Gordon Moore, der Mitgründer der Firma Intel, wollte vor 50 Jahren die Trends der damaligen Produktionstechnik für Halbleiter beschreiben und wagte eine Prognose für die nächsten zehn Jahre. Heute finden Chiphersteller nach wie vor Mittel und Wege, um die prophezeite Verdoppelung der Komponenten auf einem Chip innerhalb von etwa zwei Jahren zu realisieren.
Gordon Moore gründete mit Andy Grove und Robert Noyce 1968 die Firma Intel
(Bild: Intel Corporation)
Als Gordon Moore 1965 in der Zeitschrift Electronics seine Beobachtungen zu Trends in der damals noch jungen Halbleiterindustrie veröffentlichte, war es ein Artikel unter vielen.
Sicher, der Doktor der Physik und Chemie war kein Unbekannter in der Branche, nachdem er zunächst Fairchild Semiconductor und dann, zusammen mit Andy Grove und Robert Noyce, das Unternehmen Intel gegründet hatte. Doch im Prinzip ging es in Moores Artikel um eine hypothetische Betrachtung der Fortschritte im Herstellungsprozess von integrierten Schaltungen.
Bildergalerie
Damals ging Moore davon aus, dass die Fortschritte in der Halbleiterherstellung jedes Jahr die doppelte Anzahl an Transistoren auf einer Flächeneinheit möglich machen würden. Genauer ging es um die optimale Menge an Komponenten pro Flächeneinheit. Bei höherer Komponentendichte stieg (und steigt) der Ausschuss, so dass es in jeder neuen Fertigungsgeneration eine bestimmte Menge an Komponenten gibt, die den idealen Spagat zwischen Funktionsdichte und Anzahl der nutzbaren Chips darstellen.
Dieses „was-wäre-wenn“ Szenario dehnte Moore auf die nächsten zehn Jahre aus und erklärte auch, wie die seiner Ansicht nach auftretenden Probleme durch technische Innovationen gelöst werden konnten. Vom Mooreschen Gesetz sprach damals noch niemand.
Erst zehn Jahre später prägte der Pionier der modernen Mikroelektronik Carver Mead den Begriff, nachdem Gordon Moore die Zeitspanne von zwölf Monate auf etwa zwei Jahre korrigiert hatte. Moore und Mead gaben der rasant wachsenden Halbleiterindustrie, die die Welt revolutionieren sollte, ihre goldene Regel für die Zukunft.
10 Milliarden Transistoren pro Sekunde
Mittlerweile blickt die Welt auf 50 Jahre Moore’s Law zurück und zum Erstaunen Vieler ist das Gesetz noch immer gültig. Aus den 64 Transistoren, die Moore 1965 auf einer integrierten Schaltung untergebracht hatte (doppelt so viele wie im Jahr davor), sind bei einem Intel Core Prozessor der vierten Generation 1,4 Milliarden Transistoren geworden.
Der erste Intel Prozessor, der legendäre 4004, kam 1971 noch mit 2.300 Transistoren aus. Allein in den Intel-eigenen Produktionsstätten (Fabs) werden heute pro Sekunde 10 Milliarden Transistoren erzeugt. Um diesen Wert zu erreichen, waren rasante Fortschritte in der Fertigungstechnik notwendig.
Die zahlreichen Vergleiche, in denen diese Technikrevolution mit anderen Branchen ins Verhältnis gesetzt wird (siehe Kasten), geben nur einen unvollkommenen Überblick. Welche Fertigungstiefe nötig ist, um Produktionsprozesse in atomaren Größen zu beherrschen, ist schlichtweg unvorstellbar. Selbst die Anfänge der Chip-Herstellung, in denen die Produktstrukturen noch mit bloßem Auge zu erkennen waren, hatten schon lange nichts mehr mit den schier mittelalterlichen Methoden zu tun, die ihr Erfinder, der Pole Jan Czochralski, im Jahr 1916 verwendete.
Was wäre, wenn Moore’s Law auch in anderen Branchen gelten würde?
Autos
Ausgehend vom Jahr 1965 würde eine Tankfüllung im Jahr 2015 ein Leben lang reichen.
Häuser
Ein Hochhaus würde so viel kosten wie ein aktueller PC. Wäre das Hochhaus im gleichen Maß gewachsen, wäre es heute 35 Mal so hoch wie der Mount Everest.
Reisen
Während die Reise zum Mond 1969 drei Tage dauerte, würde sie heute – skalierend nach Moore’s Law - in einer Minute vorüber sein. Ein Flug von New York nach Neuseeland würde so viel Zeit in Anspruch nehmen wie das Schließen des Sicherheitsgurts.
IT
Hätte man damals ein Telefon mit der Leistung eines aktuellen Android-Smartphone bauen wollen, wäre allein der Prozessor so groß wie ein PKW-Parkplatz geworden. Verglichen mit dem Intel 4004 Prozessor ist eine aktuelle Intel CPU in 14 nm Technologie 3500 mal so leistungsfähig, 90.000 mal so effizient und kostet nur noch ein Sechzigtausendstel.
Er hatte versehentlich seine Füllfeder nicht in Tinte sondern in geschmolzenes Zinn getaucht. Als er den Füller herauszog, lief von seinem Ende ein dünner Zinnfaden in den Topf. Czochralski konnte beweisen, dass der Zinnfaden monokristallin war und stellte monokristalline Metalle von einem Millimeter Durchmesser und bis zu 150 cm Länge her.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.