Entwicklerkongress Zwei Tage Power of Electronics: Was geblieben ist

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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In Würzburg standen zwei Tage lang technische Fachthemen und persönliche Gespräche im Mittelpunkt. Ein Rückblick auf die Vorträge, Workshops und Begegnungen mit Menschen auf Power of Electronics und auf das, was nicht im Programmheft steht.

Zwei Tage Power of Electronics 2026 mit technischen Fachthemen und persönlichen Gesprächen in Bildern – und was geblieben ist.(Bild:  Stefan Bausewein)
Zwei Tage Power of Electronics 2026 mit technischen Fachthemen und persönlichen Gesprächen in Bildern – und was geblieben ist.
(Bild: Stefan Bausewein)

Am 29. und 30. September 2026 wurde das Vogel Convention Center in Würzburg zum Treffpunkt für Entwickler. Im Mittelpunkt stand nicht nur aus umfangreiches Vortrags- und Workshopprogramm, sondern auch der persönliche Austausch: Fragen stellen, Erfahrungen vergleichen und Kontakte knüpfen. Die Power of Electronics war damit auch ein Entwicklertreffen. Und damit auch ein Versuch, eine Community aufzubauen.

Von Wärmemanagement bis Kreislaufwirtschaft

Das Programm deckte ein breites Spektrum ab: von Wärmemanagement, Kühlkonzepten und thermischer Simulation über Leiterplatten- und Verbindungstechnik bis hin zu Power-Design, Leistungshalbleitern und Power Systems. Die Beiträge reichten von HDI-Technologie und Leiterplattenmaterialien über Kernverluste und EMV-Filter bis zu SiC- und GaN-Bauelementen, Stromversorgungssystemen und Gleichstromnetzen.

Am ersten Tag bildete die Kreislaufwirtschaft einen besonderen Schwerpunkt. Die Vorträge beleuchteten unter anderem Batterie-Recycling, digitale Produktpässe und das Recycling von Kunststoffen für Elektronikgehäuse. Thijs Feenstra von PEZY zeigte, warum die Recyclingfähigkeit eines Produkts bereits bei seiner Konstruktion mitgedacht werden muss – und nicht erst in der Sortieranlage.

Zwei Keynotes, zwei Perspektiven

Dr. Kai Lindow vom Fraunhofer IPK und Dr. Jochen Zapf von Schaeffler ordneten am ersten Tag den Digitalen Produktpass ein: seine Umsetzung und die Herausforderungen in der industriellen Praxis. Am zweiten Tag stellte Guido Körber von Code Mercenaries die Frage, warum wir Disruption oft erst im Rückblick erkennen. Er sprach über die Evolutionsfalle, geopolitische Vorboten und darüber, wie sich exponentielle Entwicklungen früher erkennen lassen.

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Messen, simulieren und selbst ausprobieren

In den Workshops ging es um praktische Methoden und Messaufgaben. Thomas Eichstetter untersuchte am ersten Tag leitungsgebundene Emissionen und die Störfestigkeit von Leistungselektronik; an Messaufbauten konnten die Teilnehmenden selbst üben. Weitere Workshops behandelten die EMV-Simulation von Leiterplatten, die Analyse und Messung von Regelschleifen sowie Mess- und Probing-Strategien in der Leistungselektronik.

Parallel zum Kongress fand das Anwenderforum Relaistechnik statt. Auf dem Programm standen Schalttechnik für Industrie, Energie und Automotive. Das Spektrum reichte von Elementar- und Halbleiterrelais bis zu Hybridrelais, REED-Kontakten und Anwendungen in Gleichstromnetzen.

Was nicht im Programmheft steht

Die Fachausstellung und die Pausen boten Gelegenheit, das Gehörte direkt mit Referenten, Ausstellern und anderen Entwicklern zu diskutieren. Die Gespräche fanden an den Ständen ebenso statt wie bei Kaffee und Mittagessen. Gerade diese Nähe prägte den Charakter der Veranstaltung: Das Programm lieferte Anlässe für den Austausch, die Begegnungen gaben ihm Raum.

Wer nicht dabei war, kann die Themen nachlesen. Allerdings nicht die spontanen Nachfragen, den direkten Vergleich unterschiedlicher Erfahrungen und die Gespräche zwischen den Programmpunkten. Sie waren ein wesentlicher Teil des Entwicklertreffens und lassen sich aus einer Themenliste nur bedingt vermitteln.

Der erste Veranstaltungstag klang ab 17 Uhr mit der Power Hour in der Fachausstellung aus. Ab 18 Uhr folgte das Networking-Event im Convention Center. Nach zwei Tagen blieb so nicht nur ein Überblick über technische Themen und neue Ansätze, sondern auch der Eindruck eines gemeinsamen Treffens. Ob daraus eine dauerhafte Community entsteht, wird sich zeigen. Die persönlichen Gespräche waren dafür ein wichtiger Anfang.

Einen Termin für 2027 haben wir noch nicht festgelegt. Das Konzept wird derzeit weiterentwickelt; sobald der nächste Termin feststeht, wird er bekannt gegeben. (heh)

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