Industrial Metaverse Ein Metaversum für die Industrie – geht das?

Von Kristin Rinortner

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Produkte mit einer VR-Brille von allen Seiten unter die Lupe nehmen. Gemeinsam mit Ingenieuren und Materialexperten in der virtuellen Realität Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge planen. Mit dem iguversum schafft igus ein digitales Paralleluniversum für Vertrieb und Engineering.

Metaversum für die Industrie: Mit dem iguversum schafft igus eine digitale Welt, die Vertrieb und Engineering auf das Metaverse vorbereitet.
Metaversum für die Industrie: Mit dem iguversum schafft igus eine digitale Welt, die Vertrieb und Engineering auf das Metaverse vorbereitet.
(Bild: igus)

Digitale Paralleluniversen – sogenannte Metaversen – sind im Kommen. Nicht nur in Science-Fiction-Produktionen oder bei Computerspielen. Auch für die Industrie und Wirtschaft. „Wir verfolgen die Vision des iguversums, ein virtueller Raum, in dem nicht nur alle unsere Produkte als digitale Zwillinge erlebbar sind“, sagt igus-Geschäftsführer Frank Blase.

„Kunden aus aller Welt sollen im iguversum in Zukunft die Möglichkeit haben, gemeinsam mit Ingenieuren und Projektverantwortlichen Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge zu entwickeln sowie in die Projekte und Anwendungen einzutauchen – und zwar zeit- und kostensparend.“

Wie geht Vertrieb im virtuellen Raum?

Auf der IAA Transportation 2022 in Hannover konnten Kunden mit Virtual-Reality-Brillen einen ersten Blick auf die Anfänge des igus-Metaverse werfen. Dort betrachten sie künftig 3D-Modelle von Produkten wie Energieketten in einem 360-Grad-Rundumblick von allen Seiten.

Sie erleben die Infrastruktur des Kölner Unternehmens, etwa das 3.800 Quadratmeter große Testlabor, oder tauchen in Anwendungen ein, in denen igus-Bauteile verwendet werden. Diese reichen von einem Kunststoff-Fahrrad über einen futuristischen Mini-Van mit iglidur-Gleitlagern, drylin-Linearführungen und e-ketten bis hin zur Ölplattform, wo das modulare Energiekettensystem e-loop zum Einsatz kommt.

Das sind Eindrücke, die mit klassischen Medien wie Katalogen, Broschüren und Multimedia-Präsentationen, aber auch Videos oder bisherigen 3D-Objekten längst nicht so eindrucksvoll und lebensecht zu vermitteln sind.

„Wir begeben uns mit dem iguversum auf einen neuen Weg des Präsentierens, Verkaufens und Engineering“, unterstreicht Blase. „Für viele ist das Metaverse noch Neuland. Auch wir wollen dazu lernen und diesen Weg daher gemeinsam mit unseren Kunden gehen.“

Blase sieht hier viel Potential für den Vertrieb der Zukunft. „Studien zeigen: Es ist bis zu neunmal wahrscheinlicher, dass sich Kunden an Erlebnisse in der virtuellen Realität erinnern und so schneller verstehen“, so Blase.

Zeitsparendes und reibungsarmes Engineering in der Virtuellen Realität

Doch digitale Zwillinge von Produkten und Infrastruktur sind nur eine Expansionsstufe des iguversums. Zukünftig sollen Kunden, Ingenieure und Materialexperten als Avatare im digitalen Raum zusammenkommen und dort ganze Engineering-Projekte durchführen. Schneller und reibungsärmer, als es in der physischen Welt allein möglich ist.

In einer weiteren Stufe will Blase das iguversum um eine B2B-Plattform für andere Hersteller erweitern. Diese können dann ebenfalls Maschinen und Anlagen im virtuellen Raum präsentieren, sofern sie Bauteile des Motion-Plastics-Spezialisten verwenden.

Das Metaverse ist laut US-Marktforschungsunternehmen Gartner ein Megatrend. Schon 2025 würden digitale Kanäle 80 Prozent der B2B-Vertriebsinteraktionen zwischen Lieferanten und Käufern abbilden, meinen die Marktforscher. Blase hingegen würde mit der B2B-Plattform eine wachsende Referenzdatenbank für motion plastics schaffen, die zudem noch virtuell begehbar ist.

Digital verkaufen mit Augmented Reality

Darüber hinaus setzen die Kölner auf eine neue Form des digitalen Verkaufens und Präsentierens per Augmented Reality (AR), die erweiterte Realität. Ein Beispiel hierfür: die Energiekette der Serie triflex TRX.

Vertriebsmitarbeiter und Kunden hatten früher kaum eine Chance, ins Innere einer geschlossenen Musterkette zu blicken. Einige mechanische Prinzipien, die vor allem bei der triflex TRX besonders sind, blieben der Vorstellungskraft überlassen.

Bild 1: Per Augmented Reality können Kunden einen Röntgenblick ins Innere von Produkten und deren Mechanik werfen. Ein Beispiel hierfür: die Energiekette der Serie triflex TRX.
Bild 1: Per Augmented Reality können Kunden einen Röntgenblick ins Innere von Produkten und deren Mechanik werfen. Ein Beispiel hierfür: die Energiekette der Serie triflex TRX.
(Bild: igus)

Hier mischt eine AR-Anwendung die Karten neu. Aktiviert der Mitarbeiter die Software auf seinem Smartphone über einen QR-Code auf der e-kette, überlagert die Anwendung das Produkt auf dem Screen mit einem animierten virtuellen Zwilling. So wird eine Art Röntgenblick (Bild 1) ins Innere der Kette auf die Mechanik möglich. Erklärungsbedürftige Produkte werden somit anschaulich und lebendig. (kr)

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