Lieferketten Supply Chain 2023: Innovationen rücken in den Vordergrund

Von Mark Burr-Lonnon *

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Nach Pandemie und Lieferkettenproblemen mehren sich die Anzeichen dafür, dass eine Wachstumsphase einsetzt und Innovationen in den Vordergrund rücken. Mouser spricht über Trends und gibt Tipps, wie Entwickler diese bestmöglich umsetzen können.

(Bild: Mouser)

Laut World Semiconductor Trade Statistics wird der globale Halbleitermarkt im Jahr 2022 um 13,9 Prozent und im Jahr 2023 weiter um 4,6 Prozent wachsen. Diese Statistiken deuten zwar auf eine Verlangsamung der weltweiten Nachfrage nach Halbleitern hin, zeigen aber immer noch ein stetiges Wachstum in allen wichtigen Regionen der Welt, da sich die Elektronikindustrie allmählich wieder in ein überschaubares Gleichgewicht bewegt.

Die Abhängigkeit von Fälschungen wird abnehmen

Der Elektroniksektor hatte in den letzten Jahren mit langen Produktvorlaufzeiten zu kämpfen – dies wird sich nun wahrscheinlich verbessern. Viele Kunden haben versucht, die Unterbrechungen in der Lieferkette abzufedern, indem sie Halbleiter und andere elektronische Bauelemente mehrere Monate im Voraus bestellten. Diese robuste Nachfrage (ohne ausreichendes Angebot) hat jedoch zu einem Inflationsdruck und entsprechend steigenden Preisen geführt. Jetzt zeichnet sich in der Branche eine leichte Entspannung ab: Die Vorlaufzeiten und Preissteigerungen in einigen Produktkategorien dürften sich allmählich stabilisieren.

Ein ruhigerer Markt im Jahr 2023 könnte auch dazu führen, dass die Versuchung sinkt, die Produktknappheit durch die Beschaffung von Bauelementen nicht autorisierter Händler zu umgehen. Natürlich ist es verständlich, dass einige Entwickler wegen der langen Lieferzeiten frustriert sind und deshalb auf den grauen Markt ausweichen – doch die damit verbundenen Risiken sind erheblich. Die Herkunft solcher Komponenten vom grauen Markt ist oft unbekannt, sodass die Echtheit nicht festgestellt werden kann. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass gefälschte Teile die gleichen strengen Tests und Qualitätskontrollen durchlaufen haben wie Originalteile, was zu einer minderwertigen Leistung führen kann. Im schlimmsten Fall könnten gefälschte Bauelemente im Einsatz versagen, wodurch Ingenieure, die solche Bauelemente verwenden, rechtliche Konsequenzen riskieren.

Die Marktbedingungen werden sich im Jahr 2023 aller Voraussicht nach entspannen und die Abhängigkeit von Fälschungen wird abnehmen. Dieser Trend ist in der Elektronikindustrie sehr zu begrüßen. Mouser setzt strenge Prozesse ein, z. B. die Einhaltung von Industriestandards wie AS9100D und AS6496, und verhindert damit, dass gefälschte Produkte in seine gelangen. Die Kunden können sich also darauf verlassen, dass die von ihnen erworbenen Bauelemente auch wirklich Originalprodukte sind.

Kleiner, stärker und besser vernetzt

Die Nachfrage nach Halbleitern und anderen elektronischen Bauelementen hängt mit einer Reihe von Faktoren zusammen, insbesondere mit dem Trend hin zu immer intelligenteren und stärker vernetzten Produkten. Dieser Trend ist auf den Verbrauchermärkten besonders deutlich zu spüren, da Geräte wie Smartphones und Tablets zu einem zentralen Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden sind.

Die Nachfrage nach intelligenteren und stärker vernetzten Produkten und Systemen hat sich jedoch auch auf den B2B-Bereich übertragen. Hier setzen sich die Digitalisierung und die Entstehung der vierten industriellen Revolution immer stärker durch. So hat beispielsweise das industrielle Internet der Dinge (Industrial Internet of Things, IIoT) im Fertigungsbereich durch den Einsatz von vernetzten Sensoren, Kommunikation und fortschrittlicher Datenanalyse die Effizienz der Fertigungsprozesse in den Betrieben grundlegend verändert. Das IIoT stützt sich auf hochentwickelte integrierte Schaltkreise, welche die notwendige „Intelligenz“ für Sensorik, Messung und Überwachung, Energiemanagement, Steuerung und Kommunikation bereitstellen.

Mouser bietet eine große Auswahl neuester Produkte und Technologien von über 1.200 führenden Marken an. So können IIoT-Systeme kleiner, schneller, robuster und fortschrittlicher gestaltet werden und bieten mehr Leistung und Funktionen.

Wichtige Tipps für Entwickler

Dies sind nun also einige der entscheidenden Technologien und Trends, die 2023 wahrscheinlich beeinflussen werden. Doch was können Entwickler tun, um sich optimal aufzustellen und das Beste aus den kommenden Chancen zu machen? Hier sind die drei Top-Tipps von Mouser, mit denen Sie Ihre Designideen in einem weiterhin schnelllebigen und wettbewerbsintensiven Geschäftsumfeld umsetzen können.

