Anbieter zum Thema
Kein Fortschritt in der Steuerung
„Unsere Erfahrung zeigt, dass für die Beherrschung komplexer Wertschöpfungsketten ein durchgängiges Steuerungskonzept wesentlich ist“, gibt Christian Daxböck, Partner und Experte für Supply-Chain-Management bei Horváth & Partners, zu bedenken. „Dies ist den meisten Unternehmen bewusst, sie setzen die Anforderungen jedoch noch unzureichend um.“
Nur rund die Hälfte der befragten Unternehmen hat Supply-Chain-Prozesse definiert und setzt entsprechende Kennzahlensysteme ein. Ein wirkungsvolles Maßnahmencontrolling führen sogar nur 35 Prozent der Unternehmen durch.
„Die Studie zeigt deutlich, dass sich die Definition und Implementierung der Supply-Chain-Prozesse auf Basis der Strategie positiv auf die Leistungsfähigkeit der Supply-Chain auswirken. Trotzdem können wir im Vergleich zu 2011 keine Fortschritte in der Steuerung von Wertschöpfungsketten feststellen“, so das Fazit von Christian Daxböck.
Positiv bewerten die Berater den Trend zur Kooperation mit Kunden beziehungsweise Lieferanten im Supply-Chain-Management. Die Hälfte der Unternehmen unterstützt diese Zusammenarbeit durch Anreizsysteme wie der Verlagerung von Einkaufsvolumen (50 Prozent), der Weitergabe von Kostenerhöhungen (48 Prozent) und Bonus-Malus-Regelungen (47 Prozent). Sonderkonditionen werden dagegen immer seltener gewährt (35 Prozent).
Um die Stabilität globaler Supply-Chain-Netzwerke zu gewährleisten rückt das Risikomanagement jetzt in das Blickfeld der Unternehmen. Trotz zunehmender Wirtschaftskriminalität, komplexer Datenschutzregelungen oder Produkthaftungspflichten betreibt knapp die Hälfte der Unternehmen noch kein Supply-Chain-Risikomanagement, sodass hier großer Handlungsbedarf besteht.
Über die Studie
Die Studie „Supply Chain Performance Management“ wurde im November und Dezember 2014 durchgeführt. Teilgenommen haben 73 Unternehmen unterschiedlicher Größenklassen und Branchen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu den Branchen zählen insbesondere Industriegüter (37 Prozent), Energie (14 Prozent), Chemie/Öl/Pharmazie (14 Prozent), Automotive (12 Prozent) sowie Konsumgüter (6 Prozent). Mehr als die Hälfte der Unternehmen erzielen einen Jahresumsatz von mehr als 1 Mrd. Euro. Die Studie wurde erstmals im Jahr 2011 durchgeführt. Dadurch ist es möglich, Entwicklungen im Supply-Chain-Management innerhalb dieses Zeitraums abzuleiten.
(ID:43565168)