Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Fluor PFAS: ECHA will die „Ewigen Chemikalien“ verbieten

Von Kristin Rinortner

PFAS sind aktuell in aller Munde. Was sind PFAS und was ist das Problem? Welche Alternativen gibt es? Was sollen Unternehmen jetzt tun?

PFAS-Verbot ab 2025: Der Product-Compliance-Experte empfiehlt Unternehmen, nach Alternativen zu suchen.
PFAS-Verbot ab 2025: Der Product-Compliance-Experte empfiehlt Unternehmen, nach Alternativen zu suchen.
(Bild: imds professionell)

PFAS ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, industriell hergestellte organische chemische Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Fluor. Viele dieser Verbindungen – es gibt mehrere tausend – stehen in Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Und sie sind persistent. Das bedeutet, sie sind nicht oder nur schwer abbaubar und reichern sich in der Umwelt an.

PFAS werden daher oft als „Ewige Chemikalien“ oder „Jahrhundertgift“ bezeichnet. Wegen ihrer schmutz- und wasserabweisenden Wirkung und ihrer hohen Stabilität sowohl bei sehr hohen als auch niedrigen Temperaturen, werden PFAS aber in vielen Produkten eingesetzt. Sie finden sich etwa in Outdoor-Kleidung, Pfannen, Autositzen, Papierbeschichtungen, Kosmetik-Produkten sowie in Mitteln zur Oberflächenbehandlung von Metallen und Kunststoffen.

EU prüft Verbot von PFAS

Bisher sind EU-weit nur das Herstellen und Inverkehrbringen einzelner Substanzen wie PFOA (Perfluoroctansäure, C8) und seit dem 25. Februar 2023 perfluorierte Carbonsäuren (PFNA, PFDA, PFUnDA, PFDoDA, PFTrDA, PFTeDA) beschränkt.

Gemeinsam mit Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und Schweden hat Deutschland einen Vorschlag bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht, die PFAS in der EU komplett zu verbieten. Ihr Ziel: Sie wollen PFAS-Emissionen in die Umwelt verringern und Produkte und Verfahren für die Menschen sicherer machen.

Informationsveranstaltung der ECHA am 5. April 2023

Am 22. März 2023 beginnt die sechsmonatige Konsultationsphase. Dazu bietet die ECHA für alle Interessensgruppen eine Informationsveranstaltung am 5. April 2023 von 11:00 bis 13:00 Uhr GMT +2 an, die über den YouTube-Kanal EUchemicals gestreamt wird. Anmelden zur Veranstaltung können Sie sich auf der Webinar-Seite der ECHA, über die Sie auch Fragen einreichen können.

Mögliche Beschränkungen könnten ab 2025 in Kraft treten. Allerdings wird es wohl Übergangsfristen zwischen 18 Monaten und 12 Jahren geben.

Alternativen bieten Wettbewerbsvorteil

Bereits heute kann mit dem Label „Blauer Engel“ ein Verbrauchsgegenstand als PFAS-frei gekennzeichnet werden. Doch dies ist sehr selten und meist gibt es nicht mal einen Hinweis, dass ein Produkt PFAS enthält.

„Unternehmen, die sich jetzt um Alternativen für PFAS kümmern, werden im Fall eines Verbots im Vorteil sein“, meint Product-Compliance-Experte Markus Engel von imds professional. Es lohne sich zu prüfen, ob die Verwendung dieser Chemikalien tatsächlich notwendig sei und ob sie nicht schon kurzfristig ersetzt werden können.

„Durch die mediale Aufmerksamkeit sind die Verbraucher sensibilisiert und achten noch stärker als mittlerweile ohnehin schon auf nachhaltige Produkte, die weder ihre Gesundheit noch die Umwelt belasten“, so Engel weiter.

Der Compliance-Experte unterstützt Unternehmen dabei, die Anforderungen zur Material- und Produktkonformität zu erfüllen und ihren Berichtspflichten nachzukommen. Informationen zu unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben wie REACH und zu Datenmanagementsystemen für die Kommunikation entlang der Lieferkette haben die Compliance-Experten vom imds auf ihrer Webseite zusammengetragen.(kr)

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