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Was nicht immer beachtet wird sind die Außentemperaturen
Die Ursache derartiger Ausfälle oder Überlastungen von Kühlgeräten ist oft bereits in der Planungsphase zu suchen. Denn bei Maschinen- und Anlagenbauern wird in diesem Stadium in der Regel auch die Klimatisierungslösung mit geplant. Hierbei kommt es darauf an, die Kühlgeräte richtig zu dimensionieren. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass sowohl die Kühlleistung als auch die elektrische Verlustleistung der Komponenten im Schaltschrank genau bekannt sind.
Definierte Kühlleistung hilft Anlagenbauern
Denn die Kühlleistung des Kühlgeräts muss mindestens der maximalen elektrischen Verlustleistung entsprechen. Definiert ist die Kühlleistung in der Norm DIN EN 14511, die unter anderem beschreibt, wie diese bestimmt wird. Planer müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass die Kühlleistung bei genau definierten Bedingungen angegeben wird. Typische Werte sind hierbei Temperaturen von 35°C sowohl im Inneren des Schaltschranks als auch im Außenbereich. Wählt der Planer aufgrund der angegebenen Kühlleistung und der Verlustleistung der Komponenten ein Kühlgerät aus, so reicht diese Kühlleistung nur unter den angegebenen Bedingungen aus.
Die tatsächliche Kühlleistung bei einer Außentemperatur von 50°C ist aber häufig deutlich geringer. Auch eine hohe relative Luftfeuchtigkeit kann sich auf die Kühlleistung der Klimageräte auswirken. Dann wird nämlich ein Teil der Kühlleistung zur Entfeuchtung verwendet und steht nicht mehr zur Senkung der Temperatur zur Verfügung.
Diese Tatsache muss für eine Maschine oder Anlage, die unter extremen klimatischen Bedingungen wie in Indien eingesetzt werden soll, auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Damit Maschinenbauer und Endanwender sich auf die von den Herstellern angegebenen Kühlleistungen verlassen können, ist eine Prüfung durch ein unabhängiges Prüfinstitut hilfreich. Als weltweit erster Hersteller hat Rittal daher sämtliche Kühlgeräte seiner TopTherm-Serie von unabhängigen Stelle prüfen lassen. Der TÜV Nord hat dabei die exakte Kühlleistung gemessen, die häufig sogar über dem von Rittal angegebenen Wert lag. Dem Planer stehen neben dem Standardwert der Kühlleistung bei 35°C auch die Kühlleistungen bei höheren Außentemperaturen zur Verfügung.
Neben der Kühlleistung bei definierten Bedingungen ist auch die Energieeffizienz der Geräte zertifiziert. Da die Kühlleistung der Geräte auch unter extremen Bedingungen, wie etwa bei einer Umgebungstemperatur von 50°C, angegeben und TÜV-geprüft ist, kann sich der Planer darauf verlassen, dass die Klimatisierungslösung auch unter diesen Bedingungen die notwendige Kühlleistung liefert.
Software unterstützt bei der Planung
Um die Klimatisierung einer Anwendung optimal zu planen, bietet Rittal seinen Kunden die Software Therm an. Diese Software zur Berechnung von Klimatisierungslösungen von Schaltschränken verfügt über eine einfach zu bedienende Oberfläche, die den Anwender Schritt für Schritt zur richtigen Auslegung der Klimatisierung führt. In der Software lassen sich interaktiv das verwendete Gehäuse und die darin eingebauten Komponenten, die die Verlustleistung erzeugen, auswählen. Auch die Umgebungsbedingungen werden abgefragt.
Die Software führt anschließend die aufwendige Berechnung des Klimatisierungsbedarfs automatisch durch und schlägt eine passende Klimatisierungslösung vor. Alle Auswertungen lehnen sich an die Vorgaben der IEC/TR3 60890 AMD 1 und der DIN 3168 für Schaltschrank-Kühlgeräte an. Als Resultat erhält der Planer die passende Klimatisierungslösung für seine Anlage, die auch unter extremen Umgebungsbedingungen die Klimatisierung des Schaltschranks gewährleistet. Die Herborner sind ihren Kunden u.a. mit dieser Software bei der richtigen Dimensionierung der Klimatisierungslösung behilflich. Auch bei Endkunden in Indien kann man beispielsweise für bestimmte Anwendungen die Berechnungen mit Therm als Dienstleistung durchführen.
* Hans-Robert Koch arbeitet als Leiter Fachpresse bei Rittal in Herborn.
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