Europäische Forschung Helmholtz und EMBO fordern EU-Agenda für Biomedical Engineering

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Eine koordinierte Strategie soll Europas Forschung stärker in Medizintechnik, Ausgründungen und industrielle Anwendungen überführen. Zu den Vorschlägen gehören spezialisierte Studiengänge, gezielte Förderprogramme und eine frühere Zusammenarbeit mit Kliniken und Unternehmen.

Biomedical Engineering verbindet Forschung und Ingenieurwissenschaften, etwa bei der Entwicklung von Medizingeräten.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Biomedical Engineering verbindet Forschung und Ingenieurwissenschaften, etwa bei der Entwicklung von Medizingeräten.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Wie lässt sich Europas Forschung im Biomedical Engineering schneller in Anwendungen und Unternehmen überführen? Helmholtz und die Wissenschaftsorganisation EMBO (European Molecular Biology Organization) schlagen dafür eine koordinierte europäische Agenda vor. Ihre Empfehlungen reichen von spezialisierten Studiengängen und Förderprogrammen bis zur engeren Zusammenarbeit von Forschung, Kliniken und Industrie.

Biomedical Engineering verbindet Biologie und Medizin mit Ingenieurwissenschaften und künstlicher Intelligenz. Das Feld reicht von Präzisionsdiagnostik und regenerativer Medizin bis zur Entwicklung neuer Medizingeräte. Nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren verfügt Europa über eine starke Forschungsbasis, überführt wissenschaftliche Erkenntnisse aber nicht konsequent genug in Produkte und Unternehmen. Ihre Vorschläge veröffentlichten sie in einem Kommentar im Fachjournal Nature.

Eigenständiges Fachgebiet

Ein zentraler Ansatz ist, Biomedical Engineering als eigenständiges Fachgebiet stärker zu verankern. Dazu schlagen die Fachleute eigene Professuren und Fakultäten, international konkurrenzfähige Studiengänge und attraktive Karrierewege vor. Spezifische Förderprogramme und Begutachtungsgremien mit Bioengineering-Expertise sollen zudem interdisziplinäre und anwendungsorientierte Forschung gezielter unterstützen.

Auch der Transfer in die Praxis soll früher ansetzen: Forschungsteams sollten bereits in der Entwicklung mit Kliniken und Industrie zusammenarbeiten. Unterstützung bei Produktentwicklung und Validierung sowie eine gezielte Förderung von Ausgründungen könnten helfen, Erkenntnisse schneller in Anwendungen zu überführen. Unternehmerische Kompetenzen sollten nach Ansicht der Autorinnen und Autoren außerdem Teil der Ausbildung sein. Regionale Bioengineering-Hubs könnten Universitäten, Krankenhäuser, Unternehmen, Investoren und Gründer vernetzen.

Chancen für Deutschland und Europa

„Biomedical Engineering bietet enorme Chancen für Deutschland und Europa: für eine bessere Gesundheitsversorgung ebenso wie für Wachstum und technologische Souveränität“, sagt Helmholtz-Präsident Martin Keller. Entscheidend sei, über Fach- und Institutionsgrenzen hinwegzuarbeiten und Forschung schneller in Innovationen zu überführen. Auch EMBO-Direktorin Fiona Watt betont die Bedeutung internationaler und interdisziplinärer Vernetzung: Organisationen wie EMBO könnten dazu beitragen, Forschende über Disziplinen, Karrierestufen und Ländergrenzen hinweg zusammenzubringen.

Die Empfehlungen richten sich an die Europäische Kommission, nationale Regierungen, Hochschulen, Forschungsorganisationen, Förderer und die Industrie. Sie sind ein strategischer Appell; konkrete Finanzierungszusagen oder einen Zeitplan nennt die Pressemitteilung nicht.. (heh)

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