Industriespionage bei TSMC Urteil für fünf Personen wegen Diebstahls von TSMC-Technologie

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Ein taiwanisches Gericht hat Berichten von Nikkei zufolge fünf Personen wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen des Halbleiterherstellers TSMC zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt. Der Fall gilt als einer der prominentesten Fälle von Technologiediebstahl in Taiwan.

TSMCs Fab 12A in Hsinchu, Taiwan.(Bild:  TSMC)
TSMCs Fab 12A in Hsinchu, Taiwan.
(Bild: TSMC)

Ein Gericht in New Taipei hat am 27. April 2026 fünf Personen wegen des Diebstahls sensibler Chip-Technologie von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) zu Haftstrafen verurteilt. Die Urteile reichen dabei von zehn Monaten auf Bewährung bis zu zehn Jahren Gefängnis. Zusätzlich verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 150 Millionen taiwanesischen Dollar (rund 5 Millionen US-Dollar) gegen die taiwanische Niederlassung von Tokyo Electron, berichtet Nikkei Asia.

Im Zentrum des Falls steht der ehemalige Yield-Ingenieur Chen, der in TSMCs Fab 12 gearbeitet hat und zu Tokyo Electron wechselte. Der ehemalige Angestellte des Auftragsfertigers soll Materialien fotografiert und vervielfältigt haben, damit Tokyo Electron die Leistung der eigenen Ätzgeräte überprüfen und verbessern konnte. Das Ziel dahinter sei gewesen, dass das japanische Unternehmen sich so für die Lieferung von Ätzgeräten für TSMCs 2-nm-Massenproduktion qualifizieren wollte. Dieser Fall von Industriespionage wurde im Juli 2025 von TSMC aufgedeckt und zur Anklage gebracht.

Chen wurde jetzt zu zehn Jahren Haft verurteilt. Laut Anklage hatte Chen nach seinem Wechsel zu Tokyo Electron weiterhin Kontakt zu drei TSMC-Ingenieuren (Wu, Ge und Liao) unterhalten und über diese Verbindungen unrechtmäßig Zugriff auf zwölf Seiten Dokumente mit nationalen Schlüsseltechnologie-Geheimnissen erhalten. Die drei TSMC-Ingenieure erhielten unterdessen Haftstrafen zwischen zwei und sechs Jahren. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Tokyo Electron wurde außerdem zu zehn Monaten Haft verurteilt, die Strafe wurde jedoch für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Ein Fall fürs Gericht

TSMC hatte am 8. Juli 2025 Anzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft Taiwans erstattet, nachdem interne Untersuchungen einen Datenabfluss bestätigt hatten. Die Anklage wurde im August 2025 erhoben und stützte sich auf das taiwanische Gesetz zur nationalen Sicherheit. Da der Fall Kerntechnologien betraf, die für Taiwans industrielle Lebensader von entscheidender Bedeutung sind, wurden die Straftaten als besonders schwerwiegend eingestuft.

Weder Tokyo Electron noch TSMC äußerten sich unmittelbar zu dem Urteil, schreibt die Redaktion von Nikkei Asia. Der Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums in der Halbleiterindustrie, insbesondere in einem geopolitisch sensiblen Umfeld, in dem Chip-Technologie zunehmend als strategisches Gut betrachtet wird. (sb)

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