Umfrage in der Elektronikbranche Fehlende Chips und Halbleiter gefährden den Umsatz

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In einer Umfrage unter 570 Elektronik-Unternehmen rechnen die Verantwortlichen mit hohen Umsatzeinbußen aufgrund fehlender Chips und Halbleiterbauelemente. Kritik erntet auch der European Chips Act.

Fehlende Chips: Unterbrochene Lieferketten aber auch fehlende Materialien führen zu Umsatzeinbußen in der Elektronik-Branche.
Fehlende Chips: Unterbrochene Lieferketten aber auch fehlende Materialien führen zu Umsatzeinbußen in der Elektronik-Branche.
(Bild: (c) Patrick Daxenbichler - stock.adobe.com)

In der Elektronikbranche fehlen die Chips. Doch das ist nicht alles, was die Unternehmen umtreibt. Um die Nöte der Elektronikbranche zu analysieren, hat Katek SE mit dem Marktforschungsinstitut Dynata insgesamt 570 Unternehmen und Fertigungsdienstleister befragt, wie sie ihre aktuelle Situation einschätzen. Neben dem Chipmangel hat die Studie festgestellt, welche Teile in den jeweiligen Branchen am häufigsten fehlen.

Während die Ergebnisse in der Automobilindustrie und Telekommunikation zeigen, dass vorrangig Chips dicht gefolgt von Halbleitern und integrierten Schaltungen fehlen, sind sie beispielsweise für Organisationen im Umfeld erneuerbare Energien und Umwelt nur an dritter Stelle. Jedes dritte Unternehmen rechnet mit Umsatzeinbußen zwischen 10 und 19 Prozent aufgrund der Materialkrise, die Automobilbranche schätzt die Einbußen deutlich höher ein. Der European Chips Act, der bis 2030 Entlastung bringen soll, kommt für viele der Befragten zu spät. Vor allem ist das Chipvolumen viel zu gering, um das geplante Ziel zu erreichen, rund ein Fünftel aller weltweit verkauften Chips in Europa zu produzieren.

Umsatzeinbußen zwischen 10 und 29 Prozent

Die Umsatzeinbußen wird von den befragten Unternehmen als hoch eingeschätzt.
Die Umsatzeinbußen wird von den befragten Unternehmen als hoch eingeschätzt.
(Bild: KATEK SE)

Die Materialkrise beschäftigt Unternehmen bereits seit über einem Jahr. Ein Drittel aller Befragten gab an, mit Umsatzeinbußen von 10 bis 19 Prozent zu rechnen. 20 Prozent gehen von einem Rückgang von 20 bis 29 Prozent in 2022 aus. Die Telekommunikationsbranche liegt unter dem Durchschnitt. Hier geben 38 Prozent an, keine oder lediglich bis zu 9 Prozent Umsatz aufgrund der Materialkrise einzubüßen.

Die Automobilindustrie hingegen schätzt das Jahr 2022 deutlich pessimistischer ein. Jeweils ein Drittel der Befragten gab an, 10 bis 19 Prozent bzw. 20 bis 29 Prozent weniger Umsatz aufgrund der fehlenden Teile zu erwirtschaften.

Es fehlt mehr als nur Chips

Es fehlt nicht nur an Chips, sondern auch an Halbleitern und anderen Materialilen.
Es fehlt nicht nur an Chips, sondern auch an Halbleitern und anderen Materialilen.
(Bild: KATEK SE)

Der Chipmangel ist aktuell das größte Problem. Der Hälfte der Unternehmen fehlen in der Tat am häufigsten Chips, fast gleichauf mit Halbleitern. Konkret sind sind das 50 Prozent bei den Chips sowie 48 Prozent an Halbleiterbauteile. Es fehlen allerdings auch Integrierte Schaltungen, Produktionsmaterialien wie Lot sowie kapazitive und induktive Bauelemente.

In der Automobilindustrie fehlen neben Chips und Halbleitern jedem vierten Unternehmen außerdem Kabelbäume, dicht gefolgt von Plastik. Unternehmen in Maschinenbau und Betriebstechnik fehlen vorrangig Halbleiter, gefolgt von Chips und integrierten Schaltungen.

Überraschend fallen die Antworten bei den sogenannten Erneuerbaren Energien und Umwelt aus. Hier fehlen 55 Prozent der Organisationen Halbleiter, gefolgt von integrierten Schaltungen. Nur etwa jedes dritte Unternehmen gibt an, dass Chips fehlen.

Kritik am European Chips Act

Zwei Drittel der benötigten Chips kommen aus Ostasien. Mit dem European Chips Act soll bis 2030 ein Fünftel aller Chips weltweit aus Europa kommen.
Zwei Drittel der benötigten Chips kommen aus Ostasien. Mit dem European Chips Act soll bis 2030 ein Fünftel aller Chips weltweit aus Europa kommen.
(Bild: KATEK SE)

Doch warum fehlen der Elektronikindustrie die Chips? Das liegt unter anderem daran, dass zwei Drittel aller Chips aus Ostasien kommen. Aufgrund von Lockdowns während der Pandemie wurde die Lieferkette nach Europa häufig unterbrochen.

Hier soll der European Chips Act einspringen. Er sieht vor, bis 2030 ein Fünftel aller Chips weltweit in Europa zu produzieren, aktuell sind es lediglich neun Prozent. Investiert werden dafür mindestens 43 Mrd. Euro.

Die Unternehmen wurden unter anderem befragt, wie sie das Engagement der EU einschätzen. 41 Prozent halten die geplanten Investitionen für zu gering. Nur 24 Prozent sind der Meinung, dass die Höhe der Förderung genau richtig ist. 36 Prozent vermuten, dass der Zeitpunkt zu spät ist, während 15 Prozent meinen, er wäre genau richtig.

Über die Studie

Das Elektronik-Unternehmen Katek hat Ende April 2022 zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Dynata 570 Unternehmen und Fertigungsdienstleister für Elektronik und elektronische Komponenten (EMS) in Europa (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Spanien) befragt. Jeweils ein Drittel der Befragten vertritt ein Unternehmen unter 500 Mitarbeitern, zwischen 500 und 1.000 sowie über 1.000 Mitarbeiter aus den Branchen
Elektronikindustrie, IT & Services, Automobil, Maschinenbau & Betriebstechnik, Industrielle Automatisierung, Telekommunikation sowie Erneuerbare Energien & Umwelt.

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