Tech-Konzerne müssen sparen Google-Mutter Alphabet streicht 12.000 Stellen

Quelle: dpa

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Gestern Microsoft, heute Alphabet: Der Google-Mutterkonzern streicht 12.000 Stellen. Die Party-Stimmung ist vorbei: Nach dem boomenden Geschäft während der Corona-Pandemie bauen etliche IT-Schwergewichte Tausende von Jobs ab.

Auch die Fitbit-Fitnesstracker samt Streaming-Angebot gehören zum Alphabet-Konzern. Hauptumsatzträger ist allerdings Google als Online-Werbeplattform.
Auch die Fitbit-Fitnesstracker samt Streaming-Angebot gehören zum Alphabet-Konzern. Hauptumsatzträger ist allerdings Google als Online-Werbeplattform.
(Bild: Alphabet)

Die Corona-Pandemie brachte dem Geschäft der Online-Riesen einen kräftigen Schub und sie stellten in großem Stil neue Mitarbeiter ein. Nach der Abkühlung der Konjunktur kündigen die Konzerne einer nach dem anderen einen massiven Stellenabbau an. Als nächstes Schwergewicht der Tech-Branche streicht der Google-Mutterkonzern Alphabet tausende Arbeitsplätze. Weltweit sollen rund 12.000 Jobs wegfallen, wie Firmenchef Sundar Pichai in einer am Freitag veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter schrieb. Das entspricht rund sechs Prozent der Belegschaft.

Erst diese Woche hatte Microsoft die Streichung von 10.000 Stellen angekündigt. Davor gab Amazon den Abbau von 18.000 Jobs bekannt und der Facebook-Konzern Meta kappte bereits im November 11.000 Stellen.

Trotz Jobabbau bleibt ein Stellenplus nach der Pandemie

Die Tech-Konzerne hatten mit dem boomenden Geschäft in der Corona-Pandemie ihre Mitarbeiterzahlen zum Teil deutlich aufgestockt. So hatte Alphabet nach jüngsten verfügbaren Zahlen zum Stand Ende September fast 186.800 Beschäftigte. Das waren rund 36.750 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Entscheidung zum Jobabbau laste schwer auf ihm, schrieb Pichai. „Und ich übernehme die volle Verantwortung für die Entscheidungen, die uns hierher geführt haben.“ Nach dem „dramatischen Wachstum“ in der Pandemie habe man „in einer anderen wirtschaftlichen Realität als heute“ die Belegschaft aufgebaut. Die Alphabet-Aktie lag nach der Ankündigung im vorbörslichen Handel um gut drei Prozent im Plus.

Kunden haben weniger Online-Werbung geschaltet

Zuletzt verlangsamte sich die Geschäftsentwicklung bei den Tech-Riesen unter anderem wegen der Konjunktursorgen und der hohen Inflation. Google und Meta verdienen ihr Geld fast ausschließlich mit Online-Werbung – und bekamen die Sparsamkeit großer und kleiner Unternehmen zu spüren. Bei Amazon schlugen neben der gesunkenen Kaufbereitschaft der Verbraucher die steigenden Logistik-Kosten zu Buche.

Beim Ausmaß der Kürzungen liegt Alphabet in etwa auf dem Niveau von Microsoft, wo knapp fünf Prozent der Arbeitsplätze wegfallen. Meta strich sogar 13 Prozent der Jobs. Bei Amazon mit seinen 1,5 Millionen Beschäftigten vor allem in Logistikzentren machen 18.000 Jobs nur einen kleinen Anteil aus, treffen aber stark die Büro-Arbeitsplätze. Für sich allein steht Twitter, wo Tech-Milliardär Elon Musk als neuer Besitzer gleich etwa die Hälfte der rund 7.000 Mitarbeiter entließ.

Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts stärker betroffen

Pichai deutete an, dass bei Alphabet Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts stärker betroffen sein werden: Man wolle die Belegschaft an die zentralen Prioritäten des Konzern anpassen. Dazu gehört vor allem der vor einigen Jahren beschlossene Fokus auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz.

Eine Besonderheit von Alphabet ist, dass Google praktisch die gesamten Erlöse erwirtschaftet und damit unter dem Konzerndach Zukunftsprojekte wie Robotaxis der Firma Waymo oder Lieferdrohnen mitfinanziert. Diese Bereiche lässt sich Alphabet Milliarden kosten, versucht aber schon seit einiger Zeit, die Ausgaben unter Kontrolle zu bringen. (me)

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