Energy Harvesting Wie eine riesige Boje Wellenenergie erntet und Stürmen trotzt

Von Maria Beyer-Fistrich

Das schwedische Unternehmen CorPower Ocean hat seine erste kommerzielle Wellenergieernte-Boje für potenzielle Wellenkraftwerke vorgestellt. Die Bojen werden Teil des HiWave-5-Projektes sein – eine Wellenanlage an der Nordküste Portugals.

So stellt sich CorPower Ocean die Zukunft seiner Boje als Teil eines Cluster-Wellenkraftwerks vor.
So stellt sich CorPower Ocean die Zukunft seiner Boje als Teil eines Cluster-Wellenkraftwerks vor.
(Bild: CorPower Ocean)

Der Energie-Harvester ist 19 Meter hoch und hat einen Durchmesser von neun Metern. Die Technik ist laut CorPower Ocean vom Pumpen des menschlichen Herzens inspiriert und das Ergebnis von mehr als 40 Jahren Forschung. Die Boje ist trotz ihrer Komplexität kostengünstig herzustellen und hält laut Herstellerangaben auch den härtesten Wetterbedingungen stand.

Wie funktioniert die Wellenenergieernte?

Das Herz eines Menschen nutzt gespeicherten hydraulischen Druck, um Kraft für den Rückschlag zu erzeugen. Die Herzmuskeln pumpen also nur in eine Richtung. So ähnlich funktioniert auch Boje. Die Wellenenergiewandler nutzen ein Vorspannsystem, um die Boje nach unten zu ziehen. Durch den Wellenrückgang wird die Boje nach oben gedrückt, während der gespeicherte Druck die Boje erneut nach unten zieht. In einem Video hat CorPower Ocean im Detail erklärt, wie die Technik funktioniert.

Die größte Herausforderung bei Nutzung von Wellenenergie ist das Wetter. Um auch gegen die schlimmsten Stürme zu bestehen, verfügt die Boje über ein System von einstellbaren Dämpfern, die bei schweren Stürmen nachjustiert werden können, um so die Gefahr von Schäden zu minimieren.

Die Bojen sind so konzipiert, dass sie als 'CorPack'-Clusters mit einer Leistung von 10-20 MW geliefert werden, die dann als Bausteine für große Wellenfarmen dienen. Außerdem sollen sie nach Angaben des Unternehmens "Plug-and-Play-Kompatibilität mit der Offshore-Windinfrastruktur" bieten.

Kommerzielle Nutzung der Wellenenergie

„Es handelt sich um eine jahrzehntelange Entwicklung, bei der wir in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Industrialisierung und Optimierung unserer Wellenenergietechnologie gemacht haben“, so Patrik Möller, CEO von CorPower. „Wir sind auf dem besten Weg, bis 2024/25 zertifizierte und garantierte Wellenenergieprodukte auf den Markt zu bringen.“

CorPower arbeitet mit der Simply Blue Group zudem an einem vorkommerziellen Wellenkraftwerk vor der irischen Westküste.

„Dies ist eine wirklich aufregende Phase in der Bewegung hin zu hybriden Wellen-Wind-Farmen, da wir darauf abzielen, die immense Kraft des Atlantischen Ozeans zu nutzen, indem wir schwimmende Offshore-Wind- und Wellentechnologie kombinieren, um kohlenstofffreien Strom zu erzeugen“, sagte Sam Roch-Perks, CEO von Simply Blue Energy.

Finanzielle Unterstützung für CorPower Ocean gab es bisher von EIT InnoEnergy, der Europäischen Kommission, der Schwedischen Energieagentur, AICEP Global (Norte2020), Wave Energy Scotland, CoreSpring New Technology, ALMI Invest Greentech, SEB Greentech VC und weiteren privaten Investoren.

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