Physical AI aus München RobCo erreicht Milliardenbewertung

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Das Münchner Robotikunternehmen RobCo wird mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet und erreicht damit Unicorn-Status. Parallel will das Unternehmen die autonome Industrierobotik und sein Geschäft in den USA ausbauen.

RobCo wird zum Unicorn: Das Münchner Robotikunternehmen erreicht eine Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar und treibt mit Alfie die nächste Generation autonomer Industrierobotik voran.(Bild:  RobCo)
RobCo wird zum Unicorn: Das Münchner Robotikunternehmen erreicht eine Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar und treibt mit Alfie die nächste Generation autonomer Industrierobotik voran.
(Bild: RobCo)

RobCo hat seine Bewertung innerhalb von neun Monaten etwa verdoppelt. Ende Januar hatte das Unternehmen in einer Series-C-Runde 100 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die damalige Bewertung lag laut Wall Street Journal bei rund 500 Millionen Dollar. An der aktuellen Transaktion beteiligen sich bestehende Investoren wie Sequoia, Lightspeed, Greenfield, Kindred, Lingotto und Promus Ventures sowie neue Geldgeber, darunter Cherry Ventures und das European Tech Collective.

Das Wall Street Journal beziffert den aktuellen Anteilsverkauf auf 40 Millionen Dollar. Ein Großteil der verkauften Anteile stammt demnach von Mitarbeitenden. RobCo selbst nennt weder das Gesamtvolumen der Transaktion noch die genaue Aufteilung zwischen neuem Kapital und dem Verkauf bestehender Anteile.

Nach Angaben von RobCo fließt zugleich neues Kapital in das Unternehmen. Langjährige Mitarbeitende erhalten außerdem die Möglichkeit, einen Teil ihrer Unternehmensanteile zu verkaufen. „Die Milliardenbewertung ist natürlich ein großartiger Meilenstein. Für uns ist aber vor allem entscheidend, was jetzt kommt: die nächste Generation autonomer Industrierobotik in die Fabrikhallen zu bringen“, sagt Mitgründer und CEO Roman Hölzl.

Alfie soll mit variablen Aufgaben umgehen

RobCo entwickelt den humanoiden Industrieroboter Alfie für Aufgaben, die sich aufgrund wechselnder Bedingungen bislang nur schwer automatisieren lassen. Das System soll seine Umgebung wahrnehmen, daraus Handlungsschritte ableiten und diese selbstständig ausführen. Damit zielt RobCo unter anderem auf unstrukturierte und sicherheitskritische Prozesse in der Produktion.

RobCo beschreibt Alfie in einer früheren Mitteilung als zweiarmiges Robotersystem, das Hard- und Software für Wahrnehmung und Ausführung eng miteinander verbindet und sich an neue Objekte, Abläufe und Bedingungen anpassen soll. Als mögliche Einsatzfelder nennt das Unternehmen Präzisionsmontage, Materialhandhabung, Picking, Kitting und Palettierung.

Die Markteinführung ist für den 4. März 2027 angekündigt. RobCo will Alfie auf der RobCoN in München vorstellen, dem ersten jährlich geplanten Summit des Unternehmens.

USA werden zum zweiten Standbein

Zeitgleich baut RobCo seine Präsenz in den USA aus. Nach Unternehmensangaben arbeitet das Unternehmen dort inzwischen mit Kunden in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten. Fertigungs- und Montageaktivitäten in Austin sowie ein Labor in San Francisco sollen die weitere Expansion unterstützen. CEO Roman Hölzl ist nach Angaben des Unternehmens in die USA gezogen, um das Geschäft dort voranzutreiben.

RobCo wurde 2020 in München gegründet und entwickelt Hard- und Software für industrielle Robotik. Das Unternehmen bietet seine Systeme unter anderem über ein Robotics-as-a-Service-Modell an, das den Einsatz von Robotern ohne hohe Anfangsinvestitionen ermöglichen soll.

Mit der Milliardenbewertung rückt nun vor allem die Frage in den Vordergrund, ob RobCo den angekündigten Schritt von konfigurierbarer Industrieautomation zu stärker autonom arbeitenden Robotersystemen in der Produktion skalieren kann. (mc)

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