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Die 1950er Jahre: Der erste Generationenwechsel
Der kinderlose Hugo Knümann verstarb 1953 und vermachte sein Unternehmen Josef Eisert sowie Ursula Lampmann. Um den immer empfindlicher werdenden Abhängigkeiten von Zulieferern zu begegnen, beschlossen beide, eine eigene Fertigung zu bauen. 1957 entstand am Flachsmarkt in Blomberg die erste Werkshalle zur Fertigung von Schrauben und Kunststoffteilen. Stanz- und Biegeteile wurden aus dem Sauerland von Noelle & Berg geliefert. Unter dem Namen Phoenix Feinbau avancierte die Schwestergesellschaft zum ausschließlichen Zulieferer.
Die Verwaltung siedelte 1966 von Essen nach Blomberg um, in das neu errichtete, viergeschossige Bürogebäude am Flachsmarkt. Damit befand sich der komplette Firmensitz (rund 300 Mitarbeiter) in Blomberg.
Josef Eisert wurde seit 1961 von seinem ältesten Sohn Klaus unterstützt, 1962 kam der zweite Sohn Jörg dazu. Ingenieur Klaus kümmerte sich um Vertrieb und Produktentwicklung, Ingenieur Jörg um die Produktion.
Gegen Ende der 1960er Jahre folgte Eisert senior dem Trend, Produktionsabläufe mittels Elektronik zu automatisieren. Um auch auf Leiterplatten zuverlässige Kontakte zu gewährleisten, entwickelte er die ersten Ein-Pin-Klemmen, die aneinander auf die Platine gelötet werden können. Das war der Startschuss für die Leiterplattenklemmen – und damit für Lösungen speziell für Gerätehersteller. In den 1970er Jahren folgten mit der Miniklemme für gedruckte Schaltungen (MKDS) und der ersten Leiterplattenklemme mit Federanschluss weitere Quasi-Standards.
In den folgenden Jahren baute der Geschäftsbereich das Verbindungs- und Gehäuseangebot kontinuierlich mit durchgängigen und flexiblen Anschlusslösungen, die die Anlagenverfügbarkeit erhöhen, aus.
Den Trend zur dezentralen Verkabelung stärkte man mit einem Programm von Rundsteckverbindern. Mit der M12-Schnellverriegelung SPEEDCON, dem DC-Stecksystem SUNCLIX für Photovoltaik-Anwendungen und dem Combined Charging System für Elektrofahrzeuge entstanden wegweisende Verbindungslösungen für unterschiedliche Branchen.
Der technischen Entwicklung folgend erfolgte 1970 die Namensänderung in Phönix Klemmen. Unter dem Slogan „... aus Kupfer plus Ideen“ soll das elektrotechnische Qualitätsprodukt dem Markt noch näher gebracht werden.
Josef Eisert starb 1975 im Alter von 78 Jahren. Drei Jahre zuvor war der jüngste Sohn Gerd ebenfalls in das Unternehmen eingetreten. Die drei Brüder leiteten mit Ursula Lampmann, die Finanzwesen, Verkauf und Personal verantwortete, das Unternehmen. Gerd übernahm 1976 die Leitung des Exportgeschäfts. 1979 starb Jörg Eisert auf der Fahrt nach Lüdenscheid bei einem Verkehrsunfall. Die Produktion stand fortan unter der Leitung von Klaus Eisert.
In den 1980er Jahren wurde das Produktportfolio in Richtung Elektronik ausgebaut. Zu den zahlreichen Klemmenfamilien kamen Printklemmen und Steckverbinder, Relais, Wandler und Produkte für den Überspannungsschutz hinzu. Den Übergang in die Automatisierungstechnik markierte die Entwicklung des Feldbussystems Interbus.
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