Die digitale Transformation fordert eine zeitgemäße Verkabelung

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Gerätetausch durch Normen leichtgemacht

In den Normen DIN EN 50600-2-4 , DIN EN 50173-5 und ISO/ IEC 24764 ist diese Geräteverkabelung in die Segmente Bereichs- und Geräteanschlussverkabelung mit der zugehörigen GA (Geräteanschluss) genannten Schnittstelle aufgeteilt. Die aktiven Geräte sind durch möglichst kurze, gerätespezifische Anschlusskabel über die GA-Schnittstelle an die dadurch „geräteneutrale“ Bereichsverkabelung angebunden.

Damit muss beim Gerätetausch, der zudem möglicherweise mit dem Wechsel des Steckgesichts am Gerät verbunden sein kann, nur das anschlussspezifische Kabel ausgetauscht werden. Meist ist es nicht notwendig, dafür in die Bereichsverkabelung einzugreifen. Ein Gerätetausch und die damit verbundene Umverkabelung sind dadurch weniger zeit- und kostenintensiv. Die vorhandenen Strukturen bleiben vollständig erhalten.

Um die Anforderungen an die Packungsdichte zu erfüllen, sollten für die GA-Schnittstellen der jeweiligen anzuschließenden Geräte geeignete Stecksysteme ausgewählt werden. Die Normen DIN EN 50600-2-4, DIN EN 50173-5 und ISO/IEC 24764 benennen entsprechende Stecksysteme, beispielsweise den LC-DupIex- und den MTP-Steckverbinder. Darüber hinaus bietet der Markt für diese Anforderungen weitere bestens geeignete Stecksysteme.

Für die Verbindung von Rechenzentren untereinander, zum Beispiel bei redundanten Rechenzentren, Backup-Rechenzentren, oder auch nur bei der einfachen Auslagerung und Sicherung von Daten an einen anderen Standort, ist die Anbindung an MAN- und WAN-Provider-Netzwerke (Datentransportdienste oder sogenannte „Dark Fibers“) oder eigene LWL-Kabelstrecken von immenser Wichtigkeit für die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit.

Daher sollten Spezialisten diese Anbindung genauso wie die rechenzentrumsinterne IT-VerkabeIung nach dem Zweiwege-Prinzip auslegen. Für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb von LWL-Verkabelung im Rechenzentrum, ganz besonders bei deren Installation und bei Patch-Arbeiten, müssen die eingesetzten Techniker auf die Spezifika der Systeme geschult sein. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei speziell auf den LWL-Steckverbinderstirnflächen liegen. Aufgrund ihres Aufbaus reagieren diese besonders empfindlich auf Verschmutzungen und Beschädigung.

Vorteile werkskonfektionierter IT-Verkabelungssysteme

Schon unter dem Aspekt der Sicherheit ist es bei der Planung einer Neuverkabelung ratsam, werkskonfektionierte IT-Verkabelungssysteme in den Anforderungskatalog aufzunehmen. Das reduziert nicht zuletzt auch den Zeitaufwand bei der Installation. Ein weiterer Vorteil solcher Komponenten ist die einfache Skalierbarkeit, wenn die Rechenzentrumskapazität erweitert werden muss.

Werkskonfektionierte Verkabelungskomponenten ermöglichen es, zusätzliche Geräte schnell in vorhandene Strukturen zu integrieren. Ein wesentlicher Faktor für eine hohe Leistungsfähigkeit des Netzes ist das sorgfältige Auflegen der Steckverbinder. Alle Arten von Verschmutzungen müssen hierbei vermieden werden, weshalb die Steckerstirnflächen vor der Installation mit geeigneten Reinigungswerkzeugen gesäubert und anschließend mikroskopisch begutachtet werden sollten.

Fehlende Sorgfalt geht hier zulasten der Leistungsfähigkeit. Als Neuerung bietet der Markt Systeme, die eine Verschmutzung während der Installation gänzlich ausschließen und somit einen zusätzlichen Beitrag zu Sicherheit und Performance der Glasfasernetze leistet.

Eine stets aktuelle Dokumentation der Verkabelungsinfrastruktur ist für reibungslose Abläufe in einem hochverfügbaren Rechenzentrum essenziell. Änderungen müssen deshalb zeitnah und korrekt protokolliert werden, um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Ein weiterer Punkt sind die Lichtverhältnisse im Rechenzentrum, die nicht immer optimal sind und eine genaue Identifikation von Komponenten und deren Bezeichnung erschweren. Gerade die Beschriftung der Kabel sollte auch unter eingeschränkten Lichtverhältnissen einfach möglich sein, um die Arbeit der Administratoren zu erleichtern.

Fazit: Werksseitig vorkonfektionierte, qualitativ hochwertige Verkabelungskomponenten optimieren nicht nur die Leistung im Rechenzentrum. Vielmehr leisten sie auch einen Beitrag zu verringerten Wartungs- und Umrüstzeiten und reduzieren die laufenden Betriebskosten.

* Petra Adamik arbeitet als freie IT-Autorin in München.

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