23.10.2026
Schneider Electric stellt neues vorgefertigtes Referenzdesign für modulare KI-Infrastruktur vor
Neues RapidScale Referenzdesign unterstützt die NVIDIA Vera Rubin Plattform und beschleunigt den Aufbau skalierbarer KI-Rechenzentren. Es kombiniert zu rund 90 Prozent Lösungen von Schneider Electric mit umfassenden Lifecycle-Service.
stellt das RapidScale Modular Data Center Reference Design 115 vor. Das neue Referenzdesign bietet eine validierte und vorab entwickelte Grundlage für hochverdichtete KI-Infrastrukturen. Es vereinfacht die Logistik und Planung vor Ort und beschleunigt gleichzeitig die Inbetriebnahme von KI-Fabriken weltweit.
Das Design kombiniert die NVIDIA Vera Rubin Plattform mit innovativer Flüssigkeitskühlung und ist darauf ausgelegt, die Rechenleistung zu maximieren und gleichzeitig den Energieverbrauch zu kontrollieren. Fortschrittliche Flüssigkeitskühlung und intelligente Temperaturregelung sorgen dafür, dass Rechenzentren eine hohe Rechenleistung bereitstellen können, ohne Überhitzung zu riskieren oder unnötig Energie zu verbrauchen.
Durch die Integration modularer Komponenten in die gesamte Infrastrukturarchitektur können Betreiber verstärkt auf standardisierte und risikogeprüfte Konzepte für KI-Infrastrukturen setzen, anstatt ausschließlich individuell geplante Rechenzentren zu errichten. Die Referenzdesigns verbinden Stromversorgung, Flüssigkeitskühlung, IT, Software und Lifecycle-Services zu einem skalierbaren, industrialisierten Bereitstellungsmodell.
Neue Marktanforderungen und Herausforderungen für kritische KI-Infrastrukturen
Das neue Referenzdesign für modulare Rechenzentren kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Rechenzentrumsbranche ein starkes Wachstum und einen grundlegenden Wandel erlebt. Insbesondere der steigende Rechenbedarf durch künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen an die Infrastruktur.
Geschwindigkeit, Planungssicherheit, Wiederholbarkeit und Qualität galten bislang als Vorteile vorgefertigter modularer Infrastrukturen. Beim Aufbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen werden sie zunehmend zu grundlegenden Anforderungen. Schneider Electric geht davon aus, dass die weltweite Rechenzentrumskapazität bis 2030 um 170 GW auf insgesamt 300 GW steigen wird. Damit würde sie das 2,3-Fache der im Jahr 2025 installierten Kapazität erreichen. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten KI-Workloads rund 65 Prozent des Gesamtbedarfs ausmachen. Dieses Wachstum erhöht den Bedarf an einer schnellen Bereitstellung von KI-Infrastruktur und führt gleichzeitig zu steigenden Investitionen sowie einem höheren Energie- und Kapazitätsbedarf.
Betreiber und Entwickler, die auf traditionelle Bauweisen setzen, stehen zunehmend vor der Herausforderung, mit dieser Nachfrage Schritt zu halten. Gleichzeitig steigen durch hochverdichtete Computing-Umgebungen die Anforderungen an Stromversorgung und Kühlung. Dies erhöht die Komplexität bei der Integration und den Druck auf Netzkapazitäten, Energieeffizienz und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Der Fachkräftemangel verschärft diese Herausforderungen zusätzlich, da fehlende Kapazitäten die Installation komplexer KI-Infrastrukturen verzögern können.
Vorteile vorgefertigter White-Space-Module messbar machen
Eine neue, gemeinsam mit dem Hyperscale-Rechenzentrumsentwickler Compass Datacenters erstellte Studie mit dem Titel „Prefabricated White Space Module Time Study: Lessons from a High-Density Liquid-Cooled Deployment“ (White Paper 238) zeigt die messbaren Effizienzgewinne bei der Bereitstellung auf, die sich durch den Wechsel von traditionell errichteten White-Space-Infrastrukturen hin zu vorgefertigten modularen IT-Pods erzielen lassen.
Laut der auf einem Hyperscale-Rechenzentrumscampus von Compass Datacenters durchgeführten Studie reduzieren vorgefertigte modulare Pods die Installationszeit vor Ort von 75,5 Stunden auf 15 Stunden pro Pod. Dies entspricht einer Verkürzung der Installationsdauer um 80 Prozent. Indem wesentliche Montage-, Integrations- und Prüfprozesse in eine kontrollierte Produktionsumgebung verlagert werden, können Rechenzentrumsbetreiber den Arbeitsaufwand und die Komplexität vor Ort reduzieren und KI-Rechenkapazitäten schneller in Betrieb nehmen.
