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Der elektronische Steckbrief der Messräder
Der Messkörper ist während der Fahrt extremen Belastungen und daraus resultierenden unvermeidbaren Verformungen ausgesetzt. Auf Grund der mechanisch bedingten Nichtlinearitäten ist deshalb eine genaue Kalibrierung für jedes Messrad auf einem speziell dafür entwickelten Prüfstand unabdingbar. Caemax hat dazu seinen hausinternen Kalibrierprüfstand entsprechend erweitert, um eine optimale Kalibrierung der neuen Messradgrößen anbieten zu können.
Ermittelt werden die Nichtlinearitäten der sechs Komponenten: je 3 Kräfte Fx, Fy, Fz und 3 Drehmomente Mx, My, Mz – sowie ihr Einfluss auf die jeweils anderen Größen wie Crosstalk. Dabei werden pro Rad insgesamt 36 Linienschriebe aufgezeichnet, die in die automatische Linearisierung und Crosstalk-Kompensation einfließen. Jedes Messrad erhält mit den dort ermittelten Werten seinen elektronischen Steckbrief mit sämtlichen für eine exakte Online-Verrechnung notwendigen Kalibrier- und Korrekturdaten, was in einer wesentlich verbesserten Datenqualität gegenüber aktuellen Systemen resultiert.
Die Mikroprozessoren und die intelligente Firmware ermöglichen aber nicht nur die bei allen Messrädern notwendige Linearisierung und Crosstalk-Kompensation, sondern darüber hinaus auch einen blitzschnellen Abgleich. Der vor jeder Messfahrt erforderliche Abgleich erfolgt innerhalb von nur 2-3 Radumdrehungen. Nach dem Einbau der Messnabe wird zudem die Ausrichtung in x-, y- und z-Richtung anhand der Erdbeschleunigung automatisch durchgeführt. Manuelles Ausrichten mit der Wasserwaage gehört damit der Vergangenheit an.
Wirtschaftlicher Einsatz der Messräder
Eine weitere wesentliche Forderung für den möglichst wirtschaftlichen Einsatz der Messräder war es, dass sie in der Handhabe leicht sind und sich schnell montieren lassen. Beim WFT-Cx kann die Stator-Elektronik einfach vom Rad getrennt werden, was das Wuchten auf Standardmaschinen ermöglicht und den Einsatz von herkömmlichen Radschraubern erleichtert.
Der modulare Aufbau des gesamten Messkörpers bewirkt auch, dass die für die mechanische Anpassung an spezielle Fahrzeug- und Radtypen stets notwendigen Naben- und Felgenadapter separat gefertigt werden können – im Bedarfsfall sogar direkt beim Anwender. Außerdem wurden die Notlaufeigenschaften erheblich verbessert: Kommt es durch Überlast zu einem mechanischen Bruch, verzahnen sich der innere und äußere Ring des Messkörpers derart, dass eine Weiterfahrt in den meisten Fällen möglich bleibt.
Mehr als zwei Messräder gleichzeitig bedienen
Die berührungslos digital übertragenen Messdaten vom rotierenden Rad zum Stator erfolgt über eine Infrarot-Nahfeldtelemetrie. Von dort führt ein Kabelsteg zur Kontrolleinheit im Fahrzeuginneren. Die neuen Messräder sind dabei voll Schnittstellen kompatibel zu ihren Vorgängern. Vorhandene Messsysteme lassen sich weiter verwenden. Für die gesamte Steuerung und Wiedergabe der Signale kommen das Messsystem MOPS Evolution und die Erfassungssoftware RemusLAB von Caemax zum Einsatz.
Ein MOPS-TTI-Controller-Einschub kann dabei jeweils zwei Messräder gleichzeitig bedienen. Um die Messdaten von vier Rädern zu erfassen, ist die benötigte Kontrolleinheit gerade ½x19 Zoll groß. Daneben ist die simultane Erfassung vieler weiterer Messgrößen im und am Fahrzeug möglich – beispielsweise Temperaturen, Drehzahlen, Kräfte, Winkel oder Wege. Standardschnittstellen wie CAN oder Ethernet sorgen zudem für eine flexible Weiterverarbeitung der Messwerte. Einsatz finden die Messräder vom Kleinwagen mit minimaler Felgengröße von 14 Zoll bis hin zur großen Limousine, aber speziell auch an SUVs und Kleinlastern mit einem maximalen Nabendurchmesser bis 5,5 Zoll.
Wasserdicht und hohe Stoßfestigkeit bis 50 g
Neben der wasserdichten Ausführung ist vor allem die Stoßfestigkeit bis 50 g maßgeblich, was erstmals Versuche mit Schwellenüberfahrten (Speed Bumps) erlaubt. Der kühltechnisch optimierte Aufbau in Verbindung mit der guten Wärmeleitung des Alu-Messkörpers vermeidet einen übermäßigen Wärmeeintrag selbst bei mehreren Vollbremsungen hintereinander.
* Henning Pöschl ist der Geschäftsführer der Caemax Technologie in München.
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