Elektronische Lastrelais

Elektronisches Motormanagement im Profibus-System

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Zustandsorientierte Wartung senkt die Kosten

Im Ergebnis wird dem Anlagenbetreiber die Möglichkeit einer präventiven zustandsorientierten Wartung geboten. Die jeweiligen Arbeiten wie das Austauschen von Komponenten, das Reinigen der Filter oder das Erneuern von Werkzeugen lassen sich frühzeitig planen und umsetzen, bevor ein kritischer Zustand auftritt, der zum Stillstand der Maschine oder Anlage führt.

Sofortiges Abschalten bei Überschreiten individuell festgelegter Werte

Erreicht die Leistungsaufnahme des Motors fest definierte Maximal- oder Minimalwerte, löst der Motormanager sofort das Abschalten des Antriebs aus. Selbst bei einer Blockade wird so nicht nur der Motor, sondern auch die angetriebene Mechanik wirkungsvoll geschützt.

Bild 2: Die Software bietet dem Anwender einen Überblick über alle elektrischen Größen (Archiv: Vogel Business Media)

Das Schalten der dreiphasigen Last übernehmen je nach Schalthäufigkeit mechanische Schütze oder verschleißfreie Halbleiterschütze. Alle erforderlichen Daten wie die Melde- und Schaltschwellen für Unter- und Überlast, die Bimetallfunktion und die Thermistorüberwachung werden vom Anwender applikationsspezifisch direkt per Software eingegeben und in das EMM-Gerät übertragen (Bild 2). Die Fahrkurven des Antriebs können auch im Nachhinein zur permanenten Betriebsdatenerfassung und Transparenz gespeichert werden. Schaltspiel-, Betriebsstunden- und Energiezähler unterstützen bei der Wartungsoptimierung und Diagnose.

Die Leistungsüberwachung per Motormanager kann jederzeit mit geringem Aufwand realisiert werden. Der EMM lässt sich sowohl in der Planungsphase als auch nachträglich beim Auftreten von Problemen einfach in das Netzwerk einbinden und an den Prozessablauf anpassen, ohne dass erneut Systementscheidungen zu treffen sind.

Ein Gateway bindet bis zu 32 EMM in Profibus ein

Bild 3: Der Motormanager wird per Gateway in ein Profibus-Netzwerk eingebunden (Archiv: Vogel Business Media)

Handelt es sich um weiträumig aufgebaute Anlagen mit einem hohen Dezentralisierungsgrad, erweist sich der Einsatz von Feldbussystemen als sinnvoll oder sogar zwingend notwendig. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Anlage in ein vorhandenes Produktions- und/oder Unternehmensnetzwerk eingebunden werden soll. Vor diesem Hintergrund kann die Motormanagement-Funktion über ein Profibus-Gateway komfortabel in das Bussystem integriert werden (Bild 3). Üblicherweise verwaltet hier eine SPS als Klasse-1-Master (DPM1) den Feldbus und führt den zyklischen Prozessdatenverkehr durch. Die Klasse-2-Master (DPM2), die zur Diagnose, Wartung und Inbetriebnahme verwendet werden, lassen sich an beliebiger Stelle an das Profibus-System ankoppeln.

Bild 4: Elektronischer Motormanager und Profibus-Gateway (Archiv: Vogel Business Media)

Über jedes Profibus-Gateway können bis zu 32 Motormanager mit nur einer Profibus-Adresse in das Netzwerk eingebunden werden. Die Verdrahtung erfolgt bei der Montage der Geräte automatisch über den Tragschienen-Connector T-Bus (Bild 4). Zur Parametrierung und Konfiguration der EMM wird die FDT/DTM-Technologie genutzt. Mit Hilfe der GSD-Gerätebeschreibungsdatei kann das Gateway dann in das Profibus-DPV1-System integriert werden.

*Dipl.-Ing. Matthias Ragaller arbeitet als Produktmanager Interface Relay bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in Bad Pyrmont.

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