DDR5-Speicher für Industrieanwendungen Apacer startet Produktion von industrietauglichen DDR5-Modulen

Von Michael Eckstein

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Offiziell ist die Spezifikationen für DDR5-Speicher seit zwei Jahren verabschiedet, doch erst seit diesem Jahr nimmt der DDR5-Zug Fahrt auf. Apacer fertigt nun erste Industrial-Grade-Module mit der schnellen Speichertechnik.

Speziell für den Einsatz in anspruchsvollen Industrieumgebungen fertigt Apacer DDR5-Speichermodule in gängigen Formaten wie diesen RDIMM-Riegel mit 32 GByte.
Speziell für den Einsatz in anspruchsvollen Industrieumgebungen fertigt Apacer DDR5-Speichermodule in gängigen Formaten wie diesen RDIMM-Riegel mit 32 GByte.
(Bild: Apacer)

Der taiwanesische Speicherhersteller Apacer hat mit der Massenproduktion von industriellem DDR5-RAM in den Formaten UDIMM, SODIMM, RDIMM, ECC UDIMM und ECC SODIMM gebonnen. Aktuell sind Ausführungen mit 8, 16 und 32 GByte Kapazität erhältlich. Laut Hersteller entsprechen die Module den Anforderungen des neusten Standards JEDEC Raw Card Revision 1.0 (JEDEC 1.0). Die für die Standardisierung von Halbleitern zuständige Industrieorganisation JEDEC Solid State Technology Association hat erst kürzlich die DDR5 UDIMM, SODIMM und RDIMM Raw Card Revision 1.0 Standards für die Massenproduktion veröffentlicht. Wie Apacer angibt, sind bei seinen neusten Produkten die Timing-Definitionen und Übertragungsgeschwindigkeiten konform zum neuesten JEDEC JESD79-5A DDR5 SDRAM-Standard. Dies sorge für sehr kurze Datenzugriffszeiten.

Derzeit ist Apacer einer der ersten Speichermodulhersteller, die DDR5-Riegel als Volumenprodukt für industrielle Anwender fertigen. Entsprechend erhofft sich das Unternehmen dadurch einen Wettbewerbsvorsprung. Nach eigenen Angaben will Apacer die Implementierung von DDR5-Industrieanwendungen beschleunigen und die Einführung von High-End-Anwendungen wie intelligente Endpunkte (AIoT), Server, Rechenzentren und High-Performance Computing (HPC) vorantreiben.

SPD-Speicherschutz für zuverlässigen Betrieb

Wichtige Parameter wie Speicherkapazität, Versorgungsspannung, Timing, Anforderungen für den Refresh, Latenz usw. werden bei DDR-Speicherriegeln im SPD-Chip (Serial Presence Detect) abgelegt. Laut Apacer entscheiden diese Parameter über die Stabilität eines industriellen Systems. Falsch konfiguriert, kann bereits der Boot-Vorgang scheitern. Doch nicht nur die Manipulation der ursprünglichen Werte könne für Probleme sorgen, sondern auch Schwankungen der Versorgungsspannung – ein Grund, warum DDR5-Riegel mit eigenen Powermanagement-Controllern ausgerüstet sind.

Apacer entgegnet diesen Problemen mit einer SPD-Schreibschutztechnologie. Nach eigenen Angaben reduziert diese das Risiko von Ausfallzeiten, die durch das Löschen oder Verändern von SPD-Daten verursacht werden. Das soll für einen zuverlässigen Betrieb in industriellen Anwendungen sorgen.

Für 5G-, AIoT- und Edge-Computing-Anwendungsszenarien rüstet Apacer alle industriellen DDR5-Speicher auf Wunsch mit Schutztechnologien aus, etwa Beschichtungen gegen Verschwefelung, 30 Mikrozoll dicke Goldfingerauflagen, Underfill und Conformal Coating. So sollen sie eine sehr hohe Zuverlässigkeit und Haltbarkeit erreichen.

Seit diesem Jahr nimmt der DDR5-Zug Fahrt auf

Neben Apacer haben auch Smart Modular aus den USA und das ebenfalls taiwanesische Unternehmen Innodisk industrietauglichen DDR5-Speicher angekündigt. Innodisk hat erst im April DDR5-SDRAM in Industriequalität speziell für den Einsatz in Workstations vorgestellt. Anwendungsbereiche seien beispielsweise Wissenschaft und Medizin, Film, unternehmenskritische Anwendungen sowie Fertigung und Design.

Nach eigenen Angaben umfasst das eigene Portfolio ebenfalls UDIMM, SODIMM, RDIMM, UDIMM ECC und SODIMM ECC. Diese Speichermodule enthalten einen 30-Mikrozoll-Goldfingerauflage und eine Beschichtung gegen Verschwefelung zum Schutz der Silberlegierungen. Wide Temperature UDIMM und SODIMM-DDR5 sind laut Innodisk als Muster erhältlich.

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