All-Electric-Society-Park Nachhaltige Welt: Was mit Technologien von heute schon geht

Von Kristin Rinortner 3 min Lesedauer

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Solarenergie statt Alpenveilchen. Unter diesem Motto hat Phoenix Contact in Blomberg einen frei zugänglichen All-Electric-Society-Park eröffnet. Hier erlebt man, wie Energie gewonnen, gespeichert, verteilt und der Energieverbrauch optimiert wird.

All-Electric-Society-Park: Seit September 2023 ist entlang der Zufahrt zu Phoenix Contact am Standort in Blomberg auf rund 7600 m² ein Park öffentlich zugänglich, der das Zukunftsbild der All Electric Society für alle erlebbar machen soll und verständlich erklärt.(Bild:  Phoenix Contact)
All-Electric-Society-Park: Seit September 2023 ist entlang der Zufahrt zu Phoenix Contact am Standort in Blomberg auf rund 7600 m² ein Park öffentlich zugänglich, der das Zukunftsbild der All Electric Society für alle erlebbar machen soll und verständlich erklärt.
(Bild: Phoenix Contact)

Die All Electric Society beschreibt eine Welt, in der Elektrizität aus erneuerbaren Energien CO2-neutral gewonnen wird. Schon in naher Zukunft soll CO2-neutral erzeugte Energie in dem Maße zur Verfügung stehen, dass diese Energieform nahezu alles speisen wird. Phoenix Contact hat sich diesem Leitbild verschrieben und verfolgt konsequent den Weg, die All Electric Society möglich zu machen. Ein großer Teil der Technologien und Lösungen zu deren Umsetzung sei bereits vorhanden, postuliert CEO Frank Stührenberg. „Wir sind in dieser Technologie zu Hause und ermöglichen ihre Nutzung. Und wir fokussieren uns auf die Herausforderungen, die es noch zu bewältigen gilt.“

Seit September 2023 ist entlang der Zufahrt zu Phoenix Contact am Standort in Blomberg auf rund 7600 m² ein neuer Eingangsbereich öffentlich zugänglich. Herzstück ist ein Park, der das Zukunftsbild der All Electric Society für alle erlebbar machen soll und verständlich erklärt. Erkennungsmerkmal ist ein drehbarer Solarbaum mit einem Durchmesser von 12 Metern auf dem Kreisverkehr direkt am Park.

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Anhand des Energieflusses von der Gewinnung über die Wandlung, Speicherung und Verteilung bis hin zum optimierten Energieeinsatz zeigt der Park, wie die All Electric Society Wirklichkeit werden kann. Dabei veranschaulichen reale Applikationen, wie Sektorenkopplung funktioniert und welche Technologien diese ermöglichen.

Der Park stellt in verkleinerter Form ein Abbild der realen Welt dar. Kuben aus Glas für die jeweiligen Applikationen, Freiflächenanlagen sowie ein Pavillon mit Leitwarte und Besprechungsräumen bilden die Ausstellungsbereiche des Parks.

Sektorenkopplung im All Electric Society- Park erleben

Der rote Faden durch den Park wird vom Energie- und Datenfluss gebildet. Den Anfang bildet die Erzeugung von regenerativer Energie mit Solar und Wind. Im Park liefern rund 550 Solarmodule 155.000 kWh nachhaltigen Strom pro Jahr. Sie befinden sich auf den Dächern der Cubes und der Ladestationen, sind in die Fassade des Pavillons integriert und als Bodenplatten eingesetzt.

Das Thema Windenergie wird exemplarisch durch eine begehbare Windgondel sowie durch einen Windtree vermittelt. Schon bei kleinen Windbewegungen drehen sich seine grünen Blätter aus Kunststoff, die wie Turbinen funktionieren, und erzeugen so Energie. Mit seinen 36 Blättern, sogenannten Aeroleafs, kann der Windtree in Summe 10,8 kWp Strom erzeugen.

Überschüssige Energie wird in Batteriespeichern gespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben. Die Energieverbraucher im Park – die Gebäude, Elektroladesäulen und die Applikationen – werden so versorgt. Der Parkt erzeugt 2,5 GWh/ Jahr, verbraucht werden 1,9 GWh/ Jahr. Die Energiebilanz ist also positiv, was durch Effizienzmaßnahmen gelingt. An den Verbrauchern werden verschiedene Optimierungsmaßnahmen aufgezeigt, die dazu dienen, den Energiebedarf und Ressourceneinsatz zu senken.

Die elektrische Verbindung von Energieerzeugern, -speichern-, -verbrauchern und dem Mittelspannungsnetz erfolgt über eine Ortsnetzstation. Dabei sorgt ein Energiemanagementsystem für eine Balance zwischen Erzeugern, Speichern und Verbrauchern. Energie wird so in den benötigten Strom- und Spannungsbereichen bereitgestellt. Dieses System erfasst alle relevanten Kenndaten und steuert über die Ortsnetzstation die entsprechenden Energieflüsse.

Die Kuben und der Pavillon im Park werden durch ein eigenständiges Wärme- und Kälte-Energiemanagementsystem temperiert. Hierbei werden auch Wärmeverluste, die beim Wandeln von Energie entstehen, berücksichtigt und genutzt. Zum Einsatz kommt ein Eisspeicher mit zwei Wärmepumpen.

Die beiden eigenständigen Energiemanagementsysteme „elektrische Energie“ und „Wärme/Kälte“ werden zentral in einem überlagerten Energiemanagementsystem zusammengeführt und verwaltet. Dieses steuert den gesamten Park in allen Energiebereichen.

Energieeffizienz als wichtiger Baustein in der All Electric Society

Ebenso wichtig wie das Erfassen ist das Auswerten der Energieverbrauchs- und Energieerzeugungsdaten, um den Energiefluss zu steuern und den Energieverbrauch senken. Nur mit einem zusätzlich verringerten primären Energiebedarf durch Effizienzmaßnahmen kann eine Energieversorgung, die auf erneuerbaren Ressourcen fußt, funktionieren. Ansatzpunkte hierfür zeigt der Park mit dem energieoptimierten Gebäudebetrieb.

Das Thema Effizienz hat ebenfalls einen engen Bezug zur Nachhaltigkeit. Auch dieser Aspekt wird im Park berücksichtigt: Der Pavillon ist nach dem „Cradle to Cradl“-Prinzip gebaut, d.h., es wurden nur Materialien eingesetzt, die kreislauffähig sind. Dieser Ansatz für eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft stellt das nachhaltige Produzieren in den Vordergrund.

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Der All Electric Society-Park steht für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und bildet so ein Beispiel für die Realisierung der All Electric Society. „Der Unterschied zwischen 2 und 4 Grad ist die menschliche Zivilisation. So einfach ist das“, zitiert Stührenberg den emeritierten Direktor des Potsdam Institute of Climate Impact Research Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber. Und fügt hinzu: „Man kann Wachstum und Entwärmung nicht entkoppeln.“(kr)

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