Im Rahmen des Projekts „Quadrokopter, Starrflügler und Schiffsdrohnen für Such- und Rettungseinsätze“ entwickelt ein Team der Chalmers University of Technology, Schweden, ein vollautonomes System für Such- und Rettungseinsätze auf hoher See.
Drohnen mit festen Flügeln sind schneller unterwegs als Quadrokopter und können daher größere Gebiete überwachen. Hier wird das Starten einer solchen Drohne getestet.
(Bild: Christian Svensson)
In den letzten Jahren sind infolge humanitärer Krisen weltweit Tausende von Flüchtlingen und Migranten über die Meere geflohen. Ein Team der Chalmers University of Technology, Schweden, entwickelt nun ein völlig autonomes Drohnensystem, das die Effizienz und Geschwindigkeit von Rettungsaktionen auf See erhöhen kann.
Im Zusammenhang mit Flüchtlingskrisen und Migrationsströmen ist der Weg über das Meer eine riskante Route. Die Fahrt auf fragilen oder überladenen Schiffen hat dazu geführt, dass Menschen auf See ihr Leben verloren haben.
Das Such- und Rettungssystem des Chalmers-Teams setzt auf die Zusammenarbeit von Drohnen zu Wasser und in der Luft. Diese nutzen ein Kommunikationssystem, um ein Gebiet selbstständig zu durchsuchen, die Behörden auf Menschen in Not aufmerksam zu machen und Hilfe zu leisten, schon bevor Rettungsfahrzeuge mit Besatzung eintreffen können.
Drohnensysteme, die zusammenarbeiten, können mehr Leben retten
Das Drohnensystem besteht aus drei Komponenten, die zusammenarbeiten:
einer Seekatamaran-Drohne namens Seacat, die als Basis für die anderen Drohnen dient,
einer Flotte von geflügelten Drohnen, die die Umgebung überwachen sowie
einem Quadrokopter, der sich Menschen in Not nähern und Gegenstände wie Vorräte, medizinische Hilfsmittel oder Schwimmhilfen liefern kann. Der Quadrokopter kann Lasten bis zu einem Gewicht von etwa zwei Kilogramm tragen.
„Das Projekt basiert auf dem einfachen Prinzip, dass verschiedene Drohnen unterschiedliche Vorteile haben. Wenn mehrere verschiedene Arten von autonomen Drohnen zusammenarbeiten können, lassen sich die Sucheffizienz und die Reaktionsgeschwindigkeit der Rettungskräfte erheblich verbessern, was das Potenzial hat, mehr Menschenleben zu retten“, erläutert Xin Zhao, Postdoktorand in der Abteilung für Strömungsmechanik bei Chalmers. „Darüber hinaus könnte das System im Prinzip mit jedem öffentlichen Dienst oder mit Freiwilligen verbunden werden, die in irgendeiner Form Hilfe leisten könnten“, ergänzt Tomas Grönstedt, Professor in der Abteilung für Strömungsmechanik.
Batterien werden automatisch aufgeladen
Die Meeresdrohne Seacat verfügt über einen Internet-Uplink sowie eine lokale Kommunikationsverbindung, über welche die fliegenden Drohnen koordiniert werden. Außerdem verfügt sie über eine Startrampe für die Starrflügler-Drohnen.
Alle Drohnen in der Luft sind mit Kameras und einem Ortungssystem ausgestattet und können sich völlig autonom bewegen, die Schiffsdrohne folgt einer vordefinierten Route. Starrflüglerdrohnen werden nach einem intelligenten Algorithmus, der die Zahl der verfügbaren Drohnen optimal ausnutzt, automatisch Suchgebieten zugewiesen.
Wenn eine Starrflügler-Drohne Objekte im Wasser entdeckt, wird der Quadrokopter an den Ort des Geschehens geschickt, um Fotos zu machen. Die Fotos können dann über die Wasserdrohne an ein Rettungszentrum an Land gesendet werden. Die Rettungsleitstelle kann ihrerseits den Quadrokopter mit Hilfsgütern losschicken. Wenn bei einer der geflügelten Drohnen der Akku leer ist, wird sie außer Betrieb genommen und landet im Wasser in der Nähe der Seacat-Drohne, wo sie automatisch abgeholt und aufgeladen und dann wieder ausgesandt werden kann.
Start der nächsten Projektstufe
„Es ist uns bereits gelungen, einen Quadrokopter auf Seacat landen zu lassen, und die geflügelten Drohnen wurden gebaut und werden derzeit geprüft“, erklärt Ola Benderius, außerordentlicher Professor in der Abteilung Fahrzeugtechnik und autonome Systeme, der das Projekt ebenfalls geleitet hat. „Im Rahmen einer Fortsetzung des Projekts werden wir das System zusammenbauen und es in seiner Gesamtheit auf See testen.“
Die Meeresdrohne wird für den Start vorbereitet.
(Bild: Millie Skoglund, Chalmers)
Mehr über das Projekt
Das Drohnensystem wurde in Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Fahrzeugmechanik und autonome Systeme und der Abteilung für Fluiddynamik der Abteilung für Mechanik und Meereswissenschaften entwickelt. Die Schiffsdrohne und die geflügelten Drohnen wurden von Grund auf neu entworfen, gebaut und bei Chalmers getestet.
Zum Team gehören Tomas Grönstedt, Xin Zhao, Isak Jonsson und Carlos Xisto von der Abteilung für Strömungsmechanik, Ola Benderius von der Abteilung für Fahrzeugmechanik und autonome Systeme des Fachbereichs für Mechanik und Meereswissenschaften, Leif Eriksson von der Abteilung für Geowissenschaften und Fernerkundung des Fachbereichs für Weltraum, Erde und Umwelt und Christian Berger von der Abteilung für Softwaretechnik des Fachbereichs für Computerwissenschaften und Ingenieurwesen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Das Projekt wird im Rahmen der Chalmers-Forschungsinfrastruktur Revere durchgeführt und von der Transport Area of Advance finanziert. Das Projekt wird im September 2022 enden.