Omron-Ausgründung Aratas investiert in Hochstromtechnik und neue Fertigung

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Aus Omrons Komponentengeschäft ist Aratas geworden. Die neue Gesellschaft will vor allem ihr Geschäft mit Komponenten für hohe Ströme und Spannungen sowie für Halbleitertests ausbauen. Parallel investiert sie rund zehn Milliarden Yen in zusätzliche Fertigungskapazität.

Aratas im Neustart: Aus Omrons Komponentengeschäft hervorgegangen, konzentriert sich das Unternehmen auf Hochstromrelais, DC-Technik und Halbleitertests und baut parallel seine Fertigungskapazitäten aus.(Bild:  Aratas)
Aratas im Neustart: Aus Omrons Komponentengeschäft hervorgegangen, konzentriert sich das Unternehmen auf Hochstromrelais, DC-Technik und Halbleitertests und baut parallel seine Fertigungskapazitäten aus.
(Bild: Aratas)

Seit dem 1. Oktober 2026 arbeitet der frühere Geschäftsbereich Device & Module Solutions (DMS) von Omron als Aratas unter einer neuen Managementstruktur. US-Investor Carlyle ist Mehrheitsgesellschafter, Omron selbst bleibt als Minderheitsgesellschafter beteiligt. Beim Branchentreffen Pretzl Connect erläuterte Fabrizio Petris, Senior Strategic Marketing Manager bei Aratas, wohin das Unternehmen Entwicklung und Investitionen künftig lenken will.

Die neue Firma führt das bisherige Portfolio aus Relais, Schaltern, Steckverbindern und Sensoren ebenso fort wie Produktionsnetz, Vertriebswege und Supportstrukturen. Aratas beschäftigt rund 6.000 Menschen und produziert nach eigenen Angaben etwa 2,2 Milliarden Komponenten pro Jahr. Strategisch konzentriert sich das Unternehmen zunächst auf Energiemanagement, Mobilität, digitale Infrastruktur und intelligente Automatisierung.

PCB-Relais sollen Aufgaben von Schützen übernehmen

Ein Schwerpunkt liegt auf Relais für hohe Ströme und Spannungen. Anwendungen sieht Aratas unter anderem in Solarwechselrichtern, Batteriespeichern, Ladeinfrastruktur und unterbrechungsfreien Stromversorgungen. Mit leistungsfähigeren Leiterplattenrelais will das Unternehmen dabei je nach Anwendung auch klassische Schütze ersetzen.

Die Baureihe G9KA erreicht in der leistungsstärksten Ausführung 300 A bei 1.000 V AC. Den Kontaktwiderstand im Neuzustand gibt Aratas mit höchstens 0,2 mΩ an. Der geringe Widerstand reduziert die Verlustleistung und damit die Wärmeentwicklung bei hohen Strömen. Gleichzeitig kann eine Leiterplattenlösung einen Teil der Verdrahtung eines Schützes einsparen. „Es geht also nicht nur um Einsparungen bei Platz und Gewicht, sondern auch bei den Produktionskosten“, sagte Petris bei Pretzl Connect. Die Präsentation führt den G9KA in der Hochleistungsvariante ebenfalls mit 1.000 V und 300 A.

Auch Gleichspannung rückt stärker in den Mittelpunkt. Das PCB-Relais G9KD ist für bis zu 1.500 V DC ausgelegt. Bei 1.000 V DC kann es laut Hersteller einen Strom von 150 A abschalten. Aratas nennt als Nennwerte 40 A bei 1.500 V DC beziehungsweise 50 A bei 1.000 V DC. Neben Energiespeichern und Ladegeräten sieht Petris zunehmend Anwendungen für Gleichstromnetze in Fabriken und Gebäuden. „Der Trend geht jetzt dahin, direkt mit Gleichstrom zu versorgen. Dafür braucht man aber zuverlässige Komponenten“, erklärte Petris.

Halbleitertests verlangen dichtere Kontakte

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf digitaler Infrastruktur und insbesondere auf automatisierten Halbleitertests. Mit steigender Integrationsdichte müssen Testsysteme mehr Kontakte auf kleinerem Raum unterbringen und Signale bei hohen Frequenzen zuverlässig übertragen.

Aratas setzt dafür unter anderem mittels Galvanoformung hergestellte Blade Pins ein. Für Hochfrequenztests nennt das Unternehmen Anwendungen bis 50 GHz; bei Narrow-Pitch-Tests sind je nach Ausführung Rastermaße bis hinunter zu 0,175 mm möglich. Ergänzt wird das Portfolio durch Signal- und MOSFET-Relais. Die Produkt-Roadmap sieht unter anderem MOSFET-Relais für Hochfrequenzsignale bis 20 GHz vor.

Zehn Milliarden Yen für mehr Fertigungskapazität

Die neue Eigentümerstruktur soll Aratas mehr Spielraum für Entwicklung und Produktion geben. Für die Verlagerung und Erweiterung des Werks in Malaysia investiert das Unternehmen rund zehn Milliarden Yen. Die Produktionskapazität soll dort auf das Eineinhalbfache steigen. Der neue Standort soll Ende 2027 den Betrieb aufnehmen und künftig mehr als zehn Prozent der weltweiten Produktionskapazität von Aratas abdecken.

Auch in Forschung und Entwicklung will Aratas stärker investieren. Petris sprach bei Pretzl Connect von 27 neuen Produkten im laufenden Geschäftsjahr, das bei Aratas bis Ende März 2027 läuft. Die Präsentation bestätigt die 27 Produkte im FY2026-NPI-Plan sowie die geplante Steigerung der Produktionskapazität in Malaysia auf das 1,5-Fache. Neben Energie, Mobilität, Halbleitertechnik und Automatisierung prüft Aratas längerfristig auch Chancen im Gesundheitswesen sowie in der Luft- und Raumfahrt. (mc)

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