Spektrum- und Netzwerkanalyse wird für Entwickler günstiger

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Flexibel einsetzbares HF-Messgerät für Elektronik-Entwickler

Thomas Rottach erläutert im Interview, an wen sich die Analysatoren der Serie SVA 1000X richten, warum selbst ein Einstiegsgerät überzeugen kann und warum man auf ein Prüflabor nicht verzichten kann.
Thomas Rottach erläutert im Interview, an wen sich die Analysatoren der Serie SVA 1000X richten, warum selbst ein Einstiegsgerät überzeugen kann und warum man auf ein Prüflabor nicht verzichten kann.
(Bild: Siglent)

An wen richtet sich die Familie der Spektrum-Analysatoren SVA1000X?

Die großen Stärken der Familie sind die Vielseitigkeit und das sehr gute Preisleistungsverhältnis. Das Modell mit 3 GHz gibt es in der Grundausstattung für unter 3000 € zu haben und bietet solide Spezifikationen, sowohl als Spektrum-Analysator- als auch VNA und ebenso für die optionale Vektor-Signal Analyse. Die primäre Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen, die ein flexibel einsetzbares HF-Messgerät für Ihre Entwicklungsarbeit benötigen. Als einen Zielmarkt sehe ich die Embedded- und IoT-Entwicklung. Entwickler untersuchen beispielsweise die EMV-Vormessungen, Antennenanpassung oder die Modulationsanalyse.

Warum genügt zum Vermessen von Antennenparametern ein Gerät der Einstiegsklasse?

Hier ist es wichtig, ein wenig zu differenzieren. Ich würde beispielsweise zum Einmessen eines EMV-Prüfstandes kein Gerät der Einstiegsklasse wählen, aber in der Wareneingangskontrolle zum Überprüfen der Parameter von zugekauften Antennen. In der Entwicklung und zur Optimierung kann der Anwender zur Verbesserung der relativen Genauigkeit den aus der EMV-Pre-Compliance bekannten Ansatz, Referenzmessung und Korrelation benutzen. Damit lässt sich auch mit einem Gerät der Einstiegsklasse ein verlässliches Ergebnisse erzielen.

Wie präzise sind die Messergebnisse und kann auf teure Messhardware verzichtet werden?

Ich möchte nicht zwischen teuer und günstig unterscheiden. Es ist meiner Meinung nach viel wichtiger, das Preis-Nutzen-Verhältnis zu betrachten. Wenn die Anforderung hoch und eine hochgenaue Messung notwendig ist, muss das entsprechende Equipment gewählt werden. Dann ist der Preis zweitrangig. Der SVA1000X muss sich dank seiner guten Basisgenauigkeit nicht verstecken, ist aber in der Genauigkeit und Dynamik den höherklassigen Spektrum-Analysatoren und der reinen Netzwerkanalysatoren unterlegen. In der Realität ist eben nicht immer ein High-End-Gerät notwendig.

Ersetzt der Einsatz der SVA1000X den Gang in ein Prüflabor oder ist es eher eine erste Abschätzung?

Beim SVA1000X ist es wie bei fast allen anderen Spektrum-Analysatoren: Der Gang zum Prüflabor kann nicht ersetzt werden. Das Gerät ist nicht CISPR-konform und kann nicht in einem zertifizierten Prüflabor für Zulassungstest eingesetzt werden. Jedoch eignet es sich für EMV-Vormessungen. Diese Messungen dienen dazu, um möglichst frühzeitig Störquellen zu finden und um die Wirksamkeit von Anpassungen zu verifizieren. Im besten Fall vermeidet man dadurch den wiederholten Gang ins Prüflabor und spart Kosten für ein spätes Re-Design und die erneuten Prüfgebühren.

* Patrik Gold arbeitet als Technischer Support- und Applikations-Manager bei Siglent.

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