Folgen für Luft- und Raumfahrt DLR und Roskosmos kündigen Zusammenarbeit auf

Quelle: dpa

Als Reaktion auf die russische Invasion der Ukraine hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Zusammenarbeit mit Russland für beendet erklärt. Als Reaktion darauf erklärte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos jegliche Kooperation für beendet. Die Folgen für weiter internationale Raumfahrt-Projekte sind noch nicht absehbar.

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NASA, ESA, Roskosmos: Europäische, Amerikanische und russische Raumfahrtbehörden kooperieren bei der Internationalen Raumstation ISS. Nun haben das deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) und Roskosmos gegenseitig die Zusammenarbeit aufgekündigt. Was bedeutet dies für weitere internationale Projekte?
NASA, ESA, Roskosmos: Europäische, Amerikanische und russische Raumfahrtbehörden kooperieren bei der Internationalen Raumstation ISS. Nun haben das deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) und Roskosmos gegenseitig die Zusammenarbeit aufgekündigt. Was bedeutet dies für weitere internationale Projekte?
(Bild: NASA/Roskosmos)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beendet wegen des Angriffs auf die Ukraine laufende Kooperationen mit Russland. Das teilte das DLR am Mittwochabend in Köln mit. Als eine der größten Forschungsorganisationen in Europa sei man der internationalen Zusammenarbeit verpflichtet, hieß es in einer Erklärung.

„Im DLR sind Mitarbeitende aus 96 Ländern beschäftigt. Sie stehen für ein friedliches Miteinander aller Nationen und Menschen. Für uns gilt: Gewalt darf kein Mittel zur Durchsetzung von Zielen jedweder Art sein. Wir sehen deshalb mit großer Sorge die Entwicklungen in der Ukraine und verurteilen die kriegerischen Handlungen Russlands.“

Das DLR kooperiere in einer Reihe von Forschungsprojekten mit russischen Einrichtungen, zum Teil unter Beteiligung weiterer deutscher Forschungsgruppen und Hochschulen sowie internationalen Partnern. Vor dem Hintergrund des Angriffskriegs auf die Ukraine habe der Vorstand des DLR nun beschlossen, dass es keine neuen Projekte oder Initiativen mit Institutionen in Russland geben werde. Die Zusammenarbeit mit russischen Institutionen bei laufenden oder in Planung befindlichen Projekten werde gestoppt.

Roskosmos: „Irreparabler Schaden“ für langfristige Beziehungen

Die russische Seite reagierte auf die Ankündigung prompt: Am Donnerstag erklärte auch Russland die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für beendet. Die Entscheidung des DLR habe den langfristigen Beziehungen einen irreparablen Schaden zugefügt, der sich erheblich auf die Aktivitäten bei der Erforschung des Weltraums für friedliche Zwecke auswirke. Das geht aus einem am Donnerstag in Moskau veröffentlichten Schreiben des Chefs der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, hervor.

Darin heißt es: „In dieser Hinsicht halte ich eine weitere Zusammenarbeit (...) für unmöglich, gemeinsame Experimente auf der Internationalen Raumstation durchzuführen.“Betroffen seien zudem Experimente zur Entwicklung eines Boden-Weltraum-Systems zur Überwachung und Vorhersage von Naturkatastrophen. Ein Sprecher des DLR in Köln sagte auf dpa-Anfrage zu den Äußerungen von Rogosin: „Wir nehmen die Reaktion der russischen Seite zur Kenntnis, möchten sie aber nicht weiter kommentieren.“

Das DLR hatte am Mittwochabend mitgeteilt, wegen des Angriffs auf die Ukraine laufende Kooperationen mit Russland zu beenden. Auf Nachfrage hatte ein DLR-Sprecher allerdings noch gesagt, die Internationale Raumstation ISS sei davon nicht betroffen. Hier seien die Europäische Raumfahrtagentur Esa und das US-Pendant Nasa zuständig. Die amerikanische Raumfahrtbehörde hatte am Dienstag mitgeteilt, die Situation weiter beobachten zu wollen. Die USA und Russland kooperieren beim Unterhalt der ISS und bei Flügen dorthin. Russland hatte bereits am Dienstag angekündigt, als Reaktion auf US-Sanktionen die Lieferung von Raketentriebwerken an die USA auszusetzen.

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