Verfügbarkeit von Bauelementen von Anfang an berücksichtigen

Die Vorlaufzeiten werden sich im Jahr 2023 zwar voraussichtlich verbessern, aber es ist dennoch ratsam, die Verfügbarkeit von Bauelementen von Anfang an zu berücksichtigen. Dadurch lassen sich drohende Probleme vermeiden und die Kosten für ein Redesign mit Alternativprodukten reduzieren. Durch diesen praktischen Ansatz ist es oft möglich, mehrere alternative Lösungen von verschiedenen Anbietern zu ermitteln, die Ihren Anforderungen entsprechen. Die Experten eines vertrauenswürdigen Distributors wie Mouser helfen Ihnen gerne bei der Auswahl und Beschaffung von Alternativen. Unsere Erfahrung zeigt, dass es hilfreich ist, die Bauelemente von Anfang an nach ihrer Priorität zu kategorisieren:

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  • Kategorie 1: Wandler, Mikrocontroller und Prozessoren sind unverzichtbar und sollten in der frühesten Entwicklungsphase ausgewählt und bestellt werden (noch vor dem Einsatz einer Design-Software).
  • Kategorie 2: Andere Komponenten wie LEDs, Steckverbinder und Verstärker sollten ausgewählt und in der Stückliste spezifiziert werden. Sie sind zwar nicht in so großer Menge vorhanden, aber es gibt Pin-kompatible Alternativen.
  • Kategorie 3: Passive Bauelemente wie Widerstände und Kondensatoren, für die es mehrere Alternativen gibt, können Sie erst nach Fertigstellung Ihres Designs auswählen und einkaufen.

Autorisierte Elektronik-Distributoren nutzen

Engpässe bei Bauelementen mögen für einige Kunden eine neue Erfahrung gewesen sein, aber Distributoren haben diese Situation schon oft erlebt. Wir sind gut darauf vorbereitet, Kunden bei der Auswahl alternativer Produkte zu unterstützen. Autorisierte Distributoren wie Mouser stehen im regelmäßigen Austausch mit ihren Herstellerpartnern, um deren Herausforderungen besser zu verstehen. Dadurch erhalten sie wertvolle Einblicke in die aktuelle und zukünftige Verfügbarkeit. Der Aufbau von Beziehungen zu Vertriebspartnern verschafft den Kunden einen besseren Überblick über das Geschehen in der Branche.

Tools zur Unterstützung Ihrer DFA-Implementierung nutzen

Viele Online-Tools helfen dabei, DFA-Aufgaben zu vereinfachen. Dazu gehört auch FORTE, das intelligente BOM-Tool von Mouser, das eine kostenlose und bequeme Methode zur Verwaltung der kompletten Stückliste für den Lebenszyklus eines Produkts bietet. FORTE umfasst eine Reihe wertvoller und zeitsparender Funktionen, die dazu beitragen, Risiken zu minimieren, z. B.:

  • Flexibler Import für die Stückliste aus fast jedem Tabellenformat.
  • Zuverlässigkeitseinstufung für Teileübereinstimmungen, um die korrekte Teileauswahl zu gewährleisten.
  • Anzeige des Designrisikos, um Probleme mit Materialbeständen und Obsoleszenz zu vermeiden.
  • Hinzufügen, Ändern und Löschen von Teilen, ohne das Tool zu verlassen.
  • Prüfen von Preisvorteilen für verschiedene Liefermengen, ohne Änderungen an der Stückliste vornehmen zu müssen.
  • Exportieren, Teilen und Ausdrucken von Stücklisten.

Distributoren wie Mouser stellen auch für jedes Bauelement ausführliche Designangaben zur Verfügung, etwa PCB-Abmessungen, Symbole und 3D-CAD-Modelle. Diese wichtigen Produktdateien enthalten alle erforderlichen Informationen für die schaltungstechnischen und mechanischen Aspekte des Designs und erleichtern damit Produktauswahl und Designprozess.

Partnerschaft bedeutet Stärke

Das ist also der Ausblick auf das Jahr 2023. Wir bei Mouser gehen davon aus, dass die Dynamik der Branche aus diesem Jahr in das nächste übertragen wird und dass das Geschäft in allen wichtigen vertikalen Bereichen gut bleiben wird. Der Verbraucherbereich ist dabei vielleicht die größte Herausforderung. Ein moderateres Wachstum könnte die Folgen der Lieferkettenprobleme der letzten Jahre abmildern und Entwicklern Zeit geben, kreativ und innovativ zu werden. Mit vielen verschiedenen Applikationen für die Elektronik bietet das Jahr 2023 viele Möglichkeiten – und Mouser wird seinen Kunden auch weiterhin als wichtiger Partner bei der Entwicklung der spannenden Technologien von morgen zur Seite stehen.

* Mark Burr-Lonnon ist Senior Vice President of Global Service & EMEA and APAC Business bei Mouser Electronics

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