Physical AI Beckhoff steuert Roboter und Maschinen per Sprachbefehl

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Automatisierer Beckhoff verbindet künstliche Intelligenz direkt mit der Maschinensteuerung. Auf der Hannover Messe zeigen die Entwickler, wie Nutzer Industrieanlagen künftig einfach über gesprochene Sprache dirigieren sollen.

Physical AI in der Praxis: TwinCAT CoAgent übersetzt natürliche Sprache in Maschinenbefehle und ermöglicht die intuitive Steuerung komplexer mechatronischer Systeme.(Bild:  Beckhoff Automation)
Physical AI in der Praxis: TwinCAT CoAgent übersetzt natürliche Sprache in Maschinenbefehle und ermöglicht die intuitive Steuerung komplexer mechatronischer Systeme.
(Bild: Beckhoff Automation)

Auf der Hannover Messe im April dreht es sich um die sogenannte Physical AI. Der Automatisierungstechnik-Hersteller Beckhoff präsentiert in Halle 27, wie große Sprachmodelle über standardisierte Schnittstellen reale Bewegungsabläufe in der Fabrik lenken. Anstatt starr einprogrammierte Codes Zeile für Zeile abzuarbeiten, erfassen Maschinen künftig den Kontext ihrer Umgebung und reagieren autonom auf komplexe Anforderungen. Die direkte Verbindung von generativer KI mit der klassischen, deterministischen Steuerungstechnik macht genau diesen Wandel in der Fertigungsindustrie möglich.

Auf der Vorab-Pressekonferenz zur Messe stand eine kompakte Demonstrationszelle, in der das Planarmotor-Antriebssystem Xplanar mit dem KI-Werkzeug Twincat Coagent zusammenarbeitete. Über ein Audio-Interface gaben Nutzer einfache Sprachbefehle ein. Daraufhin setzten sich die schwebenden Transportmodule in Bewegung und leiteten die jeweils geforderte Sequenz selbstständig ein. Diese Anwendung verdeutlicht, wie Mensch und Maschine in naher Zukunft in der Werkhalle interagieren: Wer eine Anlage bedienen oder anpassen will, benötigt künftig kein tiefgehendes Programmierwissen mehr.

Industrieroboter spielt Schach gegen Messebesucher

Wenn die Hannover Messe vom 20. bis zum 24. April 2026 ihre Tore öffnet, weitet Beckhoff dieses Prinzip auf eine voll integrierte Industrieanwendung aus. Im Zentrum des Messestands steht dann der modulare Industrieroboter Atro. Besucher können vor Ort beobachten, wie das System Aufgaben erlernt und übernimmt, wenn der Bediener schlicht mit ihm spricht.

Als technisches Rückgrat dieser Kommunikation dient das sogenannte Model Context Protocol (MCP), also der Schnittstelle zwischen LLM und Steuerungssoftware. Durch diesen Standard agiert die Steuerung als intelligenter Agent: Sie übersetzt die menschliche Sprache in konkrete Maschinenbefehle, plant die Bahnen der Roboterarme im Raum und übernimmt zudem laufende Diagnoseaufgaben. Um das Konzept für das Messepublikum anschaulich zu machen, tritt der Roboter am Stand zu echten Schachpartien gegen die Gäste an.

KI verlässt das Chat-Fenster

Die Grundlage für diese Entwicklung bilden Software-Werkzeuge wie der TwinCat CoAgent und der TwinCat Machine Learning Creator. Sie begleiten Anlagenbauer über den gesamten Lebenszyklus einer Maschine, angefangen bei der automatisierten Code-Generierung während der Konstruktionsphase im Engineering bis hin zur Fehleranalyse, wenn die Anlage bereits im laufenden Betrieb produziert.

Der geschäftsführende Firmengründer Hans Beckhoff misst dieser technologischen Entwicklung eine hohe historische Bedeutung bei: „Technische Erfindungen bestimmen seit jeher die Entwicklung der Gesellschaft. Künstliche Intelligenz und Physical AI werden diese Rolle mit derselben Tragweite übernehmen wie einst Dampfmaschine und Elektrizität.“(mc)

(ID:50766658)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung