Verbindungstechnik

Zukunft braucht Herkunft – 93 Jahre Technologiegeschichte

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Klemmen als Grundlage für die weitere Expansion

Im Jahr 1937 trat Ursula Lampmann als kaufmännische Leiterin und spätere Gesellschafterin in die Firma ein.

Die starke Bombardierung der Stadt Essen zwang Knümann dazu, sein Unternehmen 1943 zu evakuieren. Blomberg in Ostwestfalen-Lippe bot Zuflucht. Hier wurde der Geschäftsbetrieb im Saal der Gaststätte „Bürgerheim“ wieder aufgenommen. Nach dem Krieg kehrten die kaufmännischen Mitarbeitenden 1948 nach Essen zurück, Montage und Lager blieben in Blomberg.

Durch Vermittlung des gemeinsamen Patentanwalts begegneten sich 1949 Hugo Knümann und der Starkstromingenieur Josef Eisert. Der ehemalige Leiter der Siemens-Schaltanlagenkonstruktion hatte sich selbstständig gemacht und intensiv mit der anwendungstechnischen Ertüchtigung befasst. Nach Gesprächen über die Verwertung der zahlreichen Patente begann zunächst eine beratende Zusammenarbeit, später trat Eisert als technischer Leiter in die Firma ein.

Anfang der 1950er Jahre begann Eisert die RWE-Klemmen zu modernisieren und überarbeitete das gesamte Produktprogramm. Daraus entstanden die Neuentwicklungen Rekord, Selecta und Kompensa, in die Eisert seine ganze Erfahrung legte. Sie wurden nicht nur ein großer Erfolg, sondern zum Fundament für die Expansion des Unternehmens in den 1950er Jahren. „Rekord“ war für Industrie und Bergbau bestimmt – das Alleinstellungsmerkmal war der Nummernwähler: 3-stellige Zahlenröllchen, die in jeder Klemme enthalten waren. So konnte der Monteur unter Tage die Klemmenleiste ohne zusätzliches Zubehör beschriften. Die „Selecta“ war eine Sekundär-Stromwandler-Trennklemme, die Kompetenz-Domäne von Eisert. Und „Kompensa“ war eine Klemme, die mit ihrem eingebauten Widerstand die unterschiedliche Leitungslänge von Temperatur-Messkreisen kompensierte.

In den folgenden Jahrzehnten gab es zahlreiche weitere Innovationen, die schließlich zur Markteinführung des Reihenklemmen-Systems Clipline complete führten. Das System vereint alle Anschlüsse in einem Programm: Die Anschlusstechniken Schraube, Zugfeder, Push-in, Schnellanschluss oder Bolzen sind durch den doppelten Funktionsschacht frei untereinander kombinierbar und nutzen das gleiche Zubehör.

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