Falcon HTV2 Mach-20-Drohne scheitert auch bei zweitem Test

Peter Koller

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Auch der zweite Test einer Hochgeschwindigkeitsdrohne des US-Militärs ist gescheitert: Wie bereits ein Jahr zuvor ging auch diesmal der Kontakt zum Falcon Hypersonic Technology Vehicle 2 (HTV2) verloren.

Absturz über dem Südpazifik: HTV2(Foto:  DARPA)
Absturz über dem Südpazifik: HTV2
(Foto: DARPA)

Das HTV2 ("DARPA-Drohne fliegt mit Mach 20") hob zunächst wie geplant gestern morgen um 7.45 Uhr (Ortszeit) von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien ab und wurde von eine Minotaur-4-Rakete an den Rand der Atmosphäre getragen.

Nach rund 10 Minuten erfolgte wie geplant die Trennung von der Rakete und das HTV2 ging in die Gleitphase über, in der es eine Geschwindigkeit von Mach 20, rund 21.000 km/h, erreichen sollte.

Doch nach insgesamt etwa 26 Minuten kam das Aus. Laut einem Tweet der DARPA brach der Kontakt zu dem Fluggerät ab: "Downrange assets did not reacquire tracking or telemetry". Das HTV2 verfügt über einen autonomen Flugmodus, es ist zum jetzigen Zeitpunkt aber unklar, ob die mit elektronischem Testequipment vollgestopfte Drohne einfach abgestürzt oder vom Autopiloten gezielt in den südlichen Pazifik gesteuert wurde.

Die Aufgabe von HTV2 war, Daten über das Flugverhalten bei extremen Geschwindigkeiten zu sammeln. Langfristiges Ziel des Militärs ist ein Waffenträgersystem, das innerhalb von 60 Minuten jeden Punkt der Erde erreichen kann.

Dieser Plan dürfte mit dem Scheitern von HTV-2 einen empfindlichen Rückschlag erlitten haben.

Bereits beim ersten Testflug im April 2009 war der Kontakt abgebrochen, damals bereits nach neun Minuten. Als Ursachen waren damals eine Überhitzung – die Kohlefaser-Außenhaut wird fast 2000 Grad Celsius heiß – oder eine instabile Fluglage vermutet worden.

Infolge dessen waren bei HTV2B, so der offizielle Name des Nachfolgers, der Schwerpunkt verlagert und eine Optimierung der Stickstoff-Steuerdüsen vorgenommen worden.

Scheinbar war das nicht ausreichend. Projektmanager Major Chris Schulz: "Wir wissen, wie wir ein solches Fluggerät fast in den Weltraum bringen, und auch wie wir es mit vielfacher Schallgeschwindigkeit zurück in die Atmospäre bringen. Was wir noch nicht wissen ist, wie wir in dieser Phase genug Kontrolle über die Flugbewegungen erreichen können. Aber wir werden es herausfinden."

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