„Im White Space treffen auf kleinstem Raum besonders viele Systeme und Gewerke aufeinander, wobei jeder Installationsschritt vom vorherigen abhängt“, sagt Adil Attlassy, Chief Technology Officer von Compass Datacenters. „Gemeinsam mit Schneider Electric haben wir ein vorgefertigtes Modul entwickelt, das diese Systeme in einer einzigen Einheit integriert und damit die Notwendigkeit reduziert, verschiedene Arbeitsbereiche vor Ort zu koordinieren. Durch die Reduzierung der Installationszeit vor Ort um 80 Prozent beschleunigen wir die Umsetzung und helfen unseren Kunden dabei, ihre Workloads schneller in Betrieb zu nehmen.“
Schneider Electric RapidScale: Integrierte, industrialisierte Architektur für den gesamten KI-Lebenszyklus
RapidScale ist der durchgängige industrialisierte Ansatz von Schneider Electric für die Planung, Bereitstellung und Unterstützung vorgefertigter modularer KI-Infrastrukturen im großen Maßstab. RapidScale bündelt umfassende Engineering-Kompetenz in den Bereichen Stromversorgung, Kühlung, IT-Flächen, Software und Lifecycle-Services. Damit unterstützt Schneider Electric Kunden dabei, von komplexen, individuell entwickelten Lösungen zu wiederholbaren und hinsichtlich möglicher Risiken erprobten Referenzdesigns überzugehen.
Das Referenzdesign ist zudem ein grundlegender erster Schritt zur Unterstützung des NVIDIA DSX POD Reference Design. Dieses ermöglicht es, Vera-Rubin-KI-Infrastrukturen bereits vor der Auslieferung im Werk zu integrieren und zu validieren und damit die Time to First Token zu verkürzen.
Im aktuellen Marktumfeld wird das Lieferkettenmanagement zu einem entscheidenden Faktor, um Planungsunsicherheiten und Projektrisiken zu reduzieren. Schneider Electric begegnet dieser Herausforderung mit einer global integrierten Lieferkette, die von einzelnen Komponenten bis hin zu vollständigen modularen Lösungen reicht. Die Fertigungskapazitäten des Unternehmens haben sich seit 2025 vervierfacht. Das Produktionsnetzwerk umfasst acht Hauptstandorte sowie drei weitere Standorte und zwölf Partnerstandorte in zehn Ländern.
Auf Basis seines breiten Portfolios integriert Schneider Electric in RapidScale zu rund 90 Prozent selbst gefertigte Komponenten. Dies sorgt für eine verlässliche Performance, höhere Planungssicherheit in der Lieferkette und eine durchgängige Betreuung über den gesamten Lebenszyklus, von der ersten Bereitstellung bis zur langfristigen Optimierung.
„Da KI-Infrastrukturen mit beispielloser Geschwindigkeit wachsen, benötigen Kunden Lösungen, die standardisiert, zuverlässig und planbar einsetzbar sind“, sagt Manish Kumar, Executive Vice President Secure Power & Data Centers bei Schneider Electric. „Mit unserem Portfolio aus Referenzdesigns und vorgefertigten Lösungen, kombiniert mit der Stärke unserer globalen Lieferkette und unserer Lifecycle-Expertise, unterstützen wir Betreiber von KI-Fabriken dabei, schneller Wertschöpfung zu erzielen und gleichzeitig die resiliente Infrastruktur aufzubauen, die für die nächste Generation von Rechenleistung erforderlich ist.“
Schneider Electric wird von Omdia als weltweit führender Hersteller vorgefertigter Stromversorgungslösungen, als führender Hersteller vorgefertigter modularer Rechenzentren in Nordamerika sowie als einer der sechs führenden Anbieter außerhalb Nordamerikas eingestuft.¹
Auf der NVIDIA GTC Berlin 2026 präsentierte Schneider Electric das neue modulare Referenzdesign und sein Portfolio an vorgefertigten RapidScale-Lösungen.
Das modulare Referenzdesign wurde für den Einsatz in den USA nach ANSI-Standards validiert. Eine Erweiterung des Konzepts zur Unterstützung von IEC-Standards für globale Implementierungen ist geplant.