Gescheiterte Manager Die Pannen-CEOs

Redakteur: Franz Graser

Auch Wirtschaftskapitäne in der IT- und Telekommunikationsbranche sind nicht gegen Schiffbruch gefeit. Wir stellen einige dieser gescheiterten CEOs vor.

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Es gibt eine Handvoll brillanter CEOs, viele Normale, aber auch einige Blender und – hoffentlich wenige – Betrüger. Und manche haben einfach Pech. (3forward)
Es gibt eine Handvoll brillanter CEOs, viele Normale, aber auch einige Blender und – hoffentlich wenige – Betrüger. Und manche haben einfach Pech. (3forward)

Geschäftsführer, Vorstandschefs, CEOs – wer ein Unternehmen leitet, trägt viel Verantwortung. Der Stress und der Druck sind gewaltig, nicht zuletzt dann, wenn Aktionäre konstante Kursgewinne erwarten.

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Reihe von Unternehmenschefs aus der IT-und TK-Branche vor, die spektakulär gescheitert sind – manche, weil sie ihre Firma nicht in den Griff bekamen, manche, weil sie einfach Pech hatten. Einige wenige entwickelten jedoch nachgerade kriminelle Energien. Vorhang auf für die Pannen-Parade!

10. Daniel David, Gigabell

Vor seiner Karriere als Online-Unternehmer hatte sich Rudolf Zawrel als Schlagersänger versucht – mit mäßigem Erfolg. Aus dieser Zeit stammt der Künstlername Daniel David, den Zawrel auch bei der Gründung des Internet-Providers IPF.NET beibehielt.

IPF.NET bot Internetanbindungen für Firmenkunden an. Doch die Goldgräberstimmung im Zuge des Dotcom-Booms und der Liberalisierung des Telefonmarktes machte Lust auf mehr.

Das Firmenkundengeschäft wurde durch eine Internetagentur und einen Internet-by-Call-Provider namens OKAY.NET ergänzt. Und schließlich wollte die Company im Kreis der großen Telecoms mitspielen: Mit einem Call-by-Call-Dienst versuchte man, mit der Deutschen Telekom zu konkurrieren.

Alle Aktivitäten gingen in einem neuen Unternehmen auf, das ein Full-Service-Dienstleister für Sprachtelefonie und Internet werden sollte. Die Firma erhielt den Namen Gigabell und ging am 11. August 1999 an den Neuen Markt. Da an diesem Tag in Deutschland eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten war, lautete das Motto des Börsengangs: "Wenn wir an die Börse gehen, geht die Sonne zwei mal auf."

Prominente Persönlichkeiten wie der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling als Aufsichtsratsvorsitzender versuchten, Gigabell Seriosität zu verleihen. Intern war jedoch geschlampt worden. Als Gigabell im September 2000 als erstes Unternehmen des Neuen Marktes Insolvenz anmelden musste, wurde die mangelhafte Buchführung offenkundig: Der Insolvenzverwalter hatte große Mühe, sich ein Bild über die finanzielle Verfassung des Unternehmens zu machen. Auch Rechnungen für Strom und Wasser waren nach Presseberichten nicht bezahlt worden.

Daniel David hatte offensichtlich den Überblick über sein Unternehmen verloren. Etwa ein Jahr nach Einleitung des Insolvenzverfahrens war von Gigabell nichts mehr übrig.

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