Supply-Chain-Management Manager-Schnelltest: Riskante Lieferkette entlarven

Von Margit Kuther 2 min Lesedauer

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Viele Unternehmen haben ihre Lieferketten aufgrund der zahlreichen Krisen angepasst, aber nicht grundlegend verbessert. Strukturelle Schwächen belasten weiterhin Liquidität, Kosten, Planbarkeit und Lieferfähigkeit.

Lieferketten: Nicht nur externe, sondern auch interne Unternehmensschwächen belasten die Lieferfähigkeit.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Lieferketten: Nicht nur externe, sondern auch interne Unternehmensschwächen belasten die Lieferfähigkeit.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Da diese strukturellen Schwächen abteilungsübergreifend entstehen und gelöst werden müssen, haben die Lieferkettenexperten von Kloepfel by EPSA eine einfache Checkliste entwickelt. Sie ermöglicht Managern aller Abteilungen eine Selbstdiagnose in wenigen Minuten.

Hinweis 1: Silodenken statt Teamarbeit

Ein zentrales Problem ist die unzureichende Abstimmung zwischen Einkauf, Planung, Produktion und Vertrieb. Informationen werden verzögert oder unvollständig weitergegeben, Entscheidungen isoliert getroffen. Optimierungen in einzelnen Abteilungen beseitigen Probleme nicht, sondern verlagern Risiken, Engpässe und Kosten entlang der Lieferkette.

Lösung: regelmäßige, verbindliche Abstimmungen über Abteilungsgrenzen hinweg ersetzen isolierte Einzeloptimierungen.

Hinweis 2: Excel statt Transparenz

Planung, Bestände sowie Lieferzusagen werden parallel in unterschiedlichen Systemen und teils weiterhin in Excel gepflegt. Dies führt zu unterschiedlichen Datenständen, eine einheitliche Datengrundlage fehlt. Entscheidungen hängen damit vom Wissen Einzelner ab, nicht von transparenten, gemeinsamen Zahlen.

Lösung: Planungstools führen Daten aus allen relevanten Systemen zusammen und schaffen eine verlässliche Grundlage für Planung, Bestände und Lieferzusagen.

Hinweis 3: Lieferanten statt Einkäufer am Steuer

Die stagnierende Nachfrage führt zu einem Käufermarkt, Unternehmen geben zunehmend bei Lieferterminen, Mengen oder Preisen nach. Diese Kompromisse werden zum Normalzustand. Sinkende Verhandlungsmacht ist dabei ein Symptom struktureller Schwächen in der Lieferkette.

Lösung: Eine abteilungsübergreifend abgestimmte Lieferantenstrategie mit klaren Prioritäten, Alternativen und definierten Verhandlungsspielräumen stärkt die eigene Position und reduziert Abhängigkeiten.

Hinweis 4: Kostenanstieg statt Wertschöpfung

Steigende Transport-, Bestands- und Koordinationskosten sind häufig nicht das eigentliche Problem, sondern das sichtbare Symptom. Hohe Lagerbestände binden Working Capital, verschlechtern die Liquidität und erhöhen das Risiko, ohne die Lieferfähigkeit verlässlich zu verbessern.

Lösung: Bestände, Durchlaufzeiten und Prozesse müssen ganzheitlich gesteuert werden, um Kapitalbindung zu reduzieren und Kosten nachhaltig zu senken.

Hinweis 5: Aktionismus statt Ursachenarbeit

Expresslieferungen, kurzfristige Umplanungen und manuelle Eingriffe prägen vielerorts den Alltag. Entscheidungen basieren häufig auf unvollständigen, widersprüchlichen oder veralteten Daten. Ursachen werden operativ kaschiert, statt systematisch behoben.

Lösung: Wiederkehrende Störungen müssen transparent gemacht, systematisch analysiert und über funktionierende Prozesse dauerhaft behoben werden, statt sie durch kurzfristige Notlösungen zu überdecken.

Fazit

„Wenn Lieferketten nur noch durch Kompromisse, Feuerlöschen und steigende Kosten funktionieren, ist das kein Einzelfall mehr, sondern ein strukturelles Problem“, sagt Ingo Glawe, Lieferkettenexperte bei Kloepfel by EPSA. (mk)

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