EMS-Tag 2017

Vom Brexit zu den Folgen der digitalen Transformation

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„Holen Sie ganz viele Jugendliche an Bord!“

Sauldie arbeitete heraus, dass die digitalen Techniken durchaus menschliche Grundbedürfnisse ansprechen, nämlich die Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit (etwa durch Facebook-Likes) oder auch die Sehnsucht, ein Star zu sein, und sei es nur für 30 Sekunden (was Events wie die Luftgitarrenweltmeisterschaft beweisen, die über Youtube weltweite Aufmerksamkeit finden).

„Die digitale Transformation beginnt in Ihrem Unternehmen“, erklärte Sauldie, und dabei sei es wichtig, altes Wissen über Bord zu werfen. Eine Social-Media-Kampagne für eine Institution wie das Rote Kreuz könne durchaus daran scheitern, dass heutige Digital Natives nicht mehr wissen, was ein Überweisungsträger ist.

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Sein Rat lautet deshalb: „Holen Sie sich ganz viele Jugendliche an Bord, machen Sie ein Wochenende mit 20-Jährigen.“ Er warnte jedoch zur Vorsicht: Ein Aufenthalt in einem Hotel ohne kostenloses WLAN könne hier zum „Abenteuerurlaub der dritten Dimension“ werden.

Die Digitalisierung mache es erforderlich, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Dies erläuterte der gebürtige Inder am Beispiel der Kette Domino's Pizza. Diese sei nicht dadurch erfolgreich geworden, dass sie den Kunden eine noch größere Auswahl an Pizzavarianten und Toppings angeboten habe, sondern dadurch, dass das sie dem Kunden das Gefühl gebe, dabei zu sein, wenn seine Pizza belegt, in den Ofen geschoben und zu ihm gebracht werde.

„Sie sind Teil des Herstellungsprozesses!“, rief Sauldie seinen Zuhörern emphatisch zu. Und zudem gebe das Pizzaunternehmen den Bestellern einen GPS-Code mit, mit dem die Kunden ihre Pizza tracken können. Auf diese Weise könnten die Wartezeiten überbrückt und die Frustphasen verringert werden.

„Die Menschen wollen alles in Realtime“, schrieb er den Zuhörern ins Stammbuch. Deshalb sei es wichtig, die Kunden in den Gestaltungsprozess der Produkte einzubeziehen und ihnen positive Emotionen zu vermitteln.

Zum Abschluss gab Sauldie seinen Zuhörern sieben Schritte mit auf den Heimweg: Als erstes nannte er das Schlüsselwort Kontext und stellte die Frage, was man tun solle, wenn jemand ein Meme über die Firma in Facebook gestellt habe. Solle man dieses Meme teilen oder solle man den Poster abmahnen?

Das zweite Schlüsselwort sei Konversion. Man müsse sicherstellen, dass die Unternehmenswebseite auf Google gefunden werde und ein responsives Design habe, damit sie auf allen möglichen Endgeräten gut dargestellt werde. Als drittes Stichwort nannte Sauldie die Konversation, womit er die Interaktion mit Interessenten und potenziellen Kunden meinte. Der Berater mahnte komplette Transparenz an und gab den Rat, einen Google Alert einzurichten, der Alarm schlage, wenn über das Unternehmen im Internet berichtet werde.

Das vierte Schlüsselwort lautet Konfidenz. Darunter ist zu verstehen, dass Kunden einbezogen werden, wenn es um neue Produkte und Ideen geht. Unter dem Stichwort Konsens versteht Sauldie altersgemischte Teamarbeit, also die Zusammenarbeit vieler Personen mit unterschiedlichsten Erfahrungen.

Als sechsten Schritt nannte Sanjay Sauldie „Konträr“. Darunter ist zu verstehen, dass auch konträre Meinungen zugelassen werden sollten. Und am Ende steht „Kongenial“, nämlich die Verbindung von Online und Offline.

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