Zwölf Menschen haben bislang den Mond betreten, der letzte vor genau einem halben Jahrhundert während der „Apollo 17“-Mission. 50 Jahre später werden die Pläne zur Rückkehr konkreter. Erstmals könnte bald auch eine Frau den Erdtrabanten besuchen.
Die Besatzung von Apollo 17 verbrachte fast 75 Stunden auf der Mondoberfläche, führte fast 22 Stunden Außenbordeinsätze (EVAs) durch und legte fast 19 Meilen mit dem Lunar Roving Vehicle (LRV) zurück. Auf diesem Foto, das während des zweiten Weltraumspaziergangs am 12. Dezember 1972 aufgenommen wurde, steht der Kommandant der Apollo-17-Mission, Eugene A. Cernan, neben dem Mondrover, der vom Marshall Space Flight Center entwickelt wurde.
(Bild: NASA)
Am heutigen Mittwoch (7. Dezember) vor genau 50 Jahren hob mit einem gewaltigen Grollen eine riesige Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center ab. Der Zeitpunkt – 0:33 Uhr Eastern Standard Time – war ein Meilenstein: Er markiert den ersten Nachtstart in der Geschichte der bemannten US-Raumfahrt. Mit der Rakete startete die heiße Phase der Apollo-17-Mission der Nasa. Es war der elfte bemannte Flug des „Apollo“-Programms – und der letzte. Neben dem Kommandanten Eugene A. Cernan hatten sich noch Ron Evans und Harrison Schmitt in die winzige Raumkapsel gequetscht, die auf der Spitze der Rakete montiert war. Unter ihnen tausende Tonnen hochentzündlicher Brennstoff – ein Höllenritt.
Was mit Neil Armstrong begann, endete – vorerst – mit Eugene Cernan. „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“, sagte der 2012 gestorbene Armstrong, als er 1969 als erster Mensch einen Fuß auf die Mondoberfläche setzte – und Raumfahrtgeschichte schrieb. Drei Jahre später beendete Cernan das Kapitel der bemannten Mondlandungen – aber schon aus seinen letzten Worten auf dem Mond wird deutlich, dass es kein Ende für immer sein sollte: „Wir gehen wie wir kamen und – wenn Gott es so will – werden wir wiederkommen, mit Frieden und Hoffnung für die ganze Menschheit“, sagte der 2017 gestorbene Cernan am 14. Dezember 1972, bevor er wieder vom Erdtrabanten abhob.
Am 10. Dezember erreichten die Astronauten den Mondorbit. Während Evans in der Apollo-Kommandokapsel im Orbit die Stellung hielt, landeten Cernan und Schmitt am Tag darauf im Taurus-Littrow-Tal auf der Oberfläche des Erdtrabanten. Hier verbrachten sie fast 75 Stunden. Sie unternahmen drei Außeneinsätze (EVAs), die insgesamt knapp 22 Stunden dauerten. Mit dem Lunar Roving Vehicle (LRV), einem vom Marshall Space Flight Center entwickelten Mondrover, legten sie fast 19 Meilen im Mondstaub zurück. Cernan und Schmitt entnahmen Gesteinsproben, fotografierten und führten wissenschaftliche Messungen durch. Nach dem Rückflug landete die Kapsel am 19. Dezember 1972 wieder auf der Erde.
Der Mond ist wieder in Mode gekommen
Ein halbes Jahrhundert nach „Apollo 17“ scheint die Erfüllung von Cernans Prophezeiung nun aber nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Der Mond ist wieder in Mode gekommen. Eine Art zweites Wettrennen ist in Gang, an dem sich neben Russland und den USA diesmal unter anderem auch China, Indien, Israel, Japan, Südkorea und die europäische Raumfahrtagentur Esa beteiligen.
Die Nasa schickt mit Unterstützung anderer Raumfahrtagenturen dabei „Artemis“ ins Rennen – Göttin des Mondes und Zwillingsschwester von „Apollo“ in der griechischen Mythologie. Mit dem Programm sollen in den kommenden Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mars landen, darunter erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person.
Bei der Mission sollen zunächst vier Astronauten mit der Kapsel „Orion“ in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Mond auf ein Landegefährt umsteigen sollen. Geplant ist der Start derzeit frühestens 2025. Auch ein Rover soll mit.
Außenposten für spätere Mars-Mission
Zudem sollen auf dem Mond und in dessen Umlaufbahn Außenposten entstehen, auch als Basis für eine spätere Mars-Mission. Die Esa und Raumfahrtagenturen mehrerer anderer Länder sind an dem derzeit rund 30 Milliarden Dollar teuren Projekt beteiligt.
„Wir fliegen zurück zum Mond für wissenschaftliche Entdeckungen, wirtschaftlichen Nutzen und zur Inspiration einer neuen Generation von Entdeckern“, heißt es von der Nasa. „Wir behalten die amerikanische Vorherrschaft in der Erkundung, aber bauen gleichzeitig eine globale Allianz und erkunden den tiefen Weltraum zum Nutzen aller.“
Stand: 08.12.2025
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Eine Art Mond-Wirtschaftssektor mit vielen Jobs soll entstehen. Von der Erforschung des Mondes erhoffen sich Nasa-Wissenschaftler zudem nicht nur neue Informationen über den Erdtrabanten selbst, sondern auch über ie Erde und das gesamte Sonnensystem. Die Mond-Mission soll zudem, unter anderem durch technische Innovationen, auch die Landung von Menschen auf dem Mars vorbereiten.
Lange hatte sich die „Artemis“-Mission mit einer Kostenexplosion und immer neuen Verzögerungen vor allem krisengeplagt gezeigt. Auch der Start der ersten und noch unbemannten Mission „Artemis 1“ wurde immer wieder verschoben, gelang dann aber Mitte November. Seitdem ist „Orion“ unterwegs und wird am 11. Dezember zurück auf der Erde erwartet. Nasa-Chef Bill Nelson spricht jetzt schon von einem „außergewöhnlichen Erfolg“. (me)