die eigentliche Bedeutung der Computermaus liegt nicht im Objekt selbst, sondern im Wandel, den sie ermöglicht hat. Sie steht für den Übergang von der indirekten, stapelorientierten Rechnernutzung zur interaktiven, visuellen und personenbezogenen Computernutzung. Mit ihr wurde der Bildschirm zu einem Arbeitsraum, in dem Informationen nicht nur angezeigt, sondern bearbeitet, verknüpft und organisiert werden konnten.
Technikgeschichtlich bündelt die Maus drei Entwicklungen. Erstens wurde die Mensch-Maschine-Schnittstelle zu einem eigenständigen Innovationsfeld. Zweitens zeigte sich, wie stark Mechanik, Elektronik und Software in Eingabegeräten zusammenwirken müssen. Drittens leitete sie eine Arbeitskultur ein, in der Computer nicht mehr nur Rechenmaschinen, sondern Kommunikations- und Denkwerkzeuge sind. (sg)