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Taiwan will Partnerschaft mit Deutschland intensivieren

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Mit deutscher Gründlichkeit und Disziplin

Gute Beziehungen nach Deutschland hat auch Eris Technology, ein taiwanischer Hersteller für Dioden und Gleichrichter. Als Eris im Jahr 1995 entstand, so berichtet der Firmengründer und CEO Jonathan Chang, kaufte das Unternehmen Silizium-Wafer für Schottky-Dioden von der ostdeutschen Firma SECOS ein, um sie weiter zu verkaufen. Nachdem aber der Euro eingeführt wurde und der Kurs der Gemeinschaftswährung schließlich mit dem Dollar gleichzog, entschloss sich Chang, nicht mehr nur die Wafer zu vermarkten, sondern auch die Halbleiterbauelemente, die aus den Wafern von Subunternehmern in China hergestellt wurden. Und seit zwei Jahren verfügt Eris über eine eigene Fertigung und fertigt die Gleichrichter selbst.

Mit diesem Schritt reagierte Eris-Gründer Chang auf die steigenden Arbeitskosten in der Volksrepublik China. „Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 hat sich China sehr gewandelt“, sagt Chang: „Vorher war man nur daran interessiert, Produkte für ausländische Kunden herzustellen. Dann hat sich China entschieden, die Inlandsnachfrage anzukurbeln und die Gehälter zu erhöhen – jedes Jahr um 20 Prozent. Daher haben wir es als gute Idee angesehen, unsere eigene Fertigung aufzubauen.“

Die Diodenfertigung bei Eris ist zu einem hohen Grad automatisiert, um die Produktionskosten möglichst niedrig zu halten. Aber nicht nur in den Produktionsprozess, sondern auch in das Produkt sind viele Ideen geflossen. „Wir verwenden einen patentierten Schottky-Prozess und steigern damit die Effizienz gegenüber vergleichbaren Schottky-Devices um 30 Prozent. Damit kann der Energieverlust in Switched Mode Power Supplies (SMPS) verringert werden, um so die Voraussetzung für Green Power zu erfüllen“, erläutert Firmengründer Chang.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Packaging: „Eris hat die dünnste Mini-Bridge der Welt entwickelt, die wir EBS nennen. Sie findet ihre Anwendung in LED-Beleuchtungen. Das Gehäuse einer LED hat ja in der Regel sehr beschränkten Platz. Das EBS-Device zielt daher auf den Markt dieser schlanken Gehäuse“, so der CEO.

In den Dioden steckt noch viel Potenzial

Obwohl Dioden mitunter als Low-End-Bauteil wahrgenommen werden, sieht Chang in diesem Produkt noch viel Zukunft. „Das Geschäft mit Dioden wird nie sterben. Professor Walter Schottky hat die Schottky-Diode im vergangenen Jahrhundert entwickelt, und es gibt sie immer noch. Man kann sie – anders als Speicherbausteine – immer verkaufen. Wir haben also ein ganz geringes Risiko, was unseren Lagerbestand betrifft.“ In den zurückliegenden drei Jahren sei der Preis für die Halbleiter zudem konstant geblieben. Darüber hinaus werden in immer mehr Geräten Dioden eingebaut: „Überall, wo Gleichstrom verwendet wird, gibt es Bedarf für Dioden und Gleichrichter.“

Chang betont auch, dass es das Innovationspotenzial für das Halbleiterbauteil durchaus noch nicht ausgeschöpft ist: „In Bezug auf das Material wird sich zwar wenig ändern, da wird es auch weiterhin beim Silizium bleiben. Aber wo man früher sechs Schichten verwendet hat, kann jetzt auf fünf heruntergehen, vielleicht in Zukunft auch auch auf vier oder drei. Wenn man dann noch die Größe des Bauelements um fünfzig Prozent verringert, kann man die Stückkosten ebenfalls um die Hälfte reduzieren.“

Bei all seinen unternehmerischen Aktivitäten geht Chang mit der Disziplin und Gründlichkeit vor, die er bei seinen deutschen Geschäftspartnern von SECOS kennengelernt hat. Er selbst ist meist ab 8 Uhr früh im Büro zu finden, das er selten vor 22.30 Uhr verlässt. An den deutschen Geschäftspartnern schätzt er zudem vor allem die Loyalität und Verlässlichkeit.

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