Bitkom-Studie „Softwarewelt 2036“ KI bringt Geschäftsmodelle der Softwarebranche ins Wanken

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Die Softwarebranche muss sich auf tiefgreifende Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt die Bitkom-Studie „Softwarewelt 2036“, für den der Verband Führungskräfte aus der Software- und IT-Branche befragt hat. Weil KI-Agenten zunehmend selbst Arbeit verrichten und nicht mehr nur als Werkzeug bedient werden, verschiebt sich demnach, wofür Kundinnen und Kunden zu bezahlen bereit sind.

Laut einer Bitkom-Studie lässt die Zunahme von KI-gestützer Software-Entwicklung Kunden andere Erwartungen an Software stellen: Statt für Arbeitszeit werde künftig stärker für messbare Ergebnisse bezahlt, beispielsweise anhand der Zahl gelöster Tickets.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Laut einer Bitkom-Studie lässt die Zunahme von KI-gestützer Software-Entwicklung Kunden andere Erwartungen an Software stellen: Statt für Arbeitszeit werde künftig stärker für messbare Ergebnisse bezahlt, beispielsweise anhand der Zahl gelöster Tickets.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Bislang erzeugten Softwareunternehmen in erster Linie über Pauschalbeiträge für Lizenzen oder geleistete Entwicklungsstunden Umsatz. Doch die zunehmende Präsenz von KI-Agenten sorgt nicht nur für Veränderungen in der Entwicklungszeit, sondern auch in der Erwartungshaltung potenzieller Kunden: Diese würden nun verstärkt auf messbare Ergebnisse wie behobene Sicherheitslücken oder gelöste Tickets abgerechnet wert legen und hierüber abrechnen.

„Die KI-Revolution setzt auch in der Softwarebranche erprobte Erlösmodelle unter Druck. Wenn ein KI-Agent die Arbeit mehrerer Menschen übernimmt, lässt sich der Aufwand nicht mehr glaubwürdig nach Köpfen oder Stunden in Rechnung stellen“, sagt Felix Ansmann, Bereichsleiter Software & IT-Services beim Bitkom. „Gleichzeitig achten Kunden und Kundinnen beim Einkauf von KI-Lösungen immer stärker darauf, was sie tatsächlich für ihr Geld bekommen. Wer diesen Wert nicht messbar machen kann, wird ebenfalls unter Druck geraten.“

Nach Ansicht der Expertinnen und Experten bieten die Veränderungen auch Chancen für deutsche und europäische Anbieter, wenn Compliance und Datensouveränität zum Verkaufsargument werden. Anbieter, die Nachvollziehbarkeit, Auditierbarkeit und europäische Datenhaltung von Beginn an mitliefern, können sich damit von Wettbewerbern absetzen. Zugleich gewinnt Branchenkenntnis an Bedeutung. Wer Expertise in bestimmten Sektoren und Domänen hat und diese für und mit KI nutzbar macht, wird sich mittelfristig nicht von generalistischer KI verdrängen lassen. „Angesichts der rasanten Fortschritte großer KI-Modelle kann sich aber niemand auf vermeintlich exklusivem Wissen ausruhen“, so Ansmann.

Der Bericht „Softwarewelt 2036" beruht auf qualitativen Interviews mit Führungskräften aus Unternehmen rund um Software-Dienstleistungen und Software-Produkten, internen IT-Abteilungen und angrenzenden Bereichen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, sondern geben die Einschätzungen und Erfahrungen der Befragten wieder. Der Bericht steht auf der Website des Branchenverbands Bitkom zum Download bereit.

(sg)